Feierliche Jubiläumsveranstaltung in der alten Abfüllhalle Pauly-Rath
Seit 125 Jahren vermittelt die KG Hatzenport Heiterkeit und Freude
Hatzenport. Seltsam, Karneval bei sommerlichen Temperaturen? Doch nicht etwa der Klimawandel war daran schuld, nein – die Hatzenporter Narren feierten ein großartiges Jubiläum. Vor 125 Jahren gründete sich die Karnevalsgesellschaft Hatzenport und verbreitet bis heute Freude und Heiterkeit, steht seit 1892 für Tradition und Brauchtumspflege. Im kulturellen Dorfleben sind sie ein fester Bestandteil, auch im Landkreis engagieren sie sich.
Nicht nur im Karneval aktiv
Und das nicht nur im Karneval. Der Verein organisiert das jährliche Wein- und Heimatfest mit, war auch der Ideengeber des Festes, das seit 1966 durchgeführt wird. Schon im Gründungsjahr entstand eine Theatergruppe, die der legitime Vorgänger des heutigen Theatervereins Hatzenport ist. Bis heute zeigt die KG ein großes soziales Engagement in ihrem Heimatort. In ihrem Jubiläumsjahr hätten sie gerne ein Karnevalsprinzenpaar gehabt. Doch hier endet die Historie vorläufig, Uwe und Irene Buschbaum waren die letzten, die 2007/2008 den Hatzenporter Karneval begleiteten. 45 närrische Regenten gab es in 125 Jahren. Ihr Engagement würdigte der Verein bei der Jubiläumsfeier, die in der alten Abfüllhalle Pauly-Rath stattfand. Mit dem kölschen Lied „Echte Fründe stonn zosamme“, gespielt vom Duo „Happy Sunshine“ und angeführt von der Garde, zog die KG in den Saal ein. Sie wurden von den zahlreich erschienenen Gästen stürmisch begrüßt. Der erste Vorsitzende Peter Kranz hieß alle willkommen und blickte auf die ehrenamtlichen Aufgaben des Vereins: „Ohne Ehrenamt geht es nicht. Jeder einzelne von uns versucht sein Bestes zu geben, um den Zuschauern Freude zu bereiten.“ Dass es nicht einfach ist in der heutigen Zeit, das weiß Peter Kranz auch. Und ist stolz auf die Vereinsmitglieder/innen die sich miteinander für das heimatliche Brauchtum einsetzen.
Auch Ortsbürgermeister Albrecht Gietzen ist stolz auf diesen Verein: „Er hat geprägt und gestaltet!“ Nach einem liebevoll gestalteten Rückblick wünschte er ihm alles Gute für viele weitere Jahre. Als Geburtstagsgeschenk gab es Bares, 500 Euro aus der Gemeindekasse. Die Moderation des Abends hatte Hans-Peter Schössler übernommen. Er verlas die Namen aller närrischen Regenten, von denen einige anwesend waren und auf der Bühne für ihr Engagement von Peter Kranz mit einer Urkunde geehrt wurden. Dabei hatte dieser für jeden ein paar persönliche Worte des Dankes.
Zahlreiche Ehrungen wurden ausgesprochen
Geehrt wurden Winfried Loch und Christoph Nilges für zehn Jahre im Vorstand, Uwe Buschbaum, Stefan Rothmeier und Jürgen Melchior für 15 Jahre, Paul-Heinz Barz für 18 Jahre und Walter Föhr für seine 65-jährige Mitgliedschaft. Auch der ehrenamtliche Einsatz von Peter Kranz, der seit 32 Jahren im Vorstand tätig ist, wurde gewürdigt. Gerührt bedankte er sich: „Et war immer schön, et iss schön! Schön mit euch zu arbeiten, auf euch ist immer Verlass!“
Was wäre ein närrisches Jubiläum ohne Tanz? Hatzenports karnevalistischer Nachwuchs, die „Blackstars“, die Löfer Tanzgruppe „Black and White“ und die Tanzgarde der Ki & Ka aus Kobern-Gondorf zeigten was sie drauf haben und begeisterten mit ihren Auftritten.
Das Theaterstück „Die Geburt der KG“ begeisterte das Publikum
Ein besonderer Programmpunkt dieses abends war das Theaterstück „Die Geburt der KG“, die in der imaginären Gaststätte des Wirtes Johann Kranz stattfand. Es war in der Weihnachtszeit des Jahres 1892 und an diesen Tag sollten die Hatzenporter noch 125 Jahre später denken. „Lasst uns jetzt en Verein gründe!“ Mitglieder der KG Hatzenport spielten die Protagonisten von damals mit sehr viel Witz, Humor und ein bisschen Ironie. Das Publikum war begeistert. Weitere Gratulationen folgten von den ortsansässigen Vereinen und den zahlreich erschienenen Gastvereinen. Für die Verbandsgemeinde war Ralf Dötsch gekommen und brachte eine finanzielle Danksagung in Höhe von 200 Euro mit. Den Kreis Mayen-Koblenz vertrat Landrat Dr. Alexander Saftig. In seiner Ansprache unterstrich er die Leistung der KG Hatzenport: „Lachen ist gesund. Daher finde ich, wer dafür sorgt, dass sich andere Menschen vergnügen können, wer seine Mitmenschen mit Witz und Humor durch die Karnevalszeit führt, der leistet einen wichtigen Beitrag zur Gesunderhaltung unserer Gesellschaft. Eine solche Leistung verdient Lob und Anerkennung.“ Verschmitzt fügte er hinzu: „Eigentlich könnte der Karneval – richtig dosiert – die rettende Idee für unser Gesundheitssystem sein.“ Mit 250 Euro belohnte er dieses Engagement.
Sie sind ein ideales Paar und stehen seit 20 Jahren als Karl und Paul auf der Bühne. Christoph Streng und Peter Perkert erfreuten auch an diesem Abend die Gäste mit ihrem Thekengespräch, das in der legendären Pinte von Paul Berg seine Geburtsstunde hatte.
Das letzte Wort zum Ende des Festes hatte der erste Vorsitzende Peter Kranz. Jetzt konzentriert sich der Verein auf das kommende Wein- und Heimatfest. „Sie wollten vor 125 Jahren einmal im Jahr anders sein. Diese 125 Jahre haben sich gelohnt. Es ist an bestimmten Tagen des Jahres manches schöner, lustiger, heiterer geworden. Auch Nachdenklicher. Und vielleicht hat es den ein oder anderen gar auf die Idee gebracht, das Leben doch ein wenig anders zu sehen.“ Es sind Worte und Gedanken, nach zu lesen in der Jubiläumsschrift des Vereins, die den Titel hat „Geschichte eines Vereines, der Heiterkeit und Freude vermitteln will.“ EP
