Allgemeine Berichte | 15.07.2016

Marie Jo Gaudry-Pankowski stellt ihre Werke im Café „Badepause“ des Bad Bodendorfer Schwimmbads aus

„Sommer, Sonne, Wasser, Schwimmer“

Die Ausstellung ist bis 30. September täglich zu sehen - Workshop am 7. August für Kinder ab sechs Jahren

„Sommer, Sonne, Wasser, Schwimmer“

Bad Bodendorf. Doppelte Freuden sind derzeit im Bad Bodendorfer Schwimmbad angesagt. Ins idyllisch gelegene Bad sind kürzlich auch die Arbeiten von Marie Jo Gaudry-Pankowski eingezogen. Genauer gesagt, ins dazu gehörige Café „Badepause“. Dort hängen sie an den Wänden und zieren eine Vitrine: Bilder und Plastiken von badenden Frauen, die mit allen Sinnen Wasserfreuden genießen. Seit über 30 Jahren lebt Gaudry-Pankowski mit ihrem Mann, dem Metallbildhauer Friedhelm Pankowski, in Grafschaft-Nierendorf. Als sie das Schwimmbad entdeckten, kam es der Künstlerin „wie ein Kleinod“ vor: „Damals waren die Türen der Kabinen alle in verschiedenen Farben, ich dachte, das ist ja wie gemalt, noch dazu die große Liegewiese.“ In dieser zur Erholung und zum Durchatmen perfekten Umgebung, wo die Menschen im natürlich warmen Thermalwasser ihre Bahnen ziehen und sich vergnügen, sind sie genau richtig, die gemalten und plastisch geformten Schwimmerinnen der gebürtigen Französin. Bereits zum Studienabschluss in Köln befasste sie sich mit dem Thema Wasser und modellierte Figuren. In diesem Kontext entstand, wie sie beim Rundgang mit „BLICK aktuell“ erzählt, die sandfarbene, mit Schwimmbrille ausgerüstete Büste „Große Siegerin“ aus Steinzeug. Ihre kräftigen Arme reckt sie als Zeichen des Erfolgs nach oben und nimmt im Café neben der gepolsterten Sitzbank Platz. Aus Tonplatten gebogen, haben dagegen eine Springerin und eine gleichsam Schwebende ihren Auftritt in der Vitrine. Den teilen sie sich mit kleineren vollplastischen Figuren, deren weiß glasierte Bikinis und Badeanzüge sich in Farbe du Glanz kontrastreich absetzen von den unglasierten Hauttönen. Bäuchlings oder halb liegend nehmen sie ein Sonnenbad, wobei der wechselnde Lichteinfall von draußen sie gebührend in Szene setzt. Eine Vitrinen-Etage tiefer lassen sich Damen in geblümten und gepunkteten Badeanzügen blicken. In typischen Haltungen haben sie ein Handtuch überm Arm hängen oder um die Schuler gelegt. Handwerklich betrachtet handelt es sich bei diesen weißglasierten und zusätzlich farbig bemalten Arbeiten um Fayencen. Fayence ist Französisch und von der italienischen Stadt Faenza abgeleitet. Es beschreibt ein keramisches Erzeugnis, das einen aufwendigen Herstellungsprozess und drei Brände durchläuft. Nach dem Modellieren und Trocknen erfolgt der erste Brand. Nach dem Auftrag mit einer deckenden weißen Zinnglasur muss das Stück erneut in den Ofen und nach der Bemalung ein drittes Mal.

Von der angewandten zur freien Malerei“

Zunehmend faszinierte die Künstlerin daneben insbesondere die Gouache-Malerei halbdeckender und deckender Wasserfarben. 2004 bedeutete für sie den Durchbruch von der angewandten zur freien Malerei: „Die intensive und geheimnisvolle Leuchtkraft der Farben faszinierte mich und inspirierte mich zu einer neuen Freiheit. Es entstanden Stillleben und Blumenbilder, dann die Badeszenen.“ Variantenreich geben sie sich ein Stelldichein in Gouache auf Papier: Eine Liegende ruht am Beckenrand, während eine Schwimmerin durchs blaue und grüne Becken „pflügt“.

Eine mollige Schöne lagert dekorativ in der Landschaft, eine andere stützt sich am Beckenrand auf, vor sich, auf blauen Fliesen, ihre roten Badelatschen. Wieder eine andere reibt sich vor dem dreigeteilten Hintergrund in leuchtendem Blau, Türkis und Blau mit einem orangenen Handtuch trocken.

Beweglich und lebendig

„Sonnenbaden“, „Tagtraum auf der Wiese“ und „Wasserspaß“ gibt es auch in Gouache auf Holz. Allen Bildern gemeinsam ist der starke Abstraktionsgrad. Doch aus ein paar Linien, farbigen Flächen und Schwüngen, versetzt mit weißen Spritzern, entfalten sich frische Badewelten, in die Frauen behände und genießerisch eintauchen oder sich freuen, beweglich und lebendig zu sein. Die Körpersprache ist so treffend eingefangen, dass die Gesichter, welche Marie Jo Gaudry-Pankowski zumeist ebenso weglässt wie Körperdetails, dem Betrachter nicht fehlen. Eine Besonderheit ist das große Triptychon in Acryl auf Leinwand. Es nimmt eine Liegewiese in hellem Grün, gerahmt von Buschwerk, ins Visier. In der Mitte lockt als Blickfang einmal mehr ein Schwimmbecken, wo sich die Akteurinnen tummeln. Nicht nur die schmucken Originale kann man erwerben, sondern auch Kunstdrucke auf Leinwand, Papier oder unter Acrylglas.

Ausstellung täglich zu sehen - Workshop für Kinder

Die Ausstellung ist bis 30. September täglich zu sehen, separat zu den Öffnungszeiten des Cafés oder noch besser, kombiniert mit einem Besuch im Schwimmbad mit nostalgischem Flair.

Am Dienstag, 7. August, 15 bis 17 Uhr, leitet die Künstlerin einen Sommerworkshop für Kinder ab sechs Jahren. Unter dem Motto „Sommer, Sonne, Wasser, Schwimmer“ werden beim Kurs viele farbenfrohe und lustige Motive mit Gouache, Buntstift, Kreide und Bleistift, bei gutem Wetter draußen, bei Regen im Café, gemalt. Eine Teilnahmegebühr wird erhoben. Anmeldung bei Marie Jo Gaudry-Pankowski, Tel. (0 26 41) 2 52 31, Mail: marie-jo@gaudry-pankowski.de.

HG

„Sommer, Sonne, Wasser, Schwimmer“
„Sommer, Sonne, Wasser, Schwimmer“

Foto: unknown

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