Allgemeine Berichte | 27.10.2017

Stadt Bendorf holt Bürger und Betriebe mit ins Boot

Schutz vor Starkregen und Hochwasser

Der Bendorfer Hafen beim letzten großen Hochwasser 1993. Karl-Rudolf Goergen

Bendorf. Heftige Gewitter, Starkregen, Hochwasser – in den vergangenen Jahren hat die Anzahl extremer Wetterereignisse in Deutschland an Häufigkeit und Intensität zugenommen. Da langfristig kein Gebiet vor den Folgen eines Unwetters sicher ist, haben auch das Land Rheinland-Pfalz und die Kommunen ihre Risikovorsorge intensiviert. Im April dieses Jahres wurde in Bendorf nach einstimmiger Beschlussfassung im Rat der Auftrag zur Erstellung eines Hochwasserschutzkonzeptes an das Ingenieurbüro Gastring vergeben. Dieses umfasst neben dem technischen Hochwasserschutz und baulichen Verbesserungen auch Überlegungen zur Wasser- und Stromversorgung im Katastrophenfall.

Nun möchte die Stadtverwaltung Bendorf die Bürgerschaft und die ansässigen Betriebe bei zwei Informationsveranstaltungen mit ins Boot holen. Am Mittwoch, 15. November, 19 Uhr, soll im großen Sitzungssaal des Bendorfer Rathauses 1 ein Meinungsaustausch mit interessierten Bürgerinnen und Bürger stattfinden, wie man sich besser vor Starkregen und Hochwasser schützen kann. Bereits am Montag, 6. November, 19 Uhr, sind Verantwortliche der Bendorfer Gewerbebetriebe eingeladen.

Bürgermeister Michael Kessler, Fachgebietsleiter Rolf Trennheuser vom Fachbereich Ordnung und Soziales, Wehrleiter Markus Janßen sowie Mitarbeiter des Ingenieurbüros Gastring stellen das Bendorfer Hochwasserschutzkonzept vor und erklären verschiedene Bedrohungsszenarien. Ergänzt wird dies vom Informations- und Beratungszentrum Hochwasservorsorge Rheinland-Pfalz, das bereits mehrere andere Kommunen bei der Erstellung von Hochwasserschutzkonzepten begleitet hat. Zusätzlich bemüht sich die Verwaltung derzeit noch um die Teilnahme eines Sprechers des Gesamtverbands der Versicherungswirtschaft, um aus erster Hand Informationen zu Elementarschadenversicherungen zu geben.

Erfahrungen einbringen

„Es ist uns wichtig zusammenzutragen, was sowohl die Stadt als auch jeder Einzelne zur Vermeidung von Wasserschäden durch Überflutungen tun kann. Die Betroffenen können ihre Erfahrungen mit einbringen, über bereits durchgeführte Maßnahmen berichten oder neue Ideen teilen“, betont Rolf Trennheuser. Der für den Zivil- und Katastrophenschutz zuständige Fachgebietsleiter könnte sich auch vorstellen, dass sich im Nachgang zu den Veranstaltungen noch weitere Workshops anschließen: „Zum einen wollen wir die Bevölkerung für den Katastrophenfall sensibilisieren, zum anderen erhoffen wir uns nützlichen Input.“

Katalog von Fragen und Ideen

Bürgermeister Michael Kessler betont, dass das Hochwasserschutzkonzept keine fertige Antwort, sondern ein Katalog von Fragen, Aufgaben und Ideen ist, deren Machbarkeit geprüft werden muss und deren Umsetzung in der Folge anzugehen ist. „Dabei wollen wir im größtmöglichen Umfang die Vorstellungen der Bevölkerung und der Gewerbetreibenden mit einbeziehen“.

Auch wenn das letzte große Hochwasser in Bendorf bereits 24 Jahre zurückliegt und viele Bürgerinnen und Bürger keine unmittelbare Bedrohung sehen, sollte man für den Ernstfall gerüstet sein. Berechnungsmodelle des Landes Rheinland-Pfalz zeigen, dass ein Extremhochwasser nicht nur den Hafen, sondern auch große Teile des Stadtteils Mülhofen überfluten könnte, die bislang nie von Hochwasser betroffen waren. Im Falle von Starkregen kann es ebenfalls zu Überschwemmungen bis ins Stadtzentrum von Bendorf kommen, und auch der Stadtteil Sayn ist durch schnell ansteigende kleine Gewässer wie den Saynbach und den Brexbach, aber auch durch den Starkregen selbst potenziell gefährdet. Pressemitteilung

der Stadt Bendorf

Überflutete Straßen beim Hochwasser 1993. Gaby Mense

Überflutete Straßen beim Hochwasser 1993. Foto: Gaby Mense

Der Bendorfer Hafen beim letzten großen Hochwasser 1993. Foto: Karl-Rudolf Goergen

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