Allgemeine Berichte | 25.10.2019

NaturFreunde Kettig besichtigten die Gedenkstätte KZ Osthofen.

„So etwas darf nie wieder passieren“

Die NaturFreunde aus Kettig und Hochstadt bei der Besichtigung der Gedenkstätte KZ Osthofen. Foto: privat

Osthofen. Gemeinsam mit den Südpfälzer NaturFreunden aus Hochstadt besichtigten die NaturFreunde Kettig die Gedenkstätte KZ Osthofen. Die Besuchergruppe wurde von der Studentin Christine Fischer herzlich empfangen und zuerst in einen Raum geführt, wo die 25-jährige einiges zur Vorgeschichte des KZ Osthofen und der Nazidiktatur sagte, was sie an anschaulichen Bild material gut den sehr Interessierten Zuhören nahe bringen konnte.

Die stillgelegte Papierfabrik wurde Anfang März 1933 zum Konzentrationslager ausgebaut und inhaftierte dort insgesamt knapp 3000 Häftlinge. Diese waren meist politische Gegner, aber auch Juden oder Sinti und Roma.

Frau Fischer konnte anhand von Berichten von Überlebenden ergreifende Geschichten erzählen, die sich in dem Lager zugetragen haben.

Die Haftdauer pro Häftling lag zwischen vier und sechs Wochen auf dem recht kleinen Gelände mit einer großen Fabrik Halle, wo ungefähr zw. 250 bei 300 Menschen auf dünn bedeckten Strohboden und zugigen Fenstern schlafen und essen mussten.

Die Häftlinge mussten sich selber verpflegen , was bei dünner Suppe und etwas Brot sehr schwierig war. Alle Menschen dort litten unter teils schweren Misshandlungen, Demütigungen, Krankheiten, harter Arbeit und schlechten hygienischen Verhältnissen.

Trotzdem gab es keine Todesfälle. Wenn diese abzusehen waren, wurde die Person vorher entlassen um den „guten Ruf“ des Lagers aus der Sicht der Nazis nicht zu gefährden. Auch einige wenige Fluchten gab es, wie Frau Fischer berichtete. Die Häftlinge mussten viel unnütze und demütigende Arbeiten verrichten zum Beispiel mit den Händen oder dem Essgeschirr die Grube, die als Toilette diente, sauber zumachen.

Im Juli 1934 wurde das KZ Osthofen aufgelöst und die restlichen Insassen auf andere Konzentrationslager verteilt. Später siedelte sich eine Möbelfabrik dort an, bis nach der Pleite in den 90er Jahren das Land Rheinland Pfalz das Anwesen kaufte.

Am Schluss der Führung gab es noch die Möglichkeit, die anschauliche Dauerausstellung anzusehen, was die Naturfreunde gerne nutzen.

Der Vorsitzende der Kettiger Naturfreunde Oliver Hartmann bedankte sich bei Frau Fischer für die äußerst interessante Führung und bei den Hochstädter Naturfreunden für ihre Teilnahme. Er verwies darauf, wie wichtig es gerade heute wieder sei, immer wieder daran zu erinnern, was die Nazis angerichtet haben und dass es als Mahnung verstanden werden muss, dass so etwas nie wieder passieren darf.

Die NaturFreunde aus Kettig und Hochstadt bei der Besichtigung der Gedenkstätte KZ Osthofen. Foto: privat

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