Feuerwehrfest mit Drehorgel-Musik in Linz am Rhein
Sirenenheulen beim Verkauf eines Biermeters oder wer die Katze vom Dach holt
Glück mit dem Wetter ließ Linzer und Touristen zu Christi Himmelfahrt in die Stadt strömen
Linz. „Immer, wenn ein Meter Bier verkauft ist, erklingt die alte Handkurbelsirene“, beruhigte der stellvertretende Wehrführer, Martin Wengert, die erschrockene Touristin beim Aufheulen der lauten Sirene. Lachen statt Alarm und ein kräftiges „Prost“ folgten. Die Feuerwehr Linz hatte Christi Himmelfahrt zum „Tag der offenen Tür“ auf den Linzer Marktplatz eingeladen. Da sah man Feuerwehrmänner in Kochschürze grillen und Kaltgetränke zapfen, aber auch demonstrieren, wie ihre hochtechnisierten Fahrzeuge funktionieren. „Wir müssen doch immer für alles da sein“, lachte Wengert.
Besonders interessant war der TLK 32, genannt nach dem Teleskopgelenkmast, der 32 Meter in die Höhe fahren kann. „Damit wollen wir Menschen bei Gefahr aus hohen Stockwerken retten“, erklärte Wengert. „Neulich haben wir damit eine Katze vo einem etwa zwölf Meter hohen Dach geholt“, erinnerte er sich. Hochinteressant war auch das HLF 22, das Hilfslöschfahrzeug oder auch die „eierlegende Wollmilchsau“, wie Wengert aufklärte. „Da ist einfach alles drauf, ob Chemie, Brandhilfe, technische Unfallhilfe, Schutzausrüstung wie PA-Geräte (Pressluftatmer) und so viel mehr.“
Die Werbegemeinschaft Linz hatte für ein Kinderkarussell gesorgt und immer wieder erklangen die Drehorgeln aus verschiedensten Richtungen. Denn das „Internationale Drehorgelfestival“ konnte wieder stattfinden.
Seit über 30 Jahren lässt Linz an Christi Himmelfahrt sowie dem darauffolgenden Wochenende eine langjährige Tradition wieder aufleben. Über 70 Drehorgler waren an praktisch allen Ecken in der historischen Altstadt mit ihren nostalgischen Instrumenten zu hören. Der Charme der liebevoll gepflegten, historischen Altstadt passt dabei optimal zum Drehorgelfestival, welches jährlich hunderte von Gästen aus Nah und Fern begeistert. „Nach dieser Zeit kommen wir immer ganz anders zurück.“, schwärmte die Drehorgelspielerin Elisabeth Rieger aus Bodenmais/Drachzelsried im Bayrischen Wald begeistert. „Wir treffen in vier Tagen so viele alte Kumpel, das ist eine wunderbare Gemeinschaft. Dafür ist uns kein Weg zu weit“, so Rieger weiter, die auch nach Ungarn, Wien oder Berlin mit ihrer Drehorgel reist. Hans Dieter Schottmann vertritt eher Holland und den Norden Deutschlands, doch aus den gleichen Gründen reist er an: „Die Gemeinschaft verbindet!“
Und diese Freude spürten die zahlreichen Besucher, die fürs Festival nach Linz reisten: „So was sieht man nun mal nicht alle Tage“, freute sich Peter Hommen aus Bochum, der für die Vielfalt an gleichen Instrumenten nach Linz gereist war. Dass er zusätzlich ein frisch gezapftes Bier von der Feuerwehr bekam, rundete (nicht nur) für Hommen das Fest perfekt ab.
Musikalische Untermalung kam durch das Drehorgelfest, bei dem hier fünf von 70 Drehorglern zu sehen sind: v.li. Hans Dieter Schottmann aus Meerbusch, Elisabeth Rieger aus dem Bayrischen Wald, Raimund aus Mühldorf am Inn sowie Gisela Bauer und Josef Kopfmüller aus Bad Füssing.
Martin Wengert, Stellvertretender Wehrführer der Feuerwehr Linz, zeigt die vielen Ausrüstungsgegenstände des HLF 22.
Großer Andrang herrschte beim Feuerwehr- und Drehorgelfest zu Christi Himmelfahrt in Linz am Rhein.
