14. Auflage der Ausbildungsmesse in Rheinbach
Schwerpunkt lag auf den sozialen Berufen
Mehr als 2000 Jugendliche und Eltern informierten sich bei 90 Unternehmen über 250 Ausbildungsberufe
Rheinbach. Obwohl die Rheinbacher Ausbildungsmesse keine Spaßveranstaltung ist, wie Cheforganisator Robin Denstorff ausdrücklich betonte, sondern in einer konzentrierten Atmosphäre Unternehmen der Region mit den örtlichen Schülern als künftige Mitarbeiter zusammengeführt werden, erfreut sich diese Veranstaltung ständig zunehmender Beliebtheit. Mehr als 2000 Jugendliche und Eltern opferten ihren Samstag, um sich in den Räumen der Alliance Möbel Marketing GmbH gegenüber dem Rheinbacher GTZ aktiv um eine erfolgreiche berufliche Zukunft zu kümmern und bescherten so der Messe einen neuen Besucherrekord.
Schließlich boten bei der 14. Auflage der Rheinbacher Ausbildungsmesse nicht weniger als 90 Unternehmen, Institutionen, Hochschulen und Organisationen aus der Region umfassende Informationen über mehr als 250 Ausbildungsberufe vom Anlagenbauer und Bundeswehrsoldaten über den Industriekaufmann und Fachinformatiker bis zum Technischen Systemplaner oder Veranstaltungskaufmann an. „Hier ist wirklich für jeden etwas dabei“, war Denstorff überzeugt, ein sehr breites Spektrum an Berufen mit Zukunft abgedeckt zu haben.
Betriebe suchen nach Nachwuchs
Auf 4000 Quadratmetern Ausstellungsfläche, über zwei Etagen verteilt, hatten zum einen die Jugendlichen hier die Gelegenheit, sich in Sachen beruflicher Zukunft umfassend zu orientieren. Auf der anderen Seite nutzten auch die Unternehmen die Möglichkeit, sich frühzeitig um ihren künftigen Nachwuchs zu kümmern, „denn dass es schon jetzt einen Fachkräftemangel in der heimischen Wirtschaft gibt, ist inzwischen längst überall angekommen“, so Denstorff.
Weil die Grenzen zwischen Ausbildung und Studium mittlerweile fließend seien, präsentierten sich hier auch Handwerksbetriebe und Universitäten Seite an Seite. „Vieles läuft ohnehin bereits parallel oder miteinander verzahnt, wir stellen deshalb auch eine Reihe von Dualen Modellen vor“, erläuterte der Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungs- und Entwicklungsgesellschaft (WFEG). Schließlich handele es sich um eine Ausbildungsmesse und nicht um eine Lehrstellenbörse.
Untermauert wurde das Angebot von zahlreichen Vorträgen und Workshops, bei denen es gute Tipps zu Berufswahl, Bewerbung und Karriere gab.
Wertvoll für die persönliche Entwicklung
Einen Schwerpunkt legten die Organisatoren diesmal auf die sozialen Berufe, denn der Bedarf in diesem Bereich sei riesig und wachse andauernd, während die Nachfrage von jungen Leuten, einen Beruf im Bereich der Pflege oder der Kindererziehung zu ergreifen, denkbar gering sei. Dabei seien die Berufe nicht nur für die Gesellschaft insgesamt überaus wichtig, sondern auch für die persönliche Entwicklung besonders wertvoll.
Neben zahlreichen „Stammgästen“ waren zwei große Unternehmen zum ersten Mal mit dabei, und das gleich mit erstaunlichem Erfolg. So konnte die DSG Canusa, die seit Kurzem in Rheinbach das Hightech-Produkt „Schrumpfschläuche“ herstellt, sogar ein Mädchen für den Beruf des Verfahrensmechanikers begeistern, der bisher eine reine Männerdomäne ist. Auch das Elektrounternehmen Miele konnte einige vielversprechende Gespräche führen, auch hier wird qualifizierter Nachwuchs ständig gesucht.
Viele gaben ihre Bewerbungsmappen ab
Ohnehin gaben zahlreiche Schüler ihre Bewerbungsmappen bei den Messeständen ab, für die sie sich interessierten. Einige Unternehmen hatten sogar die Fristen für die Abgabe von Bewerbungen extra wegen der Messe auf Ende Oktober verlegt, wie etwa Procter & Gamble.
Ein besonderer Clou war auch in diesem Jahr der Einsatz der „Messe-Guides“, die wegen ihrer knallgelben Shirts auch scherzhaft „Gelbe Engel“ genannt wurden. Unter Anleitung des Studien- und Berufswahlkoordinators der Tomburg-Realschule, Martin Lehnert, bildeten insgesamt 25 Schüler des Sozialwissenschaftskurses der neunten und zehnten Realschulklasse in jeweils drei Blöcken zu acht Schülern zeitlich versetzt ein Team.
Die Messe-Guides erwarteten bereits am Eingang Besucher, fragten sie nach ihren Wünschen und zeigten ihnen den Weg zu den gewünschten Ausstellerständen.
„Es ist interessant zu sehen, wie schnell sich manche Schüler in die neue und nicht ganz einfache Rolle des Ansprechpartners hineinfinden“, schmunzelte Lehnert. Im Vergleich zu normalen Unterricht seien die Schüler nicht wiederzuerkennen. Ohnehin habe sich gezeigt, dass sich die Besucher lieber von Gleichaltrigen leiten ließen und so von Anfang an keine großen Berührungsängste aufbauten.
