Allgemeine Berichte | 15.06.2016, 11:30 Uhr

Apotheker beraten zum Thema Sonnenschutz

Sommerzeit ist Hautschutzzeit

Region. Die Freibäder sind wieder geöffnet, immer mehr Veranstaltungen finden unter freiem Himmel statt und der Sommerurlaub steht vor der Tür. Bereits im Juni kann die Sonneneinstrahlung hierzulande so intensiv sein wie im August. Daher ist ein sorgfältiger Sonnenschutz wichtig. So kann man Hautkrebs und einer vorzeitigen Hautalterung wirksam vorbeugen.

Die Apotheker im Rhein-Sieg Kreis beraten in diesem Jahr wieder alle Patienten zum Thema Sonnenschutz. Sie bestimmen den jeweiligen Hauttyp und geben Tipps zu Wirkung und Anwendung der einzelnen Sonnenschutzmittel. Besonders wichtig ist die Beratung für Menschen, die Arzneimittel einnehmen. Denn bestimmte Arzneimittel wie einige Antibiotika oder Blutdruckmittel können die Lichtempfindlichkeit stark erhöhen. „Welcher Lichtschutzfaktor benötigt wird, ist von dem Hauttyp, der Eigenschutzzeit der Haut sowie der Länge des Sonnenbades und der Intensität der Sonne abhängig“, erläutert Sven G. Goebel, Pressesprecher der Apotheker im Rhein-Sieg Kreis. Die fachkundige Bestimmung des jeweiligen Hauttyps und eine gezielte Beratung sind wichtig für die Wahl des richtigen Lichtschutzfaktors. Von den sechs Hauttypen gehört die Mehrheit der Deutschen dem sehr lichtempfindlichen nordischen Typ oder Phototyp II an. Hier beträgt die Eigenschutzzeit zehn bis 20 Minuten. Nach Ablauf dieses Zeitraums reagiert die Haut mit einer Rötung und Hautschäden können entstehen.

Multipliziert man nun den auf einem Sonnenschutzmittel angegebenen Lichtschutzfaktor mit der Eigenschutzzeit der Haut, erhält man die Zeitspanne in Minuten, die man sich mit Sonnenschutz maximal in der Sonne aufhalten darf. Die rechnerische Dauer sollte jedoch nur bis zu 60 Prozent ausgereizt werden, rät Sven G. Goebel.

Klotzen statt kleckern

Ob der Lichtschutzfaktor hält, was er verspricht, hängt davon ab, wie reichlich und gleichmäßig die Haut mit dem Sonnenschutzmittel eingecremt wird. Ein Erwachsener sollte durchschnittlich mindestens 36 Gramm, entspricht etwa drei Esslöffeln, Sonnenschutzmittel verwenden, um sich von Kopf bis Fuß einzucremen. Einmal üppig eincremen bietet einen besseren Schutz über den Tag, als mehrmals sparsam auftragen. Schweiß, Sand, Wasser und Trockenrubbeln mit dem Handtuch können die Wirksamkeit des Sonnenschutzes deutlich verringern. Daher sollte man mehrmals am Tag nachcremen, auf jeden Fall nach jedem Abtrocknen. Dabei sei zu beachten, dass das Nachschmieren die Schutzwirkung nur aufrecht erhält und keinesfalls verlängert, erläutert Sven G. Goebel. Sonnenschutzmittel behalten nach Anbruch der Verpackung etwa ein Jahr lang ihre Wirkung. Danach lässt der Schutz zunehmend nach. Deshalb sollten Sonnenschutzmittel aus dem Vorjahr aussortiert werden.

Der passende Schutz für jede Haut

Menschen mit Neurodermitis und bestimmten Allergien benötigen in der Regel Spezial-Sonnenschutzpräparate. Dies gilt insbesondere auch für Menschen, die sich nach Maßgabe des Arztes besonders gut vor weißem Hautkrebs schützen sollen. „Einige Arzneimittel, wie zum Beispiel Antibiotika oder Entwässerungsmittel, die zur Blutdrucksenkung eingesetzt werden, können die Sonnenempfindlichkeit der Haut erhöhen oder unter UV-Einwirkung Hautreaktionen auslösen“, warnt Sven G. Goebel. Säuglinge und Babys sollten generell vor Sonneneinstrahlung geschützt werden. Da auch im Schatten noch ein großer Teil der Strahlung messbar ist, sollte auf Schutz durch Kleidung und geeignete Sonnencreme nicht verzichtet werden.

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