Allgemeine Berichte | 16.01.2017

Drittes Infotreffen im Haus Sankt Peter

Solidarische Landwirtschaft steht kurz vor der Vereinsgründung

Die Initiative Solidarische Landwirtschaft hatte zu einem Informationstreffen im Pfarrheim St. Peter eingeladen.RÜ

Sinzig. Die Initiative Solidarische Landwirtschaft (Solawi) steht kurz davor, sich als Verein zu etablieren. Bei der dritten Infoveranstaltung im Sinziger Pfarrheim St. Peter waren jüngst wieder viele Neulinge mit dabei, die sich erstmals über die Struktur des Verbundes ein Bild machen wollten. Darunter auch einige Landwirte.

Dass regionale Landwirte die umliegende Bevölkerung mit ihren Erzeugnissen versorgen, ist lange her. Zu groß ist der industrielle Druck. Regionale und saisonale Produkte, die bestenfalls noch biologisch und unabhängig von der Landwirtschafts-Industrie hergestellt werden, stehen aktuell allerdings hoch im Kurs. Mit im Boot ist Landwirt Andreas Nuppeney aus Wehr. Er hat Agrarwirtschaft studiert und beackert seine rund 60 Hektar in Wehr gemeinsam mit seinem Vater Arnd bislang konventionell im Nebenerwerb. Schritt für Schritt soll die Produktpalette ausgeweitet werden. Allerdings ist die Wunschliste laut einer Umfrage unter den Interessenten schon recht üppig ausgefallen. Über 30 verschiedene Gemüsesorten soll Nuppeney für seine Verbraucher, die er dann auch persönlich kennt, anbauen.

Dass dieses Konzept von Landwirt und direkten Kunden bestens funktioniert, hat sich - laut Initiator Josef Decker aus Bad Bodendorf - nicht nur bei den Solawistas in Bonn und Stopperich auf der anderen Rheinseite gezeigt. In der Bonner Solawi, die auf rund 150 Teilnehmer begrenzt ist, zahlt eine Familie für einen ganzen Ernteanteil des unter Vertrag genommenen Hennefer Landwirts laut Decker circa 120 Euro im Monat.

Zusage diverser Produzenten

An Rhein und Ahr haben bereits diverse Produzenten - etwa von Biofleisch, Milchprodukten, Honig oder Obstsäften - ihre Mitgliedschaft bei der Solidarischen Landwirtschaft zugesagt. Eine Vollversorgung ist also nicht in allzu weiter Ferne.

Gründungsversammlung

Simon Keelan erklärte, wie es nun weiter geht. Für die Teilnahme an der Gründungsversammlung müssen sich die Interessenten verbindlich bis zum 5. Februar auf der Internetseite der Solawi Rhein-Ahr eintragen. Dies bedeutet jedoch nicht, dass sie damit gleichzeitig ihre Mitgliedschaft bekunden. Nach der Gründung und Verabschiedung der Satzung, die in Anlehnung an diejenige der Bonner Solawi bereits erstellt wurde, wird es ein sogenanntes Bieterverfahren geben. Hierbei legen die einzelnen Mitglieder fest, wie viel sie zu zahlen bereit sind. Es können auch halbe oder weniger Ernteanteile bestellt werden. Viele Interessenten sind Familien. „Es besteht aber auch die Möglichkeit für Einzelpersonen, sich Anteile zu teilen“, betonte Josef Decker. Für das Bieterverfahren sollten sich die Interessenten Zeit mitbringen.

Die Internetseite zur Anmeldung für die Gründerversammlung findet sich unter www.solawi-rhein-ahr.de.

BL

Die Initiative Solidarische Landwirtschaft hatte zu einem Informationstreffen im Pfarrheim St. Peter eingeladen. Foto:

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