Trainer Michael macht den Biggest Emsern Beine
Schwitzen für die Jugend
Über 2000 Euro winken Verein des Teilnehmers mit der größten Gewichtsabnahme
Bad Ems. Vier Bad Emser mit einem Gesamtgewicht von einstmals 575 Kilogramm eint ein gemeinsames Ziel: Schwitzen für die eigene Vereinsjugend. Innerhalb von drei Monaten sollen Pfunde schmelzen und der Fitnesszustand erhöht werden. Marius Böttcher geht seit dem 13. Februar für den Judoverein in den Wettkampf, Bodo Wieseler hält die VfL-Fahne hoch, Jens Clos startet für die Feuerwehr und Willi Willig vertritt den Bartholomäusmarktverein. Im „Pott“ liegen über 2000 Euro von diversen Sponsoren - der „Beste“ erhält den Wetteinsatz für die Jugendabteilung seines Vereins.
Marius, Willi und Nico König, der mit seiner Versicherungsagentur einer der Sponsoren der Biggest Emser ist, hüpfen auf den Fußspitzen vor der Fahrzeughalle der Feuerwache. Danach gehen die drei Herren eine Runde zügig mit hinter dem Rücken verschränkten Armen. Anschließend absolvieren sie den nächsten Durchgang mit wild wedelnden Armen eher schlendernd. „Was tun die schweren Jungs da?“, fragen sich offensichtlich einige Schüler auf dem Weg zum Schulsport auf dem Hasenkümpel. Und auch den Big E’s und Sponsor Nico geht es zunächst nicht anders, doch schon nach wenigen Minuten dämmert die Erkenntnis: Sie laufen zwar – im Falle von Marius und Willi – schon seit mehr als vier Jahrzehnten, aber eben falsch. Besonders was das Laufen jenseits der normalen Fußgängergeschwindigkeit angeht, also das, was nicht nur Profis als „Joggen“ bezeichnen. „Wenn ihr schneller laufen wollt, kommt es auf die Arme an“, verrät Trainer und Personalcoach Michael Meuer vom Fitness-Panorama der Emser Therme. Völlig erstaunt registrieren die Big E’s nur wenige Minuten später, dass sie – „Wenn der Rückschwung stimmt!“ – wirklich schneller werden, wenn sie sich auf den Armschwung konzentrieren. Allerdings merken Marius und Willi auch schnell, dass selbst der konzentrierteste Armschwung allein nicht für die nächsten fünf Kilometer ausreicht. Für die nötige Ausdauer soll jetzt jetzt ein individueller Trainingsplan sorgen – und dezente Verbesserungen am Laufstil der Kontrahenten, soweit man von einem solchen Laufstil bislang überhaupt sprechen kann. „Es geht darum, grundsätzliches Wissen über Lauftechnik zu vermitteln. Zum Beispiel das korrekte Abrollen des Fußes beim Laufen hilft Beschwerden zu vermeiden. Da lohnt es sich schon, Grundkenntnisse zu vermitteln – wir wollen ja dauerhaft Effekte erzielen“, erklärt Meuer. Das kommentieren die beiden Biggest Emser nicht mehr – dazu fehlt nach der Abschlussrunde um die Insel Silberau die Puste.
/Willi Willig
