Vorbild für andere Regionen
„Seiteneinstieg“
Dritter Fortbildungstag für Lehrerinnen und Lehrer neu zugewanderter Kinder und Jugendlicher
Rhein-Sieg-Kreis. 120 Lehrerinnen und Lehrer aus dem Rhein-Sieg-Kreis und dem restlichen Regierungsbezirk Köln haben im Siegburger Kreishaus am dritten Fortbildungstag „Seiteneinstieg“ teilgenommen. Mit der Veranstaltung wurde den neuen Herausforderungen des Unterrichts für zugewanderte Kinder und Jugendliche Rechnung getragen.
„Im Rhein-Sieg-Kreis wurden schon immer zugewanderte Kinder und Jugendliche in die Schulen integriert“, sagte der Landrat des Rhein-Sieg-Kreises Sebastian Schuster in seiner Eröffnungsrede. „Jetzt sind es aber die hohen Zuwanderungszahlen, die uns vor Herausforderungen stellen.“
„Der Schulterschluss zwischen dem Kommunalen Integrationszentrum des Rhein-Sieg-Kreises und der unteren und oberen Schulaufsicht sowie dem Schulamt erleichtert neuzugewanderten Kindern und Jugendlichen den Zugang zum Bildungssystem“, ergänzte der leitende Regierungsschuldirektor der Bezirksregierung Köln Manfred Höhne.
Beim dritten Fortbildungstag „Seiteneinstieg“, der gemeinsam vom Kommunalen Integrationszentrum des Rhein-Sieg-Kreises (KI) und der Bezirksregierung Köln organisiert und durchgeführt wurde, konnten sich die Lehrkräfte über neueste Lehr- und Lernmethoden und -materialien informieren. Zentrale Themen waren neben dem Erwerb der deutschen Sprache auch die Stärkung der sprachlichen Bildung und die Integration. Die 120 Lehrerinnen und Lehrer konnten an Workshops, Vorträgen und Beratungsgesprächen zu diesen Punkten teilnehmen. 15 Ausstellerinnen und Aussteller präsentierten zudem Informationen rund um die Themen Zuwanderung und Integration.
Gegen die Radikalisierung von Jugendlichen
Auf dem „Markt der Möglichkeiten“ präsentierte sich unter anderem auch das Kölner Präventionsprojekt „180°- Wende“. Hier engagieren sich die Mitwirkenden gegen die Radikalisierung von Jugendlichen. Schülerinnen und Schüler des Siegburger Gymnasiums Alleestraße stellten zudem ihr Projekt zum Thema Integration vor. Zusammen mit verschiedensten Künstlerinnen und Künstlern engagieren sie sich für die Integration von zugewanderten Schülerinnen und Schülern. Gemeinsam mit dem „Theater Tollhaus“ an der Studiobühne Siegburg und dem Bonner Videokünstler Axel Largo entwickeln die Kinder und Jugendlichen einzelne Sequenzen zu Fluchtursachen sowie Erfahrungen auf der Flucht und nach ihrer Ankunft in Deutschland.
Die Kombination aus Fachvorträgen, Workshops und Präsentationen beim dritten Fortbildungstag „Seiteneinstieg“ wurde von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern als gelungene Unterstützung für die praktische Arbeit vor Ort bezeichnet.
Im Rhein-Sieg-Kreis gibt es mehr als 110 Sprachfördergruppen in allen Schulformen. Die Schülerinnen und Schüler wechseln nach spätestens zwei Jahren in die Regelklassen. Dort benötigen sie aber weiterhin Förderung in Deutsch, um auch in allen anderen Fächern erfolgreich sein zu können. „Den Lehrkräften kommt hier eine zentrale Bedeutung für das Gelingen von Integration zu“, so Kreisdirektorin Annerose Heinze. „Der Schlüssel zu gelingender Integration junger Menschen basiert auf einer bestmöglichen Bildung.“Pressemitteilung des
Rhein-Sieg-Kreises
V.li. Zubaida Bittar - KI, Antje Dinstühler - Leiterin KI, Kreisdirektorin Annerose Heinze, Dr. Petra Heinrichs - QuisS-Verbundkoordinatorin der Bezirksregierung Köln, der Landrat des Rhein-Sieg-Kreises Sebastian Schuster, Ingrid Weis - Universität Duisburg-Essen, Manfred Höhne - Leitender Regierungsschuldirektorder Bezirksregierung Köln, Gabriele Hufgard - Schulamtsdirektorin, Birgitt Kreitz-Henn - Schulamtsdirektorin.Foto: privat
