Offizielle Einweihung des „kreaforum“ in Morenhoven
„Spirit von Morenhoven“
Nach erfolgreichem Umbau machte Konrad Beikircher den Auftakt
Morenhoven. „Ich habe 1988 die Leute von KuSS und KREA in Morenhoven kennengelernt und war schon damals richtig angetan vom Spirit, der hier herrschte.“ Gerne erinnerte sich Kabarettist Konrad Beikircher an seine erste Begegnung mit der Alten Schule in Morenhoven und den dort tätigen Menschen. 25 Jahre später war er jetzt die Hauptattraktion bei der Festveranstaltung anlässlich der feierlichen Wiedereröffnung des kleinen Kulturzentrums, dass ab sofort „kreaforum“ heißt. Man habe sich ein paar Jahre aus den Augen verloren, bedauerte Beikircher und beteuerte, in Zukunft „mehr Treue an den Tag zu legen“. Doch die aufgefrischte Neueröffnung stelle auch unter Beweis, dass trotz aller Widrigkeiten die Freunde der Kultur und der Kreativität immer noch da seien und Morenhoven sicher noch einige Jahre auf der kulturellen Landkarte halten würden.
Das Mögliche möglich gemacht
Das hoffte auch Dr. Klaus Grewe, der Spiritus Rector des kreaforums: „Alles ist neu renoviert, wir sind froh, dass es jetzt wieder richtig losgeht!“ Angesichts der Probleme um „Stuttgart 21“, die Hamburger Elbphilharmonie sowie den Berliner Flughafen merkte er erfreut an: „Es gibt noch öffentliche Bauten, die termingerecht und zum vorgesehenen Preis fertiggestellt werden.“ Sein Lob galt der Gemeinde, die sich nach einigem Hin und Her doch bereit erklärt habe, die Sache im Wesentlichen zu finanzieren. Nachdem das „Großprojekt Herrenhof“ nicht verwirklicht werden konnte, sei man umso glücklicher mit der „kleinen Lösung“ in der Alten Schule. In Anlehnung an die schwierige Entstehungsgeschichte scherzte Grewe: „Man muss das Unmögliche versuchen, um das Mögliche möglich zu machen.“ Viele weitere Zuschussgeber und Spender, aber auch freiwillige Helfer und ideelle Unterstützer hätten zum Gelingen des Werkes beigetragen. Ihnen allen gebühre große Anerkennung. Grewe machte noch einmal klar, dass das kreaforum für alle Swisttaler Bürger und Vereine zu Verfügung stehe und man sich schon auf die Zusammenarbeit mit ihnen freue. Doch fertig sei das kreaforum noch lange nicht, überall gebe es noch etwas nachzubessern und zu ergänzen. Vor allem ein stabiles Holzhaus für den Außenbereich werde noch benötigt, um die verschiedenen Utensilien wetterfest unterzubringen. Hierfür nehme man jede Spende gerne entgegen.
Es ist schön geworden
Landrat Frithjof Kühn gratulierte zu dem gelungenen Projekt in der „linksrheinischen Provinz“, in der vor 2000 Jahren, zur Zeit der Römer schon Kunst und Kultur geherrscht hätten. Die Anstrengung habe sich gelohnt, und er sei so überzeugt davon gewesen, dass er Bürgermeister Eckhard Maack dazu ermuntert habe, sich dafür einzusetzen. „Ich freue mich, dass es geklappt hat, und ich muss sagen: Es ist schön geworden.“ Bürgermeister Eckhard Maack lobte den Swisttaler Gemeinderat, der sich schließlich doch noch für das Projekt habe begeistern können. Es habe lange Diskussionen über die Gegenfinanzierung des 316.000 Euro teuren Vorhabens gegeben, doch mit dem Verkauf der umliegenden Grundstücke habe man den richtigen Weg gefunden. Erfreulich sei zudem, dass KuSS und KREA selbst einen nicht unerheblichen Teil der Kosten übernommen hätten.
Da war jede Menge Eis zu brechen
Maack erinnerte aber auch daran, dass es in einer ländlich-bäuerlich-dörflichen Gegend anfangs große Vorbehalte gegeben habe gegen den intellektuellen Anspruch des Kabaretts und der Kultur, die in diesem Haus ihrer Heimat hätten. „Da war jede Menge Eis zu brechen“, so der Bürgermeister. „Aber Ende gut, alles gut - mittlerweile sind auch die Skeptiker vom Erfolg überzeugt.“ Durch die Beschäftigung mit dem Thema hätten viele Ratsmitglieder einen neuen Zugang gefunden zur Welt der Kultur und der Kreativität. Nicht zuletzt würden damit auch die „weichen Standortfaktoren“ für eine Wohngemeinde im Umfeld der Bundesstadt Bonn verbessert. Schließlich seien alle Bürgermeister „auf der Jagd nach Neubürgern“, und mit der Kreativitätsschule und dem Kulturzentrum könne man gerade jungen Familien etwas bieten, was es andernorts nicht gebe.
Mehr als 10.000 Kinder betreut
Die Vorsitzende der Kreativitätsschule, Ursula Fasselt, blickte zurück bis ins Jahr 1977, als 35 Elternpaare die Kreativitätsschule in Morenhoven gegründet hätten, die schon kurz darauf ihre Arbeit ins ganze Swisttal ausgedehnt habe. Mittlerweile hätten mehr als 10.000 Kinder an den Kursen und Freizeiten des Vereins teilgenommen, „darauf können wir mit Recht stolz sein.“ Hier könnten Kinder aller Altersstufen in den unterschiedlichsten Kursen und Veranstaltungen ihrer Kreativität freien Lauf lassen und dabei den Vorteil genießen, dass hier die Schere im Kopf nicht allzu früh angesetzt werde. Und im neuen Werkraum mache die Arbeit noch einmal so viel Spaß.
