Allgemeine Berichte | 17.07.2018

Bürgerstiftung „Wir für Rheinbach“ lädt ein

Sommerkino lockt an sieben Abenden vor den Hexenturm

Vom 17. bis 13. August werden sieben hochklassige Filme auf einer Großleinwandgezeigt

Die 3. Auflage des „Rheinbacher Kinosommers“ läuft von 17. bis 23. August im Innenhof der Grundschule Bachstraße mit Blick auf den nächsten Turm. JOST

Rheinbach. Das „Rheinbacher Sommerkino“ war bei seiner zweiten Auflage 2017 ein voller Erfolg, deshalb entschloss sich die Bürgerstiftung „Wir für Rheinbach“, auch in diesem Jahr wieder im August eine Woche lang Spielfilme unter freiem Himmel anzubieten. Dabei soll erneut der Innenhof der Grundschule St. Martin in der Bachstraße mit Blick auf den illuminierten Hexenturm die ideale Kulisse bieten für eine lauschige Sommernacht mit humorvollen und nachdenklichen Kinofilmen in historischem Ambiente. Vom 17. bis 23. August werden sieben hochklassige Kinofilme auf einer 21 Quadratmeter großen Cinemascope-Leinwand gezeigt, ein leistungsstarker Beamer wird für ein Full-HD-Bild und echten Kino-Sound sorgen.

Allerdings empfiehlt es sich, seine Plätze schon im Vorverkauf zu reservieren, so Bürgermeister Stefan Raetz. Denn es stehen jeweils lediglich 200 Sitzplätze zur Verfügung. Vorverkaufsstellen sind ab dem 16. Juli die Buchhandlung Kayser und das TUI-Reisebüro Rheinbach. Die Filme hat auch diesmal Kinobesitzer Rudi Knorr vom „Drehwerk“ in Adendorf organisiert, der auch als eine Art künstlerischer Leiter des 3. Rheinbacher Kinosommers fungiert. Alle Filme beginnen um 21 Uhr, Einlass ist jeweils um 20 Uhr. Auf gekühlte Getränke und leckere Snack müssen die Gäste übrigens auch nicht verzichten, denn wie schon im vergangenen Jahr werden die Rheinbach Stadtsoldaten ehrenamtlich für das leibliche Wohl sorgen. „Wir zeigen nichts Schwerfälliges, sondern beschwingte Filme mit viel Humor“, versichert auch Bürgerstiftungs-Vorstandsmitglied Heinz Haubrichs.

Die Rolling Stones im Konzert

Los geht es am Freitag, 17. August, mit dem Film „Shine a Light“. Achtung: Hier geht es ausnahmsweise erst um 23 Uhr los, Einlass ist um 22 Uhr. Martin Scorsese erhält den Auftrag, die „Rolling Stones“ bei zwei Auftritten im Oktober 2006 im New Yorker Beacon Theatre – von Bill Clinton initiierte Benefizkonzerte anlässlich seines 60. Geburtstags – zu filmen. Bis kurz vor Anfang ist es ihm nicht möglich, eine Setlist zu bekommen. Dann legen die Stones los mit „Jumpin‘ Jack Flash“, und es gibt kein Zurück mehr. Zu Gastauftritten kommen Jack White, Buddy Guy und Christina Aguilera auf die Bühne, aber die Stars sind natürlich die Stones selbst, die das Publikum – und Martin Scorsese – mit „Satisfaction“ nach 100 Minuten glücklich entlassen.

Am Samstag, 18. August, folgt der Film „Der Wein und der Wind“, ein Drama um drei erwachsene Geschwister, die sich des Weinguts des verstorbenen Vaters annehmen und einander annähern. Jean kehrt nach zehn Jahren, in denen er die Welt erkundet hat, ins Burgund zurück. Seit der Vater schwer krank ist, versuchen seine Geschwister Juliette und Jérémie, alles am Laufen zu halten. Jérémie ist wütend, dass Jean damals einfach abgehauen ist. Als der Vater stirbt, muss sich Jean endgültig entscheiden, ob er bleiben und sein Erbe annehmen will oder wieder flüchten soll. Sympathisches Drama mit nostalgischen und auch humorvollen Untertönen, in dem sich Cédric Klapisch auf die Beziehung dreier Geschwister vor der wunderbaren Kulisse der wechselnden Jahreszeiten in einem Weingebiet konzentriert. Pio Marmai, Ana Girardot und Francois Civil geben die sehr unterschiedlichen Geschwister, die sich zusammenraufen, in der auch mit Rückblenden und Off-Stimme erzählten Geschichte.

„Ein Dorf sieht schwarz“

Am Sonntag, 19. August, läuft der Film „Ein Dorf sieht schwarz“. Es handelt sich um eine Komödie um einen aus dem Kongo stammenden Arzt und seine Familie, die sich Mitte der 1970er-Jahre in der französischen Provinz niederlässt. 1975: Der junge Arzt Seyolo Zantoko bekommt einen Job in der Nähe von Paris angeboten. Seine Familie ist begeistert, aus Kinshasa nach Paris zu ziehen. Doch Marly-Gomont ist ein Dorf, in dem weder die Anwohner noch ihre Kühe je einen Schwarzen gesehen haben. Ein Bauer schießt gleich auf ihn, die Kinder werden in der Schule gehänselt. Seyolo will nicht aufgeben und startet eine Charmeoffensive, die irgendwann Früchte trägt. Amüsante wie auch berührende Culture-Clash-Komödie, die mit dem Publikumspreis Stuttgart prämiert wurde und von über 600.000 Kinogängern in Frankreich gesehen wurde.

