Krimi-König Ralf Kramp las im Kardener Stiftsmuseum Geschichten aus der Eifel
„Schuss mit lustig“ sorgte für Spannung
Treis-Karden. Ralf Kramp, ungekrönter Kurzkrimi-König aus Hillesheim, las im Rahmen der 7. Stiftslesung am vergangenen Freitag im historischen Gemäuer des Kardener Stiftsmuseums. Bis auf den letzten Platz besetzt, freute sich der erste Beigeordnete der Ortsgemeinde Jürgen Claßen bei der Begrüßung sichtlich über „das volle Haus“. Neben dem Landtagsabgeordneten Benedikt Oster und dem Kreisbeigeordneten Hans-Jürgen Sehn hieß Claßen vor allem Ralf Kramp, den Hauptakteur des Abends, willkommen. Der 53-jährige Krimiautor aus der Eifel ist an der Mosel kein Unbekannter, denn bereits vor einem Jahr las der Meister der Spannung und des Humors im Stiftsmuseum.
In gewohnt lockerem Ton eröffnete der gelernte Maler und Lackierer die Autorenlesung mit dem Hinweis, man könnte in diesen kahlen weißgetünchten Räumen ruhig eine Art Partykeller einrichten, wobei er sogar schon Vorschläge für die Dekoration machte, ehe er ein Herbstgedicht vortrug, das mit einer Überraschung endete. Aus dem Krimi „Schuss mit lustig“ trug Kramp anschließend Auszüger vor,
die für Lacher und vor allem Beifall sorgten. War es zunächst eine Cellistin, die „Telefon-Terroristen“, die ein Konzert durch Handy-Geklingel störten, ins Jenseits beförderte, erwürgte Romanfigur Anton eine Dame mit Husten-Attacken während eines Opernabends gleich selbst. Sogar zwei harmlose Kinobesucher, die mit Popcorn störend raschelten, mussten dran glauben…
Besonders spannend und gleichzeitig makaber dann die Episode mit dem Verkaufsbus, der zur Falle für einen Kidnapper wurde. Zuerst wollte der Hauptakteur der Handlung ein Kind entführen, dann wurde er selbst zum Opfer einer wütenden Rentner-Gang…
Alle Episoden spielen mehr oder weniger in der Eifel, wobei es Ralf Kramp immer wieder gelingt, lokale Bezüge geschickt in seine Kriminal-Geschichten einzuweben. Der Autor, der mit seiner Frau zusammen in Hillesheim das Kriminalhaus unterhält, versteht es meisterhaft, die Zuhörer in seinen Bann zu ziehen. Selbstverständlich genoss der gebürtige Euskirchener das Ambiente des Kardener Stiftsmuseums, wo es in der Pause wieder „mörderisch gute Törtchen“ sowie Moselwein und sogar eine Gratisführung durch die Räume gab. TT
