Am 6. Oktober um 17 Uhr in der Citykirche Koblenz
Solwodi gibt Tiramisu-Preisträger bekannt
Koblenz. Die in Koblenz ansässige Frauenrechtsorganisation Solwodi hat in diesem Jahr erstmals den „Tiramisu-Preis“ ausgeschrieben für besonderes Engagement in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, die über herausfordernde Verhaltensmuster verfügen und aus dem gesellschaftlichen Kontext herauszufallen drohen. Der Preis ist mit 2.500 Euro dotiert.
Jetzt steht es fest: Preisträger 2022 ist das Projekt Multisystemische Therapie (MST - Services) Mainz des Heilpädagogium Schillerhain, eine Einrichtung der Evangelischen Heimstiftung Pfalz. Das Projekt richtet sich an Familien mit sozial auffälligen Jugendlichen im Alter von 12 bis 17 Jahren. Besonders überzeugt hat die Jury der innovative Ansatz, das Umfeld der Jugendlichen multisystemisch zu betrachten und vor allem die Eltern in den Blick zu nehmen.
In der Regel sind die Jugendlichen durch aggressives Verhalten, Drogenkonsum, delinquentes Verhalten oder Schulverweigerung in Gefahr, aus ihrer Familie herausgenommen, psychiatrisch untergebracht oder inhaftiert zu werden. Die MST-Beraterinnen und Berater begleiten die Familien, analysieren die Situation und das Verhalten des familiären Umfelds. Gemeinsam werden Maßnahmen und Verhaltensänderungen festgelegt, vor allem mit dem Ziel, die Bezugspersonen in ihrer Erziehungskompetenz langfristig zu stärken. Im Ergebnis kommt es zu einem Rückgang problematischer Verhaltensweisen bei den Jugendlichen und einer Steigerung ihrer Sozialkompetenz. Die Jugendlichen gehen regelmäßiger zur Schule, bleiben straffrei und können in ihren Familien verbleiben.
Der Preis wird am 6. Oktober um 17 Uhr in der Citykirche Koblenz durch die Bürgermeisterin der Stadt Koblenz, Ulrike Mohrs, verliehen. Die Preisverleihung ist öffentlich und Interessierte sind willkommen. Es wird jedoch um eine formlose Anmeldung an tiramisu@solwodi.de gebeten.
Der ungewöhnliche Name des Preises erklärt sich daher, dass Tiramisu im Italienischen wörtlich „Zieh mich hoch!“ bedeutet. Außerdem soll das beliebte Dessert durch seine gehaltvollen Zutaten Kraft und Energie verleihen. Der Name steht demnach als Sinnbild für die Arbeit mit herausfordernden Kindern und Jugendlichen, die mit dem Preis gewürdigt werden soll.
Das Preisgeld wird durch eine zweckgebundene Spende ermöglicht und soll in Zukunft jährlich vergeben werden. „Solwodi arbeitet auch mit Jugendlichen, die Not und Gewalt erfahren haben, und bietet an zwei Standorten eine sichere und anonyme Unterbringung für Mädchen und junge Frauen“, so Dr. Maria Decker, 1. Vorsitzende der Frauenrechtsorganisation. Diese Jugendlichen sind häufig Betroffene von Menschenhandel, manche sind von Zwangsheirat oder sogenannter Ehrgewalt bedroht. Viele sind schwer traumatisiert und benötigen eine intensive Betreuung, um das Erlebte zu verarbeiten. Darüber hinaus haben viele Solwodi Klientinnen Kinder, welche die Gewalt an ihren Müttern miterlebt oder selbst davon betroffen waren. Diese Kinder entwickeln oft diffuse Ängste und Bindungsstörungen oder zeigen andere Verhaltensauffälligkeiten. Daher ist die Arbeit mit herausfordernden Kindern und Jugendlichen der Frauenrechtsorganisation durchaus vertraut.
Pressemitteilung
Solwodi Koblenz
