Berufsschüler der DRS Neuwied zu Besuch in Weimar
Schuld ist persönlich
Weimar. Wie lässt sich das Böse erklären, dem man in Buchenwald nicht ausweichen kann?! Warum jubelten die Deutschen Hitler zu, gerade auch die jungen Leute?
Schüler und Lehrer der Berufsfachschule II aus der David-Roentgen-Schule in Neuwied machten sich auf nach Weimar. Auf dem Programm zur Klärung der Fragen standen. Stadtführungen, Expertengespräche, das Goethehaus und natürlich Buchenwald.
Besonders eindrücklich ist die neu konzipierte Dauerausstellung im Konzentrationslager Buchenwald: Persönliches rührt an.
Das ist der Leitgedanke dieser Ausstellung auf zwei Stockwerken.
Zwar wurden Zehntausende gequält und ermordet. Aber das ist keine anonyme Masse. Gestorben sind einzelne, Väter, Mütter, Söhne und Töchter. Es könnte einer aus der eigenen Familie gewesen sein, der einfach nur Rückgrat bewiesen oder einer herabgewürdigten Gruppe angehört hatte.
Was ist positiv formuliert das Ziel einer Fahrt mit 17- und 18- jährigen Schülern nach Weimar? Das Ziel besteht wohl darin, den Artikel 1 des Grundgesetzes als eine Art modernen Glaubensbekenntnisses zu begreifen.
Die Würde kommt bedingungslos jedem Menschen zu, einfach weil er zur Spezies Mensch gehört. Und zweitens: Schuld ist persönlich. Jeder ist gerufen, Verantwortung für das Gute zu übernehmen.
Erfolgreich ist eine Klassenfahrt nach Weimar, wenn die Schüler hinschauen. Erschöpft kehren die Schüler zurück. Sie haben hingeschaut.
