Wohnen für Hilfe - ein zukunftsträchtiges Projekt auch hier in Koblenz und Umgebung
„Selbstständig bleiben im Alter“
Koblenz. Seit Oktober 2021 wohnt die Studentin Hannah Korb mit im Haus von Christa Hau in Koblenz auf der Karthause. Statt Miete zu zahlen unterstützt sie die 87-Jährige bei verschiedenen Aufgaben im Alltag – „Wohnen für Hilfe“ also. Genau das verspricht das Projekt des Studierendenwerks und der Hochschule Koblenz, über das die beiden zusammengefunden haben.
Im eigenen Haus auch im Alter wohnen bleiben können – das ist ein großer Wunsch von Christa Hau. Sie lebt seit 35 Jahren auf der Karthause und ist seit einer Hüft-OP mehr als bisher auf Unterstützung im Alltag angewiesen. Trotzdem möchte sie so gut es geht selbstständig bleiben. Als ihre Tochter von dem Projekt „Wohnen für Hilfe“ erfährt, ist schnell klar: Das kann genau die richtige Option für ihre Mutter sein. Etwa zur gleichen Zeit ist die jetzige Studentin, Hannah Korb, auf Wohnungssuche in Koblenz, nachdem sie eine Zusage für den Zwei-Fach-Bachelor Soziologie/Psychologie an der Universität erhalten hat. „Wohnen für Hilfe“ kannte sie bereits aus anderen Städten und kontaktiert daher Anne Dommershausen vom gleichnamigen Projekt in Koblenz. Die Projektleiterin vereinbarte ein Kennenlernen zwischen Christa Hau und Hannah Korb: „Wichtig ist mir vor allem ein respekt- und vertrauensvoller Umgang auf beiden Seiten – sowohl die Wohnraumgebenden als auch die Studierenden sollen sich in ihrem (neuen) zu Hause wohlfühlen.“, meint sie. Bei der 87-Jährigen und der Studentin hat das geklappt. Sie schätzen das harmonische Miteinander, das sich schnell eingestellt hat.
Korb unterstützt die Rentnerin vier Stunden pro Woche. Meistens gehen sie dann gemeinsam einkaufen oder auf der Karthause spazieren. Diese Zeiten sind fest eingeplant, sodass beide ihren Tagesrhythmus gestalten können. Das funktioniert für beide Seiten gut. „Hannah ist verlässlich, ich habe mit ihr immer eine Ansprechpartnerin im Alltag und trotzdem sind wir unabhängig voneinander.“, erzählt die 87-Jährige.
Die Studentin hat ein eigenes Zimmer mit eigenem Bad. „Das ist sehr angenehm, da man auch genügend Rückzugsorte hat.“, meint Korb. Die Küche teilen sie sich, kochen in der Regel aber getrennt voneinander. „Durch den Alltag in der Universität und Verabredungen am Nachmittag oder Abend mit FreundInnen wären regelmäßige und gemeinsame Essenszeiten wahrscheinlich eher schwierig zu managen. Dafür freue ich mich umso mehr, wenn ich Christa bei anderen Gelegenheiten unterstützen kann, wie etwa beim Einkaufen im nahegelegenen Supermarkt“, ergänzt die Studentin.
Die Tochter der 87-jährigen Christa Hau kommt meist wöchentlich zu Besuch. Daher entsteht auch ein regelmäßiger Austausch zwischen ihr und der 21-Jährigen. „Vor allem am Anfang hat mir das sehr geholfen, wenn ich manchmal unsicher war, wobei und wie ich genau unterstützen kann“, erzählt Hannah Korb: „So konnte ich mich absprechen, welche Bedürfnisse jede „Partei“ hat. Das hat mir den Einstieg sehr erleichtert.“ Ihre Freizeit verbringt die Studentin gerne mit FreundInnen in der Stadt, bei Spieleabenden in WGs ihres Freundeskreises oder mit Sport, z. B. beim Indiaca oder Taekwondo. Christa Haus Tochter ist froh, dass sie sich an „Wohnen für Hilfe“ gewendet haben. „Meine Mutter hat so tagsüber und auch nachts jemanden im Haus, das ist auch für uns Kinder natürlich entlastend. Mit Hannah hat meine Mutter eine vertrauensvolle Person gewonnen.“, weiß sie zu schätzen.
Weitere Informationen und Kontakt: Studierendenwerk Koblenz, Anne Dommershausen, Projektleiterin „Wohnen für Hilfe“, Hochschule Koblenz, Konrad-Zuse-Straße 1, 56075 Koblenz, Tel. (02 61) 95 28 -9 81, E-Mail: koblenz@wohnen-fuer-hilfe.de, Website: www.wohnen-fuer-hilfe.de. Pressemitteilung
Studierendenwerk Koblenz
