Sex and Crime? Lieber daheim!
Manchmal verstehe ich die Welt echt nicht. Da regen sich doch gerade alle über Unisex auf. Also Kinder, mal ehrlich! Wir leben im 21. Jahrhundert! Und spätestens seit den 68ern kann doch wirklich jeder und in aller Öffentlichkeit über Sex reden, wie es ihm gefällt und auch darüber, was ihm da gefällt. Also fast jedenfalls.
Und mal unter uns: Mein Unisex war einfach grandios! Meine Güte, was ging das damals ab im Studium auf dem Venusberg. Das war einfach ne tolle Zeit! Aber mittlerweile bin ich ja längst exmatrikuliert und in meinem Alter braucht man das auch nicht mehr so. Knutschen auf den durchgesessenen Sofas im ASTA-Büro, Fummeln nach den Semesterauftaktfeten in der Etagenküche im Studentenwohnheim …. Nee! Und auch das beengte Gefuchtel auf dem Parkplatz vorm Juridicum im viel zu kalten Auto, weil es damals ja noch keine Standheizungen gab. Nee, das habe ich dann heute doch lieber etwas komfortabler zu Hause mit meinen Bandscheibenmatratzen und Oberbetten in Komfortgröße. Aber soll ich Euch was sagen?! Meine Freundin Gisela behauptet ja steif und fest, ich hätte da was falsch verstanden und das ging bei „Unisex“ gar nicht um … wie soll ich mal sagen? … also um universitären Körperkontakt, sondern darum, dass alle das gleiche Geschlecht haben, also „uni sexuell“ sind, gleichgeschlechtlich also.
Das erinnert mich an eine Folge von „Raumschiff Enterprise“. Da waren Scotty, Pille und Co. auch mal auf einem Planeten, wo es weder Männlein noch Weiblein gab, dafür aber sozusagen nur Sächlein. Quasi neutrum, weil „bi“ wäre hier auch nicht korrekt. Also bisexuell meine ich. Das ist ja, wenn man das eine ist, aber mit beiden kann. Aber egal, das würde jetzt auch zu weit führen.
Jedenfalls meint meine Gisela, mit „Unisex“ wäre jetzt gemeint, dass Männer und Frauen die gleichen Versicherungsbeiträge bezahlen müssen und dass da nicht mehr unterschieden wird. Ähnlich wie bei den Klamotten oder Parfums. Da gibt es ja auch Unisex-Style und Unisex-Düfte. Das können dann Männer und Frauen tragen, nicht so herb und nicht so lieblich. Nicht zu feminin und nicht zu burschikos. Genau mittendrin quasi. Also nicht Fisch und nicht Fleisch, wenn Ihr mich fragt. Mann ist doch Mann und Frau ist doch Frau. Guckt Euch doch nur mal an, wie Männer ihre Koffer packen. Rasierer, Nintendo und ein paar Socken und dann kommt die unumstößliche Feststellung: „Schatz, der Koffer ist voll!“ Oder habt Ihr schon mal zugeschaut, wie Frauen eine Gans ausnehmen? Mit geschlossenen Augen und abgespreizten Fingern. Männer dagegen, reiben sich die freudig die Hände, nehmen zur Feier des Tages einen Schluck Whiskey und greifen dann beherzt zu.
Nee! Glaubt mir eins: Männer sind anders. Und Frauen auch. Und das ist gut so!
Habt es gut
Eure Karla
