Prinzenproklamation im Sinziger Helenensaal

Sinzig ist endlich wieder prinzig

Prinz Jörg I. Märtins und Prinzessin Sentiaca Margarete I. Reimsbach regieren die Sinziger Jecken

20.11.2017 - 11:43

Sinzig. Sinzig ist endlich wieder prinzig. Seine Tollität Prinz Jörg I., „Reichsfreiherr zur Märtinshöh auf Koisdorf zu Käskömpche aus dem Hause Beet und Hoven“, und Ihre Lieblichkeit Prinzessin Sentiaca Margarete I., „Regentin auf Klostergut Helenaberg aus dem Geschlechte der Wandel zu Rigomagus“, regieren in der kommenden Session die Sinziger Jecken. Die neuen Tollitäten wurden am Samstag mit großem närrischen Getöse in der fast ausverkauften traditionsreichen Narrhalla Helenensaal proklamiert. Und es war eine ganz besondere Proklamation unter ganz besonderen Umständen. Denn der Sinziger Karneval steht in diesem Jahr unter dem Motto: „Einmol Prenz on Prenzessin senn, en Senzech am Rheng“. Dies konnte man bei den Närrischen Buben wählen, weil bereits seit dem Frühjahr das neue Prinzenpaar feststand. Wie Vorsitzender Volker Thormann in seiner Gratulationsrede zugab, sorgte dies für ein sehr entspanntes Frühjahr und einen sehr entspannten Sommer bei den Buben, die in der vergangenen Session ja auch ihr 50-jähriges Bestehen feierten.

Und so wurde bei den eher traditionell eingestellten Karnevalisten im Laufe der Zeit durchaus eifrig diskutiert, warum es in den beiden vergangenen Jahren nicht gelungen war, einen staatsen Kääl als Prinz zu gewinnen und die närrische Regentschaft sozusagen von Solo-Sentiacas ausgeübt wurde. Obwohl die Herrschaft von Andrea II. als Sentiaca mit ihrem ausschließlich weiblichen Hofstaat, der in Sinziger Narrenkreisen nur liebevoll „jeckes Zickengeschwader“ genannt wurde., war die Session sehr erfolgreich. Für sie und ihre Mädels galt es dann auch mit einem Tränchen in den Augenwinkeln und viel Wehmut Abschied zu nehmen. Des einen Freud ist des anderen Leid, wie Prinzessin Sentiaca Margarete I. in ihrer Begrüßungsansprache an das jecke Volk einräumte. Ihr sei es besonders schwergefallen, seit dem Frühjahr das Geheimnis zu wahren und nicht darüber reden zu dürfen, gab sie zu. Prinz Jörg I, ein wirklich staatse Kääl mit Prinzengardemaß hatte ebenfalls nachgedacht und freute sich darüber, seit Langem wieder als en echte Prenz op de Bühn zo senn. Der neue Prinz arbeitet beim Hagebaumarkt und in der Freizeit schlägt sein Herz blau-gold, denn er ist Geschäftsführer der „Närrischen Buben“. Zum Jubiläum hatte es aus Anlass des 50-jährigen Bestehens noch am Nachmittag einen Ehrenbaum bei der Baumpflanzaktion im Sinziger Generationenwald auf dem Mühlenberg gegeben. Vor allen Dingen die Älteren im Saal erinnerten sich aber noch an die Anfänge der Buben im Jahr 1967. Denn damals sorgten nicht honorige Sinziger Bürger, sondern sieben junge Buben für die Wiederbelebung des Sinziger Karnevals. Denn die Vorgängergesellschaft KaGeSi hatte im Jahr 1963 das Zeitliche gesegnet. Und die jungen Kerle wollten deren Traditionen pflegen, ebenso wie ihren eigenen Karneval auf die Beine stellen. Dazu bedurfte es im eher wertkonservativen Sinzig vieler Anstrengungen, um sich die ersten Sporen zu verdienen und auch anerkannt zu werden. Heute sind die „Närrischen Buben“ mit ihren hunderten von Aktiven aus dem gesellschaftlichen und karnevalistischen Leben der Stadt natürlich nicht mehr wegzudenken.

In der Narrhalla Helenensaal hatte Sitzungspräsident Hans-Peter Floter ein fulminantes Programm zusammengestellt.

Als Eisbrecher in der Bütt sorgte mit großem Erfolg Werner Blasweiler als „Doktor von Mayen“ für Begeisterung bei den Jecken im Saal. Ein Knaller in diesem Jahr waren auch wieder „Willi und Ernst“, Markus Kirschbaum und Dirk Zimmer, die zwei Rentner aus Köln-Süüüüd. Die „drei Breiköpp“ aus Wehr, Büttenstratege Kurt Gerhards mit seinen Töchtern Vera und Pia, wussten wieder so manches aus dem „Nähkästchen“ zu erzählen und eine so bekannte und routinierte Karnevalsgröße wie Gerd Rück aus Köln als „En Weltenbummler“ versteht es auch zu später Stunde noch, das Publikum mitzureißen.

