Allgemeine Berichte | 17.03.2017

Neuwieder Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfe (Nekis) unterstützt Selbsthilfegruppen

Selbsthilfe steht im Mittelpunkt

Sie diskutierten über die Herausforderungen der Selbsthilfe: (hinten von links) Achim Hallerbach und Eberhard Köhler, (vorn von links) Dr. Ulrich Kettler, Rita Hoffmann-Roth vom Gesundheitsamt, die Ex-Nekis-Leiterin Christa Bergerhausen, Annette Baldus, Sozialdienstleiterin des St. Antonius-Krankenhauses in Waldbreitbach und Jens Arbeiter.privat

Kreis Neuwied. Über drei Millionen Bürgerinnen und Bürger in Deutschland engagieren sich in über 100.000 Selbsthilfegruppen. Auch im Landkreis Neuwied sind 100 Selbsthilfegruppen aktiv, davon rund 50 in der Stadt und weitere 50 im Kreisgebiet Neuwied. Seit vielen Jahren unterstützt die Neuwieder Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfe (Nekis) unter Leitung von Jens Arbeiter die Arbeit dieser Selbsthilfegruppen und Initiativen. Die Arbeit der Nekis in Trägerschaft des Caritasverbandes Rhein-Sieg-Wied wird von der Kreisverwaltung Neuwied, dem Marienhaus-Klinikum St. Antonius Waldbreitbach sowie dem Selbsthilfenetzwerk gemeindenahe Psychiatrie e.V. unterstützt. Im Jahresbericht werden die vielfältigen Aktivitäten der Nekis deutlich: hierzu zählt beispielsweise die Unterstützung bei der Gründung neuer Gruppen, der Beratung in der laufenden Arbeit sowie die Vermittlung von Räumlichkeiten. Regelmäßig werden Treffen mit allen Selbsthilfegruppen vereinbart, um den Informationsaustausch untereinander zu fördern und vielfältige praktische Fragen zu klären. Einmal im Jahr wird auf dem Neuwieder Luisenplatz der Selbsthilfegruppentag veranstaltet. Für den Caritas-Direktor Eberhard Köhler trägt die Arbeit der Nekis entscheidend dazu bei, dass die Selbsthilfegruppen im Landkreis Neuwied allgemein anerkannt sind. Selbsthilfegruppen ergänzen die Arbeit professioneller Dienste in einer Qualität, die nur von Betroffenen für Betroffene geleistet werden kann. Damit tragen sie entscheidend dazu bei, dass die Arbeit unserer gesundheitlichen und sozialen Dienste und Einrichtungen verbessert und menschlich gehalten werden kann. „Dabei gilt es, dass die Unterstützung der Selbsthilfegruppen und Initiativen sich an den neuen gesellschaftlichen Herausforderungen orientiert“, so der 1. Kreisbeigeordnete Achim Hallerbach, zuständig für die gemeindenahe Psychiatrie im Landkreis Neuwied. „Hierfür haben wir im Jahre 2015 einen ersten Selbsthilfe-Workshop organisiert, von dem vielfältige Initiativen ausgegangen sind“. Beispielsweise wurde die Zusammenarbeit mit den Krankenhäusern verbessert. So hat das Marienhaus-Klinikum St. Antonius Waldbreitbach einen ersten Selbsthilfenachmittag für Selbsthilfegruppen und Initiativen rund um das Thema gemeindenahe Psychiatrie organisiert, eine weitere Veranstaltung ist am 23. März geplant. Auch die Öffentlichkeitsarbeit wurde verbessert, regelmäßig erscheinen in der Lokalpresse Artikel über die Arbeit einzelner Gruppen. Schließlich konnte durch öffentliche Filmvorführungen dazu beigetragen werden, Vorurteile gegenüber einzelnen Krankheitsbildern abzubauen. „Zukünftig stellt sich die Frage, wie auch junge Leute über neue Medien für die Arbeit der Selbsthilfe- und Angehörigengruppen interessiert werden können“, so der 1. Kreisbeigeordnete Achim Hallerbach. Diese und weitere wichtige Fragen rund um die Zukunft der Selbsthilfe sollen in einem weiteren Selbsthilfe-Workshop am 8. Juni diskutiert werden.

Sie diskutierten über die Herausforderungen der Selbsthilfe: (hinten von links) Achim Hallerbach und Eberhard Köhler, (vorn von links) Dr. Ulrich Kettler, Rita Hoffmann-Roth vom Gesundheitsamt, die Ex-Nekis-Leiterin Christa Bergerhausen, Annette Baldus, Sozialdienstleiterin des St. Antonius-Krankenhauses in Waldbreitbach und Jens Arbeiter.Foto: privat

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