Allgemeine Berichte | 09.02.2021

Baumfällungen im gesamten Gebiet der Gemeinde Wachtberg

So viel Biomasse wie möglich erhalten

Einzelne Bäume in verschiedenen Ortsteilen, Pappelreihe an Gut Haus Holzem

Wachtberg. Noch bis Ende Februar werden im gesamten Wachtberger Gemeindegebiet diverse Baumfällungen durchgeführt. Betroffen sind einzig Bäume, die eine massive Verkehrsgefährdung darstellen, weil sie bereits abgestorben oder absterbend sind.

Verteilt über alle Ortsteile

Von den rund 10.000 Bäumen, die der Verkehrssicherungspflicht der Gemeinde Wachtberg unterliegen, sind circa 100 Bäume ermittelt worden, verteilt über alle Wachtberger Ortsteile und mit unterschiedlicher Priorität, die sukzessive, leider, gefällt werden müssen. Einige werden ggfls. noch bis in den Spätherbst stehen bleiben können, vorausgesetzt die Verkehrssicherheit kann bis dahin in vertretbarer Weise aufrechterhalten werden, andere waren bereits zurückgestellt, was die Dringlichkeit einer Fällung nun wiederum erhöht.

Nach vorliegender Beurteilung eines Baumsachverständigen sind aktuell rund 70 Bäume in einem derart verkehrsgefährdenden Zustand, dass sie schnellstmöglich gefällt werden müssen. Ein Aufschub ist nicht mehr möglich. Aufgrund der am 01. März beginnenden Schonzeit sind die Maßnahmen bereits angelaufen, größtenteils werden sie vom Bauhof der Gemeinde Wachtberg selbst durchgeführt.

Hierzu ist anzumerken, dass sich oftmals für den Laien nicht auf den ersten Blick, d.h. von außen erkennen lässt, wie stark ein Baum tatsächlich geschädigt ist. Alleine anhand der Schäden aufgrund der sich verändernden klimatischen Bedingungen ist das gänzliche Absterben mancher Bäume schon jetzt absehbar, soweit die Einschätzung des Sachverständigen. Um die Verkehrssicherheit auch weiterhin zu gewährleisten sowie aus Haftungsgründen stützt die Gemeindeverwaltung Baumfällungen auf fundierte Expertisen. Auch wenn so manche Fällung schmerzt, geht die Sicherheit von Gesundheit und Leben immer vor. Gleichwohl bleibt es Ziel, so viel Biomasse wie möglich zu erhalten und gefällte Bäume in Überkompensation zu ersetzen. Beigeordneter Swen Christian: „So werden zum Beispiel auf der Mehlemer Straße in Niederbachem zwei gefällte Bäume durch 18 neue ersetzt.“

Pappelreihe an Gut Haus Holzem

Die Gemeinde Wachtberg beabsichtigt, eine der wichtigsten Lücken im Wachtberger Radwegenetz zwischen dem Ortsausgang Berkum und dem Gut Haus Holzem zu schließen. Dieser Abschnitt ist Teil der überregionalen Radwegroute 2, die von Bonn über Wachtberg bis in den Kreis Ahrweiler führt. Nachdem gegenüber dem Landesbetrieb Straßen NRW mehrere Jahre vergeblich daraufhin gewirkt wurde, einen straßenbegleitenden Radweg zwischen Berkum und Adendorf zu bauen, hat die Gemeinde Wachtberg unter Mitwirkung des ADFC seit 2018 eine Alternative entwickelt, die gemeindliche Wirtschaftswege nutzt, um das westliche Gemeindegebiet sicher mit dem Rad erreichen zu können. Zentrales Element dieser Route ist der vorgenannte Lückenschluss im Bereich des Gutes Haus Holzem. Angrenzend an den Wirtschaftsweg hinter dem Gut befindet sich eine alte und in einem schlechten Zustand befindliche Pappelreihe. Um den Zustand der Pappeln im Rahmen der Erstellung der landschaftspflegerischen Begleitplanung eingehender beurteilen zu können, wurde der Bestand vollständig kontrolliert und der Bewertung eines Baumsachverständigen unterzogen. Das Ergebnis ist eine überwiegend mangelhafte Gesamtbewertung aller Pappeln. Es konnten absterbende Kronen- und Kronenteile, starke Schäden am Holzkörper und massives Totholz in der Krone festgestellt werden. Zudem wird die Lebenserwartung der Bäume aufgrund ihres schlechten Allgemeinzustandes als gering bewertet. Darüber hinaus würde infolge des Radwegebaus in den für Bäume statisch wichtigen Wurzelraum eingegriffen, womit zusätzliche erhebliche Schädigungspotentiale einhergehen. Dies würde den Erhaltungsaufwand der bereits stark vorgeschädigten Bäume erheblich erhöhen. Auch ohne den geplanten Radwegbau stellte die Pappelreihe jedoch zuletzt eine massive Verkehrsgefahr für den Betrieb des Gutshofes und den angrenzenden Wirtschaftsweg dar. Der Gutachter empfiehlt daher die vollständige Entfernung der Pappeln und die Neuanlage einer zweireihigen Baumreihe mit standortgerechten einheimischen Bäumen. Diesem Vorgehen ist das Amt für Umwelt- und Naturschutz beim Rhein-Sieg-Kreis vollumfänglich gefolgt. Das Regionalforstamt, das zuständig für die Genehmigung der Fällungen ist, hat seine Zustimmung ebenfalls erteilt. Das Artenvorkommen wurde vollumfänglich kartiert und bewertet und wird im Rahmen einer ökologischen Baubegleitung überwacht. So ist sichergestellt, dass keine Beeinträchtigungen erfolgen. Die Fällung der Pappeln soll im Laufe der nächsten Woche (KW 06) erfolgen.

Obwohl die Fällung der Pappeln kein Eingriff nach dem Bundesnaturschutzgesetz darstellt, beabsichtigt die Gemeinde Wachtberg, umfangreichen Wiederaufbau zu leisten. „Die Pappelreihe hat viele Jahre das Landschaftsbild um Gut Haus Holzem geprägt“, sagt Beigeordneter Swen Christian. Ihm, wie sicherlich ebenso vielen Wachtberger Bürgerinnen und Bürgern, schmerze dieser jetzt notwendige Einschnitt. Aber die geplanten Neuanpflanzungen, die sich an den mit dem Amt für Umwelt- und Naturschutz abgestimmten Fachbeitrag orientieren, werden mit einer gemischten Reihe aus verschiedenen heimischen Arten den Vorteil haben, wesentlich weniger anfällig für Schädlingsbefall zu sein. „Damit schaffen wir“, davon ist Christian wie auch alle Beteiligten überzeugt, „an dieser Stelle ein zwar optisch neues Bild, aber dafür einen ökologisch sicheren Baumstreifen, an dem sich auch noch unsere Kindeskinder erfreuen werden.“

Pressemitteilung

Gemeinde Wachtberg

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