Allgemeine Berichte | 06.07.2016, 12:30 Uhr

Landstraße sollte entlastet werden

Sinnvolle Fahrtrichtungsänderung mit Gegenwind

Uneinsichtige Kundschaft sorgte für massiven Ärger

Nicht jeder hatte mitbekommen, dass sich etwas geändert hatte.
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Wachtberg-Adendorf. Einen knappen Monat lang hatte der Pächter der Tankstelle in Adendorf, G. Calascibetta versucht, dem regelmäßig entstehenden Verkehrschaos im Hochbetrieb entgegenzuwirken. Oft bildete sich im Feierabendverkehr an der begehrten Tankgelegenheit eine Warteschlange, die auf der Landstraße aus Richtung Meckenheim sogar über den Ortsausgang von Adendorf hinausreichte. Eine einfache Maßnahme hätte das Problem tatsächlich entschärfen können. Deshalb hatte er sich dazu entschlossen, die Fahrtrichtung auf dem Gelände einfach umzudrehen. Auf diese Weise würden die Fahrzeuge auf der Fläche der Tankstelle mehr Platz haben, um auf eine freie Zapfsäule zu warten. Man hätte damit die Landstraße erheblich entlastet. Einbahnstraßenschilder waren schnell montiert, sodass jeder sehen konnte, wie man künftig auf das Gelände auffahren sollte. Der Rückstau auf der Landstraße sollte sich entsprechend den Erwartungen verringern. Leider ist der Mensch aber nun mal ein Gewohnheitstier. Deshalb fuhren viele Autofahrer, wie sie es seit Bestehen der Tankstelle jahrzehntelang getan hatten, in der nun falschen Richtung auf das Gelände. Das Spektrum der Reaktionen war recht breit, wenn man die Fahrer auf ihren Irrtum aufmerksam machte. Anfängliches Unverständnis oder herzliches Lachen über den eigenen Fehler, aber auch äußerst aggressive Töne waren in den Wochen zu beobachten, in denen die Fahrtrichtungsänderung galt. Nach den ersten Wochen hatten viele mitbekommen, dass sich etwas geändert hatte, und hielten sich daran. Die meisten fanden es gut, dass man das Stauproblem so einfach in den Griff bekommen hatte. Es gab aber auch die Uneinsichtigen, die aggressiv wurden und einfach nicht wahrhaben wollten, dass diese simple Maßnahme eine für alle sinnvolle Verkehrsentlastung mit sich brachte. Es wurde gebrüllt, gedroht und beleidigt, sodass man sich fragen musste, ob man tatsächlich in einer zivilisierten Gesellschaft lebt. Nach dem letzten Wochenende überraschte dann ein neues Bild an der Tankstelle: Die Schilder waren nach einer Eskalation und einem Polizeieinsatz verschwunden. Der Pächter hatte gehofft, dass man weitere Streits so vermeiden könnte und hatte die Schilder demontiert. Nun fuhr aber Mancher in Unkenntnis der Geschehnisse oder aus Gewohnheit wieder wie früher auf das Gelände, andere hatten sich an die Änderung schon gewöhnt und kamen ihnen entgegen. Im Normalbetrieb haben so viele Fahrzeuge Platz, dass so etwas eher selten Probleme aufwirft. Weil nun aber niemand genau weiß, wie er nun sinnvollerweise fahren soll, ist im Hochbetrieb erneut ein Verkehrschaos zu befürchten. Aus diesem Grunde überlegt der Pächter, die Schilder wieder zu montieren. Unabhängig davon wird er das Problem noch mit der Mineralölgesellschaft erörtern, um eine Lösung zu finden. Derzeit hoffen alle Beteiligten, dass sich die Gemüter beruhigen und die neue, sinnvolle Verkehrsführung von allen akzeptiert werden wird.

Verwaist ragt neben dem Laternenpfahl der Schildermast in die Luft.

Verwaist ragt neben dem Laternenpfahl der Schildermast in die Luft.

Die Verwirrung ist perfekt: Wie soll es denn nun sein?-CEW-

Die Verwirrung ist perfekt: Wie soll es denn nun sein? Fotos: -CEW-

Nicht jeder hatte mitbekommen, dass sich etwas geändert hatte.

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