Allgemeine Berichte | 27.11.2017, 15:27 Uhr

MomPreneurs jetzt auch im Kreis Ahrweiler

Selbstständig trotz oder wegen Kind?

Mütter im Netzwerk profitieren von Erfahrungen anderer Mütter

Michael Schneider begrüßte als erster Beigeordneter der Grafschaft die Initiative.
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Grafschaft. Anfang November kamen in den Räumen der P21 bei der Gastgeberin Yvonne Kamm ein rundes Dutzend Frauen zusammen, um sich über das Netzwerk der Mompreneurs zu informieren. Hier tauchten keine übertriebenen Powerfrauen auf, sondern ganz normale Mütter, die ganz normal ihre Arbeit erledigen wollen. Das einzig Besondere ist, dass sie nicht eine kleine Teilzeitbeschäftigung neben ihrer Rolle als Mutter ausüben, sondern selbst Unternehmerinnen sind oder werden wollen. Wie aber ist das unter einen Hut zu bekommen? „Nicht einfach“, gab Yvonne Kamm zu. Aber mit familiärer Unterstützung und einem entsprechenden Netzwerk durchaus zur Zufriedenheit aller machbar. Man müsse die „Balance finden zwischen Forderung und Überforderung“, teilte die junge Designerin ihre Erfahrungen. Sie selbst ist bereits seit 2004 selbstständig und dreifache Mutter eines Dreijährigen, eines Sechsjährigen und einer Achtjährigen. So stand sie vor einigen Jahren selbst vor der Aufgabe, ihre Arbeit und die Kinder unter einen Hut zu bringen. Weil ihre Familie am gleichen Strang zog, funktionierte es. Sie konnte erfolgreich wieder in den Beruf einsteigen und leitet nun eine Agentur für Branding und Design in Grafschaft. Die Geschichte von Yvonne Kamm ist nur eine von vielen Geschichten, die Frauen hierher führen. Hinter einer sehr interessierten Mine steckt eine Frau, die gerade wegen ihrer Kinder die Berufsrückkehr nicht in einem festen Arbeitsverhältnis wagen will. Für sie seien die unflexiblen Arbeitszeiten bei den meisten Arbeitgebern ungeeignet, weil sie sie nicht ihren Bedürfnissen und denen der Kinder anpassen kann. „Die Zeiten im Kindergarten sind ja noch halbwegs kalkulierbar“, berichtete die junge Frau, die ihren Namen nicht in der Presse lesen möchte. „Aber dann kommt die Schule mit Elternsprechtagen, Zeugniskonferenzen und 13 Wochen Ferien!“, erklärte sie. Das funktioniere für die Alleinerziehende nur, wenn sie ihre eigenen Arbeitszeiten möglichst anpassen könne. Zu den eher erfahrenen Frauen gehörte die Veranstalterin selbst, Gabriele Feuerstein. Vor einigen Jahren hat sie die Lernpraxis Feuerstein in Bonn aufgebaut und betreut lernschwache Kinder, Kinder mit Legasthenie, Dyskalkulie und anderen Lernhemmnissen. Nicht nur in ihrer eigenen Biografie, auch in der ihrer Klienten trifft sie auf die verschiedensten Motivationen von Müttern, die sich selbstständig gemacht haben oder dies tun wollen.

Worum geht es bei MomPreneurs

Was aber bietet MomPreneurs für all diese Frauen? „Hier geht es darum, Erfahrungen auszutauschen, Informationen weiterzugeben oder manchmal einfach darum, ein bestimmtes Problem gemeinsam zu besprechen“, erläutert Yvonne Kamm. Hier würden hinter verschlossenen Türen auch mal „die Hosen runtergelassen“ und auch Firmeninterna mit anderen MomPreneurs besprochen, die sonst nicht nach außen gelangen. Nicht selten werden dabei Lösungen gefunden, die es der betreffenden Frau ermöglichen, ihre Tätigkeit weiter zu erhalten oder voranzutreiben. Außerdem bietet das Netzwerk die Möglichkeit, die Reichweite des eigenen Business durch Kooperationen zu erhöhen, Rat und Tat bei akuten Problemen zu erhalten und natürlich die regelmäßigen Treffen der MomPreneurs, bei denen man sich untereinander berät. Mit diesem ersten Treffen oder MeetUp ist der Anfang nun auch für den Kreis Ahrweiler gemacht. Welchen Stellenwert dieser Schritt für den Kreis hat, verdeutlichten der erste Beigeordnete der Grafschaft, Michael Schneider, die Gleichstellungsbeauftragte des Kreises Ahrweiler, Rita Gilles und Wirtschaftsförderer Tino Hackenbruch. Mehr als willkommen sei die Initiative, war zu hören, und man freue sich, dass dieses Engagement die Möglichkeit fördere, Kinder und Familie unter einen Hut zu bekommen. Als man an sie herangetreten sei, sei man „sofort auf offene Ohren gestoßen“, erklärte der Wirtschaftsförderer. Man unterstütze die Frauen gerne, die nicht nur durch ihre Mutterschaft einen Dienst an der Gesellschaft tun, sondern zusätzlich auch als Unternehmerin, erklärte Tino Hackenbruch. Angesichts dieses positiven Starts der MomPreneurs darf man sicher gespannt sein, was die Frauen in der Zukunft nun auch im Kreis Ahrweiler mit vereinten Kräften in Bewegung setzen.

Gabriele Feuerstein erläuterte den Ablauf des ersten Treffens und die Inhalte. -CEW-

Gabriele Feuerstein erläuterte den Ablauf des ersten Treffens und die Inhalte. Fotos: -CEW- Foto: Chris Weber

Michael Schneider begrüßte als erster Beigeordneter der Grafschaft die Initiative. Foto: Chris Weber

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