Junggesellenverein Fidelitas Heimerzheim
Schweres Unglück mit 28 Verletzten überschattete das Jubiläums-Junggesellenfest
Befreundete Junggesellen aus Walberberg waren auf dem Weg zur Feier mit ihrem Traktorgespann umgekippt
Heimerzheim. Von einem schweren Unfall überschattet war das diesjährige Junggesellenfest mit Kirmes in Heimerzheim. Bei einem schweren Unfall des Junggesellenvereins Walberberg am Sonntag war ein von einem Traktor gezogener Anhänger mit 28 Passagieren auf dem Weg zum Junggesellen fest auf dem Gottfried-Velten-Platz in einem Verkehrskreisel umgekippt, wobei sämtliche Mitfahrer verletzt wurden. Gottlob besteht bei keinem der Verletzten Lebensgefahr. Sieben Mitglieder des Vereins waren schwer verletzt worden, 21 weitere Mitfahrer erlitten leichtere Blessuren. 26 Rettungswagen, neun Notärzte und ein Rettungshubschrauber wurden am Sonntagnachmittag an die Unfallstelle geschickt, um die 25 Männer im Alter zwischen 16 und 29 Jahren und drei junge Frauen zu versorgen. Die Junggesellen aus dem Bornheimer Ortsteil waren mit dem Traktor ins zwölf Kilometer entfernte Heimerzheim aufgebrochen und hatten kurz vor dem Ziel anscheinend eine „Ehrenrunde“ gedreht. Augenzeugen berichteten, dass die Mitfahrer ungesichert auf der Ladefläche des Anhängers hin und her wirkten, im Kreisel vor den Lebensmittelmärkten an der Kölner Straße kam es dann zu dem Unglück, das nun ein Sachverständiger untersucht.
Fahrer stand nicht unter Alkoholeinfluss
Nach Auskunft der Polizei habe der 18-jährige Fahrer des großen Fendt-Treckers nicht unter Alkoholeinfluss gestanden. Gegen ihn werde aber wegen des Verdachts der fahrlässigen Körperverletzung ermittelt. Nach der Straßenverkehrsordnung dürfe niemand auf der Ladefläche von Anhängern mitgenommen werden, höchstens wenn er für land- oder forstwirtschaftliche Zwecke eingesetzt werde, aber auch dann müssen geeignete Sitzgelegenheiten vorhanden sein. Das Stehen während der Fahrt sei nach der Straßenverkehrsordnung grundsätzlich verboten, ein Verstoß eine Ordnungswidrigkeit. Hinzu komme, dass der Anhänger dem Anschein nach keine Zulassung für den Straßenverkehr besaß, sondern nur für eine landwirtschaftliche Nutzung vorgesehen war.
Der Junggesellenverein Walberberg hat mittlerweile auf seiner Facebook-Seite über das Unglück informiert und sich bei allen Ersthelfern und Einsatzkräften für die schnelle Hilfe bedankt. Innerhalb von wenigen Minuten hätten viele Verkehrsteilnehmer die Verletzten unterstützt. Auch der gastgebende Junggesellenverein Heimerzheim sei sofort zur Stelle gewesen und habe Beistand geleistet. „Unsere Jungs und Mädels sind den Umständen entsprechend wohlauf. Wir haben von allen Schwerverletzten eine Rückmeldung und können sicher sagen, dass alle außer Lebensgefahr sind“, schreiben die Verantwortlichen, „einen solchen Unfall muss man selber erstmal mit Unterstützung von Seelsorgern verarbeiten, die uns gestern am Unfallort und weiterhin in den nächsten Wochen begleiten“.
Genesungswünsche über das soziale Netzwerk
Zahlreiche Bekannte und befreundete Vereine sendeten über das soziale Netzwerk Genesungswünsche und lobten ebenfalls die Ersthelfer, Rettungssanitäter und Notärzte. Auch die Heimerzheimer Gastgeber schlossen sich an: „Unsere Gedanken sind bei unseren Freunden aus Walberberg. Wir hoffen auf schnelle Erholung aller Verletzten und freuen uns auf baldiges Wiedersehen“, sagte Präsident Christian Euskirchen.
Der gastgebende Junggesellenverein „Fidelitas“ Heimerzheim hatte sofort nach Bekanntwerden des Unfalls den kurz darauf geplanten Festzug abgesagt und Pfarrer Marek Madej gerufen, der im Festzelt mit den Junggesellenvereinen für die Unfallopfer betete.
Programm von Freitag bis Montag
Begonnen hatte das Junggesellenfest am Samstag mit einer sehr gut besuchten „Thank God it’s Friday 4.0“-Party nach dem Motto: „Study hard. Party harder.“ Um die Musik kümmerte sich das DJ-Duo Dirtyholic aus dem Vorgebirge mit einer gelungenen Mischung aus Progressive, Deep-House und Black Music. Beste Stimmung herrschte auch am Samstagabend bei der hervorragend besuchten Jubiläumsparty anlässlich des 110-jährigen Bestehens des Junggesellenvereins. Gab es doch gleich zwei Kölschbands an einem Abend zu erleben. Doch natürlich stand das Maipaares Dominik Bolde und Sabrina Ölke ein letztes Mal im Mittelpunkt des Geschehens, sie durften das Tanzparkett eröffnen. Die umjubelten Auftritte von der Gruppe „Kölsch Fraktion“ sowie der Newcomer-Band „Lupo“ werden vielen Besuchern unvergesslich bleiben.
Am Sonntag stand das traditionelle Junggesellen fest auf dem Programm, das mit einer Heiligen Messe begann. Der Rest des Tages war allerdings durch das schwere Unglück geprägt, was nicht nur den Ablauf umgekrempelt, sondern auch für gedrückte Stimmung und betretene Gesichter auf den Festplatz sorgte. Am Abend trat der Singer/Songwriter „Mister Tottler“ (Markus Treinen) auf mit einem schönen Mitsingkonzert. Wie immer war der Montag für den Kirmesausklang vorgesehen, nachdem Frühschoppen mit Erbsensuppe und der Kinderbelustigung kam es am Abend wieder zur traditionellen Pajasverhandlung, bei der der Kirmesmann in diesem Jahr natürlich besonders viel einstecken musste und zur Strafe auf dem Kirmesplatz öffentlich verbrannt wurde. Der anschließende Auftritt der Kölsch-Band „Jeckediz“ sorgte für einen versöhnlichen Abschluss.
JOST
Die Fähnriche der befreundeten Junggesellenvereine zeigten beim Junggesellen fest in Heimerzheim ihr Können. Foto: Photographer: Volker Jost Auf de