Auch die Abteilung Tanz hatte einiges zu bieten: die Kadettengarde und die Damengarde der Stadtsoldaten mit ihren neuen Gardetänzen. Eine ganz besondere Elvis-Nummer präsentierte das Männerballett „De Senzije Bühnebützer. Aber auch die Westumer Tanzgruppe Meninas mit ihrem Gardetanz und die Showtanzgruppe der Heddesdorfer Husaren überzeugten. Natürlich wieder sehr erfolgreich war die Showtanzgruppe der „Närrischen Buben“ mit ihrer Tanzdarbietung aus der Jubiläumssession, dem „Buuredanz“! In der Abteilung „Dicke-Backen-Musik“ gab es den traditionellen Auftritt des Musikzuges der Prinzengarde Andernach. Zum Sitzungshöhepunkt wurde es da etwas rockiger.

Die Band die „Schlappkappe“ wurde frenetisch gefeiert. Die jungen Musiker aus Hünge (Hönningen an der Ahr) legten einen ebenso fetzigen wie begeistert aufgenommenen und sehr bemerkenswert flotten Auftritt auf die Bühne. Bei der Proklamationssitzung wurde ein Karnevalsprogramm vom Feinsten geboten.

Doch auch viele närrische Gäste hatten sich zur Sitzung eingefunden, die zur Eröffnung von Hans-Peter Floter begrüßt wurden, zum Beispiel der „designierte Sinziger Pensionär“ Bürgermeister Wolfgang Kroeger, Ortsvorsteher Gunter Windheuser, die Senatoren der Gesellschaft, die Sinziger „Stadtmauremöhne“, die KG Rot-Weiß Westum, die KG Blau-Weiß-Rievkooche Bad Bodendorf, die Bodendorfer Möhne, aus unserer Nachbarstadt „Bad Windheim“ die KG „Mir losse os net bang maache“ mit den Tollitäten Prinz Michael I. und Prinzessin Silke I., die KG „Bunte Kuh“ Walporzheim mit Prinz David I. Ganz besondere Willkommensgrüße gingen an das Sinziger Tollitätenpaar vor 25 Jahren, 1993, Hans-Peter II. (Knops) und Prinzessin Kerstin I. (Horey) mit ihrem Hofstaat. Zum ersten Mal bei den „Närrischen Buben“ zu Gast, der neu gewählte Bürgermeister (noch in Lauerstellung) Andreas Geron mit Gattin.

Mit dem neuen Herrscherpaar können die „Närrischen Buben“ in ihrer Jubiläumssession das karnevalistische Geschehen wohl locker und ganz jeck angehen. BL

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juergen mueller:
Warum immer so kompliziert - 30 Grad Differenz - wen interessiert`s. Steingärten sind optisch monoton und ökologisch = 0. Die NACHTEILE - Teuer in Anschaffung und Pflege, Insekten,Vögel u.andere Gartentiere finden weder Nahrung noch Lebensraum, Schnell unansehnlich durch Algen und Pflanzenaufwuchs, Regelmäßiges Reinigen nötig - Einsatz von Laubbläsern, Hochdruckreiniger kostet Energie und schädigt Kleinlebewesen, Einsatz von Pestiziden tötet Lebewesen, Schotter heizt sich im Sommer auf, Feinstaub wird nicht gefiltert, Staubbelastung steigt, Lärm wird verstärkt, Boden wird verdichtet u.zerstört, später aufwendige Renaturierung nötig, Wasser kann gar nicht oder nur schwer versickern. Das muss reichen, um dagegen zu sein, oder?
juergen mueller:
Was für Träumereien - ein Neubau, etwas was der ein oder andere in diesem Leben eh nicht mehr erleben wird, Hauptsache,darüber geredet - wie lange schon?. Und die Frage ist - WOFÜR? Vor Jahrzehnten ABENDSPORTFEST ... ade FUSSBALL ... ade Also - WOFÜR eine neue Tribüne, Herr NAUMANN?
juergen mueller:
Seit wann setzen vor allem CDU und SPD auf Transparenz?Dieses Wort gibt es nicht in deren Wortschatz.Die leben ihre undurchsichtige Politik nach wie vor nach dem Motto aus:"Bürger*innen dürfen zwar alles essen, aber nicht alles wissen".Politik lässt sich nicht in die Karten schauen.Da wird vertuscht,getäuscht,gelogen und verarscht und das auf einem sprachlichen und gestikreichen absolut unterem Niveau - man schaue sich auf FACEBOOK den Senf der SPD-Fraktion einmal näher an.Ein Herr Biebricher/CDU zerreißt sich das Maul immer nur dann,wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist - inhaltlos,verständnislos,absolut desorientiert,uninformiert,selbstgefällig,von seiner eigenen unwichtigen Wichtigkeit überzeugt,das Bild eines Möchtegern-Politikers,der seine Abwahl als Landtagsabgeordneter immer noch nicht verkraftet hat,weil ihm vom Wähler aufgezeigt wurde,dass es dafür dann doch nicht reicht - die SPD mit eingeschlossen. BÜRGERBETEILIGUNG - BÜRGERNÄHE = eine verlogene POLITIK.
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