„Tag der Mediennutzug“ an der Realschule plus Nentershausen
Schüler und Eltern wurden zum Nachdenken angeregt
Nentershausen. Ein Theaterstück über Cyber-Mobbing und eine Infoveranstaltung zum sicheren Surfen im Netz bildeten die Kernthemen eines Medientages der Realschule plus in Nentershausen.
Zum Schluss will sich die 17-jährige Lea – Hauptfigur des Theaterstücks – das Leben nehmen, doch sie kann gerettet werden. Ihren Weg vom ganz normalen Teenager auf der Suche nach Liebe und Anerkennung zum perspektivlosen Opfer einer Cyber-Mobbing-Attacke zeigte das Theaterstück „Fake oder War doch nur Spaß“ des Ensembles Radiks auf. Alle Schüler der Klassenstufen 6 bis 10 der Realschule sahen das Stück in der Bürgerhalle. Anlass war der von Schulleitung, Schulelternbeirat und Sozialarbeit organisierte „Tag der Mediennutzung“.
Mit nur zwei Schauspielern, die in ständig wechselnde Rollen schlüpften, veranschaulichte das Stück, wie Neid und kleine Sticheleien sich in den sozialen Netzwerken rasend ausbreiten und schnell ein Ausmaß gewinnen, das nicht mehr beherrschbar ist.
Mit viel Aufmerksamkeit verfolgten die Schüler das eng an ihrer eigenen Lebensrealität ausgerichtete Stück. Die Möglichkeit, im Anschluss die Darsteller zu befragen, wurde von den Jugendlichen rege genutzt.
Cyber-Mobbing thematisiert
Beeindruckt von der schauspielerischen Leistung und mit vielen Anregungen wurde die Inszenierung dann im Unterricht reflektiert. Dabei zeigten sich einige Schüler sehr nachdenklich, und es wurde deutlich, dass sie von verschiedenen Facetten des Stücks angesprochen wurden. Die persönliche Beziehung zum Vater, das Verhalten der Freunde untereinander, aber auch der naive Umgang mit Daten im Netz und die Erkenntnis, dass jeder, der im Netz unterwegs ist, selbst Opfer oder Täter einer Mobbing-Attacke werden kann, beschäftigte die Jugendlichen in den Nachgesprächen. Am Ende des Schultags – die Aufführung war übrigens durch den großzügigen Einsatz des Fördervereins zustande bekommen – konnte man in „Schülergesichter blicken, die ins Nachdenken gekommen sind“, so Schulleiter Stephan Szasz.
Sicherheit im Netz
Dass sich auch einige Eltern intensiv mit der Mediennutzung ihrer Kinder auseinandersetzen, spiegelte die am gleichen Abend stattfindende Informationsveranstaltung „Kinder im Netz – aber sicher!“ wider. Nach einer Begrüßung durch Schulleiter Stephan Szasz stellte die freie Medienreferentin Michaela Weiß-Janssen mit Hilfe eines kleinen Videos ihr Anliegen dar: So wie Eltern in der Realität ihre Kinder vor schlechten Einflüssen schützen, sollten sie auch im Internet verfahren. Es folgte ein Abriss über die veränderte Mediennutzung in den letzten Jahren sowie eine Vorstellung der meistgenutzten Kommunikationsplattformen wie Whatsapp, Facebook, Snapchat und vor allem das immer beliebter werdenden Instagram. Über Risiken, Fallen und rechtliche Grenzen gab Weiß-Janssen anschaulich Auskunft. Dabei stimmte besonders die Möglichkeit, Standorte von Nutzern im Netz mit Anwendungen bis ins Detail bestimmen zu können, die Eltern nachdenklich. Mögliche Regeln im Umgang mit den sozialen Netzwerken wurden besprochen. Dass derjenige, der das Medium zur Verfügung stellt, für die Sicherheit zuständig ist, fand breiten Anklang, und so stellten die Eltern auch zahlreiche Fragen, tauschten Erfahrungen aus und ließen sich Anregungen geben, zum Beispiel die, gemeinsam mit dem Kind einen „Mediennutzungsvertrag“ zu erstellen. Denn um ein Mindestmaß an Sicherheit für die Kinder im Netz zu wahren – da waren sich alle einige – ist es sinnvoll, mit den Kindern und Jugendlichen im Gespräch und natürlich auch als Erwachsener medial „am Ball“ zu beiben.
Viele Szenen des Theaterstücks stimmten nachdenklich. Foto: Picasa
Am Abend bot die Realschule eine Veranstaltung für Eltern mit Medienreferentin Michaela Weiß-Janssen an.