Weiter geht es am Montag, 20. August, mit dem Film „Angels’ Share – Ein Schluck für die Engel“. Ein hinreißendes Sozialmärchen mit viel Humor über vier arbeitslose Kids in Glasgow, die den wertvollsten Whisky der Welt stehlen wollen. Robbie ist ein notorisches Problemkind mit hitzigem Temperament: Haarscharf schrammt der Junge in Glasgow noch einmal an einer Gefängnisstrafe vorbei und wird stattdessen zu Sozialarbeit verdonnert, bei der ihn ein Sozialarbeiter für die Wonnen des Single Malt Whisky begeistern kann. Als Robbies Freundin ihr Baby bekommt und sich Konflikte verschärfen, heckt er einen Plan aus, wie er der Misere auf immer entkommen kann: Mit drei Freunden will er den wertvollsten Whisky der Welt aus einer Distillerie in den Highlands stehlen. Ohne die Augen vor der bitteren Realität zu verschließen, dass die Arbeitslosigkeit in Großbritannien nie höher war, erzählt Regisseur Ken Loach seine Geschichte wie ein Märchen – eine deftige Komödie mit herrlichem Worthumor, deren Herz von Anfang bis Ende für die Verlierer der Gesellschaft schlägt.

„Wohne lieber ungewöhnlich“

Am Dienstag, 21. August, heißt es: „Wohne lieber ungewöhnlich“. Eine Komödie, in der Kinder den Spieß umdrehen, eine WG gründen und ihre Eltern zur Betreuung ein- und ausziehen. Bastien traut dem neuen Liebesglück seiner Mutter Sophie nicht, die bereits dreimal verheiratet war. Auch ihr neuer Freund Hugo hat schon ein paar Beziehungen hinter sich und immer wieder Nachwuchs gezeugt. Bastien hat keine Lust mehr, ständig herumgereicht zu werden und trommelt seine sechs Halbgeschwister zusammen. Sie beziehen eine gemeinsame Wohnung und arbeiten einen Plan aus, welche Elternteile wann zur Betreuung erscheinen sollen. Turbulente Komödie um eine weitläufige Patchwork-Familie. Gabriel Julien-Laferrière, der bereits einen Publikumshit im französischen Kino landete, setzt für sein Wohnexperiment ein gut gelauntes Ensemble aller Altersstufen in Szene.

Weiter geht es am Mittwoch, 22. August, mit dem Film „Hidden Figures – Unerkannte Heldinnen“. Ein mit Schwung und auch Witz erzähltes historisches Drama um drei befreundete, afroamerikanische, weibliche Mathegenies, die die NASA in den frühen 1960er-Jahren unterstützt. Katherine, Dorothy und Mary sind Freundinnen und Arbeitskolleginnen bei der NASA. In den frühen 1960er-Jahren ist es für Frauen, noch dazu afroamerikanische, alles andere als selbstverständlich, eine höhere Schulbildung zu besitzen und als Mathematikerinnen zu arbeiten. Dann wird Katherine sogar ins Team von Al Harrison aufgenommen, das den ersten US-amerikanischen Astronauten den Flug ins All ermöglichen soll, doch sie wird mit Missachtung behandelt. Auch Dorothy und Mary bekommen anspruchsvollere Posten. Mit Schwung erzählt Theodore Melfi von einem zwar wohlbekannten Stück US-amerikanischer Geschichte, aber aus einer kaum bekannten Perspektive. Er konzentriert sich in dem auch von ihm geschriebenen und produzierten Film über den Wettlauf der Amerikaner und Russen ins All auf drei afroamerikanische Protagonistinnen. Eindrucksvoll schildert er die Rassentrennung, bereitet das trocken scheinende Thema Mathematik spannend auf und bringt durch die Frauenfreundschaft auch jede Menge Witz und Gefühl in den Film. Pharell Williams‘ Musik macht ebenfalls Laune.

Einfühlsames Historiendrama

Den Abschluss bildet am Donnerstag, 23. August, der Film „Victoria und Abdul“, ein einfühlsam erzähltes Historiendrama über die ungewöhnliche Freundschaft der englischen Königin mit einem indischen Angestellten. Ein junger indischer Verwalter, der Neuankömmlinge in Gefängnissen registriert, wird aufgrund seiner Körpergröße nach England geschickt, um Königin Victoria während eines der zahllosen Abendessen, das die gelangweilte Monarchin über sich ergehen lassen muss, eine seltene indischen Münze zu überreichen. Für sie ist es ein Ereignis ohne Bedeutung, für ihn der größte Moment seines Lebens – und als sich ihre Blicke fast zufällig treffen, der Beginn einer Beziehung, die das Missfallen von Victorias komplettem Umfeld erregt. Recht unmissverständlich geht es um eine sexuelle Sehnsucht, die andere Wege findet, ohne die ursprüngliche Attraktion zu verleugnen. JOST

Die 3. Auflage des „Rheinbacher Kinosommers“ läuft von 17. bis 23. August im Innenhof der Grundschule Bachstraße mit Blick auf den nächsten Turm. Foto: JOST Foto: Photographer: Volker Jost Auf de

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