Gäste aus Mabira lernen Inklusion und Osterbräuche kennen
Singen und Spielen sorgen für Spaß
Rhein-Lahn. Ostereier suchen? Für Menschen aus anderen Kulturen ein neues Erlebnis.
Eine Reihe von ganz praktischen Exkursionen stehen auf dem Besuchsprogramm der jungen Menschen aus Mabira in Tansania, die drei Wochen im Rhein-Lahn-Kreis verbringen. So lernten sie am Wochenende nicht nur „Eier ditschen“ kennen, sondern bekamen auch Einblick in die Werkstätten für Menschen mit einer Behinderung der Stiftung Scheuern. Die acht jungen Menschen und zwei Betreuer waren in der Schreinerei und der Orthopädie-Schuhtechnik zu Gast. Gemeinsam mit Beschäftigten und Mitarbeitenden bauten sie Nistkästen, die das Logo der Partnerschaft und der Stiftung Scheuern tragen. Das Team der Schreinerei hatte für die Gäste aus Tansania die Einzelteile der Nistkästen vorbereitet.
Nach einer Besichtigung der Orthopädie-Schuhtechnik wurden die mit dem Einflugloch versehenen Brettchen mithilfe eines Lasers beschriftet. Mit dem Gerät, mit dem sonst Kundendaten auf Maßeinlagen geschrieben werden, schuf man eine einzigartige Erinnerung an den Austausch. Anschließend nagelten und schraubten die jungen Gäste in der Schreinerei die Einzelteile zusammen. Die fertigen Nistkästen sollen im Bereich des Dekanats Nassauer Land aufgehängt werden und machen dank ihrer dauerhaften Beschriftung auf das Partnerschaftsprojekt aufmerksam. „Uns liegt am Herzen, den Gästen aus Mabira gelebte Inklusion vorzustellen; ihnen Beispiele zu geben, wie Menschen mit Behinderung Teilhabe am Berufsleben erfahren und sinnvoll beschäftigt werden können“, sagte Berthold Krebs, Vorsitzender des Arbeitskreises Mabira, während des Besuchs. Dabei wies er auf das MaJua-Projekt für Kinder mit einer Behinderung und das Ausbildungsprojekt Mavec hin, mit denen im Rahmen der Partnerschaft die Lebensbedingungen in Mabitra verbessert werden sollen.
Ansonsten prägten trotz der für tansanische Verhältnisse äußerst kühlen Witterung viel Spaß und Singen die erste Hälfte des Aufenthalts. So wurde eigens für die Osternachtfeier in Klingelbach ein Projektchor mit Einheimischen und den Gästen aus Mabira gebildet, der unter Leitung von Dekanatskantor Martin Samrock um 6 Uhr morgens auftrat. Das Bibelmuseum in Frankfurt war ebenso Ziel wie der Limburger Dom. Interessante Einblicke in die unvorstellbaren Weiten des Universums bescherte eine Führung in der Sternwarte in Trebur. Anstrengend, aber mit herrlichen Ausblicken auf den Rhein war eine Pilgertour auf dem Rheinsteig bei Lorchhausen, an der auch Dekanin Kerstin Janott teilnahm. Tourismus-Pfarrer Urs Michalke hatte eine Andacht vorbereitet und sorgte für christliche Impulse. Grundloses Wandern ist als Freizeitbeschäftigung in Mabira zwar eher ungewöhnlich – schöne Bildmotive konnten dabei aber trotzdem als Erinnerung geschossen werden.
So war das auch am Ostermontag in Miehlen, wo nach einem musikalisch schwungvollen Gottesdienst in der Kirche Gruppe und Gastgeber vor dem Osterbrunnen am Marktplatz fleißig posierten. Ein Highlight: der Besuch in der Heubachmühle in Nastätten, wo in idyllischem Ambiente der Gartenkultur das Wikinger-Kegeln für jede Menge Spaß sorgte. Nebenbei lernten die Afrikaner dort und in den Gastfamilien an den Feiertagen den vergnüglichen deutschen Brauch kennen, Osterhasen zu suchen. Von der freundschaftlichen und warmherzigen Stimmung scheint sich auch das Wetter eine Scheibe abzuschneiden, klettern die Temperaturen fürs letzte Drittel des Aufenthalts doch endlich deutlich nach oben.
Hintergrund: Die Partnerschaft zwischen Dekanat und Mabira besteht seit 45 Jahren. Seit 2013 finden Jugendbegegnungen statt. Dabei besuchen junge Menschen aus Tansania das Nassauer Land und umgekehrt. Der Austausch wird von Mitarbeitenden des Dekanats organisiert. Dazu gehören Beate Schmittel, Referentin für Gesellschaftliche Verantwortung, Andreas Magnusson, Mitarbeiter im gemeindepädagogischen Dienst, und Gemeindepädagogin Saskia Klump.
Vor dem Brunnen in Miehlen. Foto: Stiftung Scheuern/Rosenkranz; Dekanat/Matern, Beeres
Foto: Stiftung Scheuern/Rosenkranz; Dekanat/Matern, Beeres
Foto: Stiftung Scheuern/Rosenkranz; Dekanat/Matern, Beeres
Foto: Stiftung Scheuern/Rosenkranz; Dekanat/Matern, Beeres
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