Städtisches Gymnasium Rheinbach
Schülergruppe gewinnt beim Ernst-Klett-Comicwettbewerb
Rheinbach. Mit einem außergewöhnlichen Comic zum Thema der Sklaverei in der Kolonialgeschichte Frankreichs setzten sich die Schülerinnen Michelle Bauer, Ann-Kathrin Nenzel, Hannah Phiesel und Jana Perner vom Städtischen Gymnasium Rheinbach gegen 760 Konkurrenten aus ganz Deutschland durch. Die französischsprachige Darstellung des Lebenswegs eines Sklaven auf La Martinique überzeugte die aus Fachdidaktikern, Zeichnern und Praktikern zusammengesetzte Jury zeichnerisch, sprachlich und inhaltlich.
Die Fachlehrerin Nina Daniel zeigte sich begeistert über den großen Erfolg ihrer Lerngruppe, denn auch der vierte Platz ging an eine ihrer Schülerinnen des Französisch-Grundkurses in der Jahrgangsstufe 10. Lisa Nußbaum entwickelte eine außergewöhnliche Liebesgeschichte zwischen einem Jungen und einer Fee. Sie erhält einen Sachpreis. Ihre Mitschülerinnen reisen ins Centre Belge de la Bande Dessinée in Brüssel, wo sie ihre Erkenntnisse über die „BD“ (bande dessinée - französisch für Comic) weiter vertiefen können. Die Lebensgeschichte des Sklaven beginnt mit der Anreise in Ketten unter Deck eines Sklavenschiffs und dem Empfang der Hauptfigur durch Peitschenhiebe auf den Plantagen von La Martinique. Als einer der Sklaven den unmenschlichen Bedingungen entfliehen möchte und davonläuft, wird der Neuankömmling Zeuge der schrecklichen Umsetzung des Code Noir. Dieses Dekret, 1685 von König Ludwig XIV. erlassen, regelte bis 1848 den Umgang mit den afrikanischen Sklaven in französischem Herrschaftsgebiet und beinhaltete unter anderem die drakonischen Strafen, die Sklaven nach einer gescheiterten Flucht zu erwarten hatten: Dem Flüchtigen im Comic wird das Ohr abgeschnitten - offenbar ist es seine erste Flucht, denn später wird im Dekret mit der Amputation des Beins oder der Todesstrafe gedroht. Doch der Comic entlässt den Leser nicht mit der eindrucksvollen Darstellung der Ohrverstümmelung.
Abschließend zeigen die Schülerinnen, wie Victor Schoelcher 1848 die Abschaffung der Sklaverei in Frankreich und seinen Kolonien einfordert und umsetzt, sodass als letztes Bild eine Großaufnahme der gesprengten Ketten zu sehen ist.
„Ich war begeistert von den schönen Ergebnissen der Schülerinnen, die ihr umfangreiches landeskundliches Wissen kreativ und souverän mit den Mitteln der Comic-Kunst umsetzten. Die Arbeit hat uns allen viel Spaß gemacht. Die Schülerinnen haben viel Zeit und Mühe investiert, sodass wir umso glücklicher sind, nun auch gewonnen zu haben“, erklärt Nina Daniel, die auch im nächsten Jahr unbedingt wieder mit einer Schülergruppe am Comicwettbewerb des Klett-Verlages teilnehmen möchte.
