DGB Kreisverband Neuwied
Schwerpunktschulen sind erfolgreich
Erste Bilanz zur Inklusion in Schulen - DGB veranstaltete einen Informationsabend -
Kreis Neuwied. „Inklusion an Schulen - wie geht das?“ Zu diesem Thema hatte der DGB Kreisverband Neuwied eingeladen. Referent für dieses Thema war Johannes Jung, langjähriger und erfahrener Mitarbeiter im Bildungsministerium in Mainz. Er stellte den interessierten Gewerkschaftern die Entwicklung vieler Schulen zur sogenannten Schwerpunktschule dar.
Darunter sind die Regelschulen zu verstehen, die auf Dauer beauftragt sind, gemeinsamen Unterricht für alle Kinder, unabhängig ihrer Behinderung, wohnortnah zu organisieren.
Diese Beauftragung erfolgt, wenn der Schulträger sowie die Gremien der Schule, wie zum Beispiel der Elternbeirat, zustimmen. Interessant war für die Teilnehmenden an der Veranstaltung auch zu hören, dass seit 2014 die Eltern ein uneingeschränktes Wahlrecht darüber haben, ob ihr Kind eine Schule mit einem inklusiven Unterrichtsangebot (Schwerpunktschule) oder eine Förderschule besucht. Für Förderschullehrkräfte gibt es jetzt neu die Möglichkeit, sich an eine Schwerpunktschule versetzen zu lassen. Das wird zum ersten Mal für das neue Schuljahr ab 1. August 2017 geschehen. Mittlerweile gibt es in Rheinland-Pfalz 289 Schwerpunktschulen im ganzen Land (169 Grundschulen und 120 weiterführende Schulen). Die Rückmeldungen von allen Beteiligten zeigen, dass dies ein erfolgreiches Konzept sei, wie Jung berichtete. Besonders wies er auf die 11 berufsbildenden Schulen hin, die zurzeit im Rahmen ihres Berufsvorbereitungsjahres gemeinsamen Unterricht für Schülerinnen und Schüler mit Bildungsgang ganzheitliche Entwicklung anbieten.
Diese Schülerinnen und Schüler wechseln nach Ende der Klasse 9 der Schwerpunktschule oder Förderschule an die berufsbildende Schule und erfüllen dort ihre Schulpflicht. Die individuelle sonderpädagogische Förderung wird im Rahmen des Berufsvorbereitungsjahres fortgesetzt, neben der Förderung in den Kulturtechniken und Selbstständigkeit liegt der Schwerpunkt im berufspraktischen Lernen in verschiedenen Betrieben und in den schuleigenen Werkstätten. Ziel sei es, die jungen Menschen möglichst gut und umfassend auf eine angepasste Tätigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt vorzubereiten; als Alternative zur Beschäftigung in einer Werkstatt für behinderte Menschen, so Jung.
Pressemitteilung
Deutscher Gewerkschaftsbund
Region Koblenz
