Allgemeine Berichte | 12.10.2016

Linzer Traditionskorps „Schwere Artillerie 1939“

Schwere Artillerie hatte zum zehnten Oktoberfest eingeladen

Stadtbürgermeister Hans Georg Faust überließ Touri-Chefin Daniela Maier den Fassanstich

Schwere Artillerie hatte zum zehnten Oktoberfest eingeladen

Linz. Zu seinem zehnten Oktoberfest hatte das Linzer Traditionskorps „Schwere Artillerie 1939“ am Samstagabend in die Linzer Stadthalle eingeladen. Hervorgegangen waren die Kanoniere zwar aus der Seniorenriege des Linzer Schwimmclubs, mit Wasser hatten sie und ihre Gäste an diesem Abend aber wenig im Sinn. Auch die ehemals von Franz Josef-Strauß als „Reagenzgläschen“ verspotteten Kölsch-Stängelchen, denen in dem ehemals kurfürstlichen Linz normalerweise der Vorzug gegeben wird, hatten inhaltsschweren Maßkrügen weichen müssen, in die lange vor der offiziellen Eröffnung schon literweise Paulaner-Festbier, Radler oder Spezi gezapft wurde.

Dann machte sich Commodore Christian Sieberz zusammen mit der Trachtengruppe Pähl auf, Stadtbürgermeister Hans Georg Faust, den Ersten Beigeordneten Thomas Balasus und die junge Chefin der Tourismus-Information Daniela Maier am Rathaus abzuholen, die dann pünktlich um 19 Uhr in den in blau-weißem Rautenmuster dekorierten Festsaal einzogen, in dem selbst die ehemalige Weinkönigin Alina mit ihren Freundinnen dem Gerstensaft frönte.

„Es ist lobenswert, dass Ihr mit Eurem Artilleristen-Oktoberfest nun schon zum zehnten Mal den Veranstaltungskalender der Bunten Stadt am Rhein bereichert und damit Linz noch bunter macht, auch wenn Blau-Weiß ansonsten nicht gerade Eure Lieblingsfarbe ist“, so der Hausherr. Dabei trugen die meisten Corpsmitglieder, die ihr Markenzeichen des Corps, die lange, weiße Pfeife zu Hause gelassen hatten und statt ihrer Uniform kniebundlange Krachlederne und Janker mit Hirschhornknöpfen über zumindest rut-wiess karierten Hemden trugen. Hatte im Vorjahr Thomas Balasus den bei den Linzer Sachsen weilenden Stadtbürgermeister beim Fassanstich vertreten, so überließ er dieses Mal seiner Touri-Chefin den Vortritt. „O‘ zapft is!“, konnte Christian Sieberz nach nur zwei gezielten Schlägen verkünden und befürchtete schon, Daniela Maier ob dieser Fertigkeit an die Hauptstadt zu verlieren, bis ihm einfiel, dass in München der Wies’n-Fassanstich OB-Chefsache ist. Und schon verwandelten die Musikanten aus dem idyllischen zwischen Ammersee und Starnbergersee gelegenen Dorf mit „Eins, zwei g’zuffa!“ die Stadthalle in ein Hofbräuhaus, während Wies’n-Freibier in die Maßkrüge schäumte.

„Nach unserer Artillerie-Sechskampf-Olympiade im Vorjahr haben wir dieses Mal die Anforderungen etwas reduziert“, so der Commodore. Zu Beginn der Erholungspause für die Freunde aus Pähl stünde wieder der „Hau den Lukas“ auf dem Programm. „Nur den wenigsten wird es gelingen, wie im Vorjahr dem Ex-Musikzugführer der Stadtsoldaten, Christian Vossemer, als ‚Commodore‘ aus diesem Wettbewerb hervorzugehen. Auch die ‚Obermöhn‘ dürften nicht allzu viele schaffen, aber als ‚Strünzer‘ sollten schon die meisten den Wettkampf abschließen“, versuchte Christian Sieberz die potenziellen Teilnehmer zu motivieren. Die griffen dann auch gleich bei Weißwürstl mit Radi und Brezeln, Lewakaassemme sowie beim „Obazda“ zu, um sich nicht als ‚Botzedresser‘ und ‚Dressdöppe‘, wenn nicht gar als ‚Möckeföttche‘ zu blamieren. „Auch für die zweite Prüfung braucht man Kraft und Ausdauer gepaart mit Technik, geht es doch um das ‚Wiagsogschneiden‘, bei dem festgestellt wird, wer sich beim Baumstammsägen als fähigster Waldarbeiter erweist“, verriet der Commodore.

Hatte in den ersten Linzer Oktoberfestjahren etwa der Wadenumfang der Mannsbilder oder das schönste Dirndl eines zamgramds Waibsbuids im Mittelpunkt gestanden, so wurde dieses Mal mehr Wert auf Kenntnisse rund um Linz und Pähl gelegt, bevor es zum „Knallen“ ging.

„Das Spiel mit den Luftballons, die auf der Rückseite der Teilnehmer befestigt werden und von ihnen ohne Einsatz der Hände zum Platzen gebracht werden müssen, kennt Ihr ja schon von unserer Olympiade“, so Christian Sieberz zu den Festgästen, die sich auch dank der Musi der Trachtengruppen längst wie auf der Wies’n fühlten. Mit einem nicht ganz unerheblichen Unterschied: Das Oktoberfest der Schweren Artilleristen dauert zwar nur einen Tag, dafür endete es nicht wie das Original schon um 23 Uhr. DL

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