Großübung der Freiwilligen Feuerwehren aus Altenahr-Kreuzberg, Mayschoß und Dernau
Simulierter Brand im Mayschosser Winzerverein
Verbandsgemeinde-Wehrleiter Frank Linnarz sichtlich zufrieden
Mayschoß. Regelmäßig üben die Freiwilligen Feuerwehren Altenahr-Kreuzberg, Dernau, Mayschoß und Rech gemeinsam den Ernstfall. So auch bei einem simulierten Brand in der Winzergenossenschaft Mayschoß am vergangenen Sonntagmorgen. Angenommen wurde dort ein Brand in den beiden Kellern fünf („Römergewölbe“) und sechs. Aus dem Eingang drangen dichte Rauchschwaden nach außen, erzeugt durch zwei Nebelmaschinen. Die Feuerwehrmänner und -frauen der beteiligten Wehren aus Dernau, Mayschoß und Altenahr-Kreuzberg wussten zwar, dass eine Übung anstand. Ort und Objekt waren ihnen jedoch nicht bekannt. Und gegen 9.10 Uhr ging dann die Brandmeldung an die drei beteiligten Feuerwehren heraus. Im Ernstfall erfolgt diese Alarmierung über die Koblenzer Zentralstelle. Kellermeisterin Astrid Rickert begrüßte die Wehrführer Berthold Ulrich (Mayschoß), Stephan Knieps (Altenahr-Kreuzberg) und Christian Schrading (Dernau) sowie Verbandsgemeinde-Wehrführer und Kreisfeuerwehrinspektor Frank Linnarz und dankte den Feuerwehren für ihren Einsatz.
Einsatz eigenständig koordiniert
Die Wehrführer sowie Linnarz verfolgten Anrücken und Einsätze diesmal nur aus einer Beobachterposition. „Wir können die Realität natürlich nicht zu einhundert Prozent nachstellen,“ machte Berthold Ulrich in einem Pressegespräch vor dieser Feuerwehr-Großübung deutlich. Und Ulrich verwies auch auf die besondere Problematik von Bränden bei größeren Menschenansammlungen, etwa in den Herbstmonaten. „Dies stellt die Feuerwehren dann vor besondere Anforderungen,“ so Berthold Ulrich weiter. Umso wichtiger sei das regelmäßige Zusammenwirken dieser ehrenamtlich agierenden Feuerwehrkräfte. Beim Eintreffen sollten die beteiligten Wehren den Einsatz eigenständig koordinieren und organisieren – diese sollten beim Eintreffen eigene Abschätzungen und Einsatzszenarien (Gefahrenschwerpunkte) treffen. Hierzu gehörte auch die Platzierung der verschiedenen Einsatzfahrzeuge.
Mayschosser Wehr übernahm die Lageerkundung
Dabei kümmerte sich die Wehr aus Mayschoß direkt um Lageerkundung und die sichtbaren „Bandherde“. Da einige dieser Wehrleute bei der Winzergenossenschaft Mayschoß-Altenahr beschäftigt sind, kennen sie die Räumlichkeiten am besten. Neben diesem Bereich wurde jedoch der gesamte Komplex der Mayschosser Winzergenossenschaft sorgfältig nach eventuellen weiteren „Brandherden“ erkundet, insbesondere alle Ein- und Ausgänge. Als Einsatzleiter sorgten bei der Übung Thomas Baltes (Feuerwehr Mayschoß), Pierre Sebastian (Dernau) sowie Martin Marhöfer und Rudolf Schneider (Altenahr-Kreuzberg) um Abstimmung und Koordination der einzelnen Einsätze. Als Gesamt-Einsatzleiter schließlich fungierte Thorsten Gasper (Altenahr).
Kurz nach der Ankunft der Wehren waren bereits die ersten Schläuche für einen simulierten Löschwassereinsatz einsatzbereit, und spezielle Hochleistungslüfter sorgten für das Absaugen des „Brandrauchs“. Gleichzeitig rückten zehn Wehrleute in Atemschutzanzügen in die Keller vor, um Personen zu bergen. Und per Drehleiter wurde eine Person aus der früheren Winzervereins-Gaststätte gerettet. Diese Räumlichkeiten sollen übrigens auch künftig nicht mehr gastronomisch betrieben werden, sondern werden ab April für den Genossenschaftsbetrieb genutzt.
Rund 65 Feuerwehrleute beteiligt
Insgesamt nahmen an der Großübung rund 65 Feuerwehrleute teil. Dabei waren neun Feuerwehrfahrzeuge im Einsatz. Um die gesamten Räumlichkeiten der Winzergenossenschaft Mayschoß kennenzulernen, erfolgte nach der Übung eine Führung aller beteiligten Rettungskräfte durch die verzwickten und verwinkelten Räumlichkeiten. Darunter befinden sich in der ältesten Winzergenossenschaft der Welt auch etliche Weinkeller.
Jeder Feuerwehr-Aktive muss pro Jahr mindestens 40 Übungsstunden absolvieren. Als Fazit lasse sich feststellen, so der Mayschosser Wehrführer Berthold Ulrich, dass das gegebene Übungsszenario „von den an der Übung beteiligten Wehren zu unserer vollsten Zufriedenheit abgearbeitet wurde“. Sowohl die Kommunikation an der Einsatzstelle, die Organisation der Einsatzstelle, als auch der Löscheinsatz mit der Personenrettung seien perfekt durchgeführt worden. Und auch Wehrleiter Frank Linnarz zeigte sich sichtlich zufrieden mit dem Ablauf der Übung. Bei der Einsatznachbesprechung herrschte Einhelligkeit, dass in Zukunft die Zusammenarbeit der Wehren noch weiter vertieft und ausgebaut werden solle.
Für die Dernauer Feuerwehr folgte wenig später bereits wieder ein realistischer Einsatz. Ein vom Sturm entwurzelter Baum war quer auf die Bundesstraße gestützt und hatte diese vollständig blockiert.
Dichter Qualm quillt aus zwei Kellern der Winzergenossenschaft Mayschoß.
Mit der Drehleiter wird eine Person aus der früheren Winzervereins-Gaststätte gerettet.
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