AK Naturnaher Schaugarten Wachtberg
Schutz für Vögel
Nächstes Treffen am Freitag, 31. März
Wachtberg-Berkum. Im Naturnahen Schaugarten der Gemeinde Wachtberg gibt es viele Singvögel: Beim Betreten des öffentlich zugänglichen Gartens hinter dem Rathaus in Berkum flüchten schimpfende Spatzen in die Wildrosenhecke, zeternde Amseln bringen sich auf Bäumen in Sicherheit. In den nächsten Monaten wird man die Signalrufe ihrer noch flugunsicheren Jungen hören. Das wissen auch herumstreifende Hauskatzen, die man immer wieder im Garten antrifft. Singvögel entsprechen wie Kleinsäuger, kleine Reptilien, Schmetterlinge und weitere dem Beuteschema des Raubtieres Katze, das auch gut genährt seinen natürlichen Jagd- und Spieltrieb auslebt.
Inzwischen gibt es in vielen Siedlungen mehr Katzen als alle anderen Beutegreifer zusammen. Etwa 17 Millionen Hauskatzen töten in Deutschland schätzungsweise 132 Millionen Singvögel pro Jahr laut dem Landesbund für Vogel- und Naturschutz (LBV).
Damit hat sich das Verhältnis Jäger : Beute zum Nachteil der Vögel verschoben. Örtlich werden Singvogelbestände dadurch stark beeinträchtigt.
Eine Katze im Garten bedeutet Stress für Vögel. Laut LBV entstehen gravierende Folgen für Brut und Aufzucht der Jungvögel: Elternvögel können nur füttern, wenn keine Katze in der Nähe des Nestes ist. Die Futterpausen für die Jungen werden länger. Sie müssen Umwege zum Nest fliegen, um den Räuber nicht auf dessen Standort aufmerksam zu machen. Sie können nicht mehr überall nach Nahrung suchen. Ihr Energieverbrauch steigt, Vitalität und Widerstandskraft sinken. Der Vogelnachwuchs kann nicht mehr optimal versorgt werden. Die Zahl der Jungvögel, die bis zum Flüggewerden überleben, sinkt drastisch. Katzen können zudem auf Bäume klettern, Nester plündern und noch flugunsichere Jungvögel fressen. Der verwaiste Nachwuchs gefressener Altvögel verhungert.
Katzenhalter sind Tierfreunde. So kann man freilebende Vögel vor dem Tod durch das Haustier schützen: Katzengerechtes Spielen und Beschäftigen dämpfen den Jagdtrieb der Katze. Spezielle Katzenhalsbänder - wie bunte Halskrausen - warnen Vögel vor auflauernden Katzen. Während der Morgen- und Abendstunden bleibt die Katze zu Hause, denn dann sind Vögel am aktivsten. Während der Brutzeit von April bis August sollten Katzen das eigene Grundstück nicht verlassen. Aber auch im Haus können die Stubentiger ihren Spiel- und Jagdtrieb ausleben.
Der Erhalt und die Schaffung vogelfreundlicher Lebensräume sollten das Ziel sein. Hecken und naturnah gestaltete Bereiche im Garten bieten Vögeln sichere Verstecke und Nistmöglichkeiten. Bodennah brütende Vogelarten wie Rotkehlchen, Zaunkönig oder Heckenbraunelle können ihre Nester in dichten, möglichst dornigen Sträuchern und Gehölzen (z.B. Weißdorn, Berberitze) gut versteckt anlegen.
Der Naturnahe Schaugarten mit seinem Vogelreichtum und großen Artenspektrum zeigt anschaulich, wie man Vögeln, Kleintieren und Insekten sicheren Lebensraum schaffen kann. Der Garten ist jederzeit öffentlich zugänglich. Das Team des Arbeitskreises freut sich am Freitag, 31. März, ab 15 Uhr über viele interessierte BesucherInnen im Garten hinter dem Rathaus in Berkum.
