Allgemeine Berichte | 23.02.2016

Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur

Schulpreise für inklusive Unterrichtsgestaltung vergeben

Wilhelm-Remy-Gymnasium in Bendorf erhielt 1000 Euro Preisgeld

Große Freude am Wilhelm-Remy-Gymnasium in Bendorf über die Auszeichnung, denn dort können Kinder mit Behinderung seit über 30 Jahren das Abitur machen. Art und Umfang der Behinderung spielen keine Rolle. Das Gymnasium hat hier eine Vorreiterrolle und Vorbildfunktion.privat

Bendorf.Bildungsstaatssekretär Hans Beckmann hat zusammen mit dem Landesbeauftragten für die Belange behinderter Menschen, Matthias Rösch, den „Inklusiven Schulpreis Rheinland-Pfalz – Preis für inklusiven Unterricht und inklusive Schulentwicklung“ in Mainz verliehen. Ausgezeichnet wurden insgesamt elf beispielgebende und gelungene Konzepte für eine inklusive Unterrichtsgestaltung, durch die behinderten und nicht-behinderten Kindern und Jugendlichen eine gleichberechtigte Teilhabe am Unterricht ermöglicht wird. „Mit dem ‚Inklusiven Schulpreis‘ wertschätzen wir die besonderen Leistungen unserer Schulen bei der Gestaltung des gemeinsamen Lernens von Kindern mit und ohne Behinderung. Indem wir herausragende Beispiele aufzeigen, unterstützen wir zugleich Schulen auf dem Weg zur Inklusion, denn Vorbildbeispiele sind ein wichtiger Motor für schulische Entwicklungen“, unterstrich Bildungsstaatssekretär Hans Beckmann. „Inklusion ist ein Gewinn für alle Schülerinnen und Schüler. Ich freue mich, dass die ausgezeichneten Schulen ganz praktisch zeigen, wie gemeinsamer Unterricht auf jedes einzelne Kind mit seinen Stärken und seinen eigenen Lernfortschritten eingeht. Im gemeinsamen Unterricht lernen Kinder mit und ohne Behinderungen von Anfang an, dass Menschen mit Behinderungen dazu gehören. Damit werden Sonderwelten vermiedenund die Barrieren in den Köpfen und Herzen der Menschen abgebaut“, erklärt der Landesbeauftragte Matthias Rösch. Der „Inklusive Schulpreis“ wird durch das Förderprogramm „barrierefrei, inklusiv und fair“ der Sparda-Bank-Stiftung mit dem Netzwerk Gleichstellung und Selbstbestimmung gefördert. Für Hans-Jürgen Lüchtenborg, Vorstandsvorsitzender der Sparda-Bank Südwest eG, fördert das gemeinsame Aufwachsen und Lernen von Kindern und Jugendlichen mit und ohne Behinderung das Selbstverständnis für eine inklusive Gesellschaft, das sich die Sparda-Bank mit dem Projekt „barrierefrei, inklusiv und fair“ auf die Fahnen geschrieben hat. Bewerben konnten sich alle Schulen, die Schülerinnen und Schüler mit und ohne Behinderungen im gemeinsamen Unterricht individuell fördern. Aufgrund der Schwerpunktsetzung „Inklusion und Sport“ des Förderprogramms der Sparda-Bank-Stiftung wurden Praxisbeispiele aus dem Bereich Schulsport besonders berücksichtigt. Die eingereichten Beiträge wurden von einer siebenköpfigen Jury bestehend aus Vertreterinnen und Vertretern der Landesarbeitsgemeinschaft Gemeinsam Leben – Gemeinsam Lernen, dem Netzwerk Gleichstellung und Selbstbestimmung, dem Behinderten- und Rehabilitationssport-Verband Rheinland-Pfalz, der Sparda-Bank-Stiftung, des Landesbehindertenbeauftragten, der Schulaufsicht und des Bildungsministeriums beurteilt. Neben drei mit einem Preisgeld von jeweils 2000 Euro ausgezeichneten Schwerpunktschulen wurden auch zwei Schulen geehrt, die gemeinsames Lernen ermöglichen ohne Schwerpunktschule zu sein. Da ihre Bewerbungen gleichwertig waren, hatte die Jury beschlossen, das Preisgeld aufzuteilen. Sechs weitere Schulen erhielten zwar kein Preisgeld, aber einen „Ehrenpreis“ in Form eines Lehrmittelgutscheins. „Alle heute anwesenden Schulen sind einen großen Schritt in Richtung inklusiver Bildung gegangen. Individuelle Förderung gelingt an diesen Schulen vorbildlich und davon profitieren alle Schülerinnen und Schüler“, betonte der Bildungsstaatssekretär. Mit dem Wahlrecht für Eltern von behinderten Kindern zwischen einer Förderschule und einer inklusiven Schwerpunktschule habe Rheinland-Pfalz einen behutsamen und ausschließlich am Elternwillen orientierten Weg gewählt, Inklusion an Schulen umzusetzen. „Dabei setzen wir auf gute Rahmenbedingungen und die Vorbereitung unserer Lehrkräfte und Schulen“, so Beckmann. Dass die Zahl der Kinder, die mit Behinderung eine inklusive Regelschule besuchen stetig steigt, sei ein Beleg für die hervorragende pädagogische Arbeit, die an diesen Schulen tagtäglich geleistet werde. „Die Schule als gemeinsamer Lebens- und Lernort bietet die große Chance, grundlegende Werte und Schlüsselkompetenzen, wie Respekt und Einfühlungsvermögen, zu erwerben, die für eine Gesellschaft elementar sind“, hielt der Bildungsstaatssekretär abschließend fest. Ausgezeichnet mit einem Preisgeld von jeweils 2000 Euro wurden die Brüder-Grimm-Grundschule in Ingelheim, die Integrierte Gesamtschule Sprendlingen und die Integrierte Gesamtschule Nieder-Olm. Ausgezeichnet mit einem Preisgeld von jeweils 1000 Euro wurden die Lina-Sommer-Grundschule in Jockgrim und das Wilhelm-Remy-Gymnasium in Bendorf. Ehrenpreise“ erhielten die Integrierte Gesamtschule Contwig, die Grundschule Gau-Odernheim, die Grundschule Monzingen, die Christian-Erbach-Realschule plus in Gau-Algesheim, die Integrierte Gesamtschule Koblenz und das Paul-Schneider-Gymnasium in Meisenheim.

Große Freude am Wilhelm-Remy-Gymnasium in Bendorf über die Auszeichnung, denn dort können Kinder mit Behinderung seit über 30 Jahren das Abitur machen. Art und Umfang der Behinderung spielen keine Rolle. Das Gymnasium hat hier eine Vorreiterrolle und Vorbildfunktion.Foto: privat

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