Die Feuerwehr Spay feierte mit rheinischem Frohsinn in Dirndl und Lederhosen
Seit 85 Jahren sind sie im Einsatz für das Leben anderer
Spay. Wenn es darauf ankommt, nehmen sie das Geschehen ernst. Doch die zahlreichen Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Spay haben es auch mit der guten Laune, Zeit zum Feiern gibt es bei vielen Gelegenheiten. Vor zehn Jahren war das 75. Jubiläum der Anlass für eine große Feier in der Schottelhalle, warum nicht dieses zum 85-jährigen Bestehen wiederholen?
Gegründet wurde die Spayer Wehr 1933, ein Zeitpunkt, als sich viele freiwillige Feuerwehren bildeten. Damals mussten die Löschgeräte noch mit Muskelkraft bewegt werden. Heute bewältigen die Floriansjünger ihre Arbeitseinsätze mit einem Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug (HFL) 10 von MAN aus dem Baujahr 2015, der Aufbau ist von der Firma Rosenbauer, der Wassertank hat eine Füllmenge von 1000 Litern, die Ausstattung ist für Brandschutz und technische Hilfe ausgelegt, und bis zu acht Mann Besatzung haben Platz.
Eine starke Mannschaft
Die Mannschaft der Freiwilligen Feuerwehr Spay ist eine der größten im Kreis Mayen-Koblenz. Fünfzehn ehemalige Feuerwehrleute sind in der Altersabteilung, sechsunddreißig Kameraden und Kameradinnen arbeiten aktiv in der Wehr. 24 junge Menschen engagieren sich in der Jugendfeuerwehr, die 1997 in der Verbandsgemeinde Rhens gegründet wurde. Der Freiwilligen Feuerwehr Spay angegliedert ist die Musikkapelle mit 42 Aktiven und 18 Nachwuchsmusikern.
Seit 2005 ist Walter Gräf Wehrführer und Kreisausbilder Boot. Er ist seit 1974 aktiv dabei. Er wird vertreten von Marc Schneider und Christof Lang. In Spay befindet sich die Funk-Einsatz-Zentrale (FEZ) der Verbandsgemeinde Rhein-Mosel. Diese wurde im Januar 2018 im Feuerwehrgerätehaus mit einer Investition von 50.000 Euro fertiggestellt und ist die modernste im Kreis Mayen-Koblenz. Mehr als 100 Einsätze 2017 und dreißig bis Ende Februar 2018 rechtfertigen die Investition. Geleitet wird die FEZ von Jens Nörtershäuser mit der Unterstützung von Kai Knigge.
Originelle Festschrift
Anlässlich der Feier zum 85-jährigen Bestehen fasste die Freiwillige Feuerwehr Spay ihre Arbeit und den Dienst am Menschen in einer Festschrift in Form einer Boulevard-Zeitung zusammen. Ausführlich informierte diese über das Geschehen der vergangenen Jahre. Allen Gästen, die in die Schottelhalle zum Feiern gekommen waren, stand ein Exemplar zur Verfügung. In seiner Eröffnungsrede hieß Wehrführer Walter Gräf zunächst alle Anwesenden willkommen, darunter Vertreter der Verbandsgemeinde, Bürgermeister Peter Heil, die Ortsvereine, Feuerwehren aus der Verbandsgemeinde Rhein-Mosel und aus Osterspay. Gräf dankte allen Unterstützern und Helfern und hob die kreative Festschrift besonders hervor: „Die innovative und moderne Zeitung spiegelt die Freiwillige Feuerwehr Spay wieder!“ Wichtig war es ihm auch zu betonen: „Wir feiern nicht nur eine einzelne Person, sondern Gruppierungen, die sich in den Dienst anderer gestellt haben. Jeder Einzelne hat seinen Teil zum 85-jährigen Bestehen beigetragen.“ Einen herzlichen Glückwunsch der Verbandsgemeinde Rhein-Mosel richtete der erste Beigeordnete Ralf Dötsch in Vertretung von Bürgermeisters Bruno Seibeld aus. Er hatte nicht nur einen Obolus im Gepäck, er überbrachte auch drei Wünsche des Verbandsbürgermeisters: „Alle Einsatzkräfte mögen immer wohlbehalten und gesund zurückkommen. Möge die Jugendarbeit überall so erfolgreich sein wie am Rhein. Für alle eine schöne Geburtstagsfeier.“ Der Anstich eines großen Bierfasses markierte den Beginn des Festes. Mit dieser Aufgabe überraschte der Wehrführer den Beigeordneten Ralf Dötsch. Der Kobern-Gondorfer kommentierte dieses Ansinnen folgendermaßen: „Ich bin gewöhnt, Weinflaschen zu entkorken.“ Doch auch den Fassanstich schaffte er ohne Probleme. Mit Livemusik von den „Schwarzwald Vagabunden“ starteten eine lange Partynacht und das bayrische Fest. Viele waren Gäste zünftig in Lederhosen und Dirndl gekleidet, amüsierten sich und ließen die Seele baumeln. Kraft tanken für den nächsten Einsatz, so die Devise, wenn es wieder heißt: Gott zur Ehr, dem nächsten zur Wehr. EP
Für die musikalische Unterhaltung beim bayrischen Fest sorgten die „Schwarzwald Vagabunden“.
Hoch die Tassen beziehungsweise die Krüge, und das Fest startete in eine lange Partynacht. Fotos: EP
Den Fassanstich übernahm Ralf Dötsch, der bisher nur Weinflaschen entkorkt hatte.
