Männerchor „Liederkranz“ Enzen-Hobbensen
Spendenaktion für vier betroffene Chöre organisiert
Bad Neuenahr. Der Männerchor „Liederkranz“ Enzen-Hobbensen ist „in Schaumburg zu Hause“ - im Landkreis Schaumburg in der Kreisstadt Stadthagen. Es ist ein sehr aktiver und erfolgreicher Männerchor mit etwa 55 Sängern aus der Umgebung von Stadthagen, die seit 1986 von ihrem Chorleiter Manfred Neumann dirigiert werden. Sie waren nach der erzwungenen Corona-Pause gerade wieder in ihrer Restartphase mit ersten Proben und Vorbereitungen für Auftritte, als über das Ahrtal die verheerende Flut hereinbrach.
Der Chor handelte sehr schnell und initiierte vereinsintern einen Spendenaufruf für durch die Flutkatastrophe betroffenen Chöre im Landkreis Ahrweiler mit dem Zweck, zielgerichtet und konkret zu helfen. Hierzu ihr Vorsitzender Harmut Winkelhake: „Wir werden gezielt einen dort geschädigten Chor dabei unterstützen, mit unserem Spendengeld vernichtetes Noten- und Instrumentenmaterial wieder zu beschaffen oder einen Probenraum zu reparieren, damit der Chor seinen Probenbetrieb und damit sein Chorleben wieder aufnehmen kann, sobald dies möglich sein wird. Uns ist es wichtig, dass wir eine hoffentlich großzügige Spendensumme einem betroffenen Chor persönlich vor Ort übergeben werden.“ Somit fallen keine Verwaltungsgebühren an und die Spenden kommen zu 100 Prozent vor Ort an!
Nach der Verbindungsaufnahme mit Günter Nerger, dem Vorsitzenden des Kreis-Chorverbands Ahrweiler, hat er ihnen eine Liste der von der Flut betroffenen Chöre gesendet. Eine dreiköpfige Abordnung des Chors fuhr nach Bad Neuenahr und traf sich vor dem zerstörten Sängerheim des MFC Bad Neuenahr mit Vorstandsmitgliedern des Kreis-Chorverbands und der vier Chöre, die durch die Flut alles verloren haben. In einer kurzen aber doch für alle Anwesenden bewegenden Ansprache erläuterte Manfred Neumann einige Aktivitäten aus der umfangreichen Chor-Historie bevor er zum eigentlichen Thema ihrer Reise ins Ahrtal kam.
Im Weiteren erhielten die Vertreter des Liederkranz Ahrbrück, des MGV Ahrweiler, des MFC Bad Neuenahr und der Cäcilienchöre Heimersheim zunächst eine Erinnerungsurkunde mit dem aktuellsten Bild des Männerchor „Liederkranz“ Enzen-Hobbensen aus den Händen des 1. Schriftführers Ernst-Wilhelm Coith und anschließend vom stv. Vorsitzenden Frank Bär gut gefüllte Umschläge mit jeweils 1.100 Euro.
Nach einem Gruppenfoto auf den Stufen der Rosenkranzkirche bedankte sich Helga Sonntag, die stv. Vorsitzende des MFC, im Namen der begünstigten Chöre für die großzügigen Spenden und insbesondere für die sehr persönlichen Worte, denn wie sie weiter ausführte, gibt jede Begegnung dieser Art Kraft und Mut, um die noch anstehenden Arbeiten in Angriff zu nehmen und überreichte als kleines Dankeschön ein Weinpräsent mit guten Tropfen aus dem Ahrtal. Günter Nerger erklärte, dass inzwischen 95 Chöre aus dem ganzen Bundesgebiet mit ihm Verbindung aufgenommen haben, und er bedankte sich im Namen des Kreis-Chorverbands bei den Gästen.
Coronabedingt gab es noch ein paar bilaterale Gespräche im Freien und Erich Stadtfeld führte die Gäste durch das Sängerheim und informierte dabei detailliert über die Flutschäden und ihre Beseitigung. Man war sich einig, dass es nicht bei diesem einen Treffen bleiben sollte und griff die Idee auf, nach erfolgtem Wiederaufbau und hoffentlich bald überstandenen coronabedingten Einschränkungen entsprechende Chor-Reisen in Angriff zu nehmen, um sich gegenseitig zu besuchen und an Chor-Konzerten teilzunehmen. Nach dieser vom Stadthagener Männerchor ausdrücklich gewünschten kurzen Begegnung zum Kennenlernen mit Übergabe der Geldspenden, traten die drei Herren in der Hoffnung, dass weitere Chöre hiervon erfahren und evtl. ebenso derartige Unterstützungen für die betroffenen Chöre organisieren, ihre Rückreise ins Schaumburger Land an.
Im Weiteren erhielten die Vertreter des Liederkranz Ahrbrück, des MGV Ahrweiler, des MFC Bad Neuenahr und der Cäcilienchöre Heimersheim zunächst eine Erinnerungsurkunde mit dem aktuellsten Bild des Männerchor „Liederkranz“ Enzen-Hobbensen aus den Händen des 1. Schr. Foto: Klaus GECK
