Allgemeine Berichte | 08.08.2022

Regionaler Weinwettbewerb

Spitzenqualität aus schwierigem Jahr

Eine Jury aus 35 regionalen und überregionalen Weinfachleuten bewertete auf Einladung des Moselwein e.V. an zwei Tagen 525 Produkte der geschützten Ursprungsbezeichnung Mosel. Foto: Ansgar Schmitz

Region. Das Weinjahr 2022 wird an der Mosel nach derzeitigem Stand als eines der trockensten in die Analen eingehen. Das Ausbleiben von Regen bereitet den Winzerinnen und Winzern in der Region Sorgen in Hinblick auf die Ernte. Ganz anders sah es vor einem Jahr aus. 2021 gab es von Frühjahr bis in den Herbst ein Übermaß an Niederschlag und viel Arbeit bei der Bekämpfung von Pilzkrankheiten. Der hohe Arbeitsaufwand für den Weinjahrgang 2021 hat sich aber gelohnt, wie ein Qualitätstest des Moselwein-Vereins nun zeigte.

2021 überzeugt trotz schwieriger Bedingungen mit fruchtigen, sauberen und frischen Weinen

Eine Jury aus 35 regionalen und überregionalen Weinfachleuten bewertete auf Einladung des Moselwein e.V. an zwei Tagen 525 Produkte der geschützten Ursprungsbezeichnung Mosel. Die Juroren der traditionellen Jahresauswahlprobe hätten sich beeindruckt von der durchgängig guten Qualität der regionalen Gewächse aus dem Weinjahr 2021 gezeigt, resümierte Ansgar Schmitz, Geschäftsführer der Mosel-Weinwerbung: „Die meisten Fachleute hätten nach diesem schwierigen Jahrgang nicht mit derart fruchtigen, sauberen und frischen Weinen gerechnet. Aber dank penibler Handarbeit, selektiver Lese sowie guter Kellerarbeit haben unsere Erzeuger hohe Qualität in die Flasche gebracht.“ Der 2021er sei ein klassischer Mosel-Jahrgang mit guter Lagerfähigkeit.

Die Fachleute aus Gastronomie, Weinhandel, von Verbänden und Fachbehörden sowie Weinjournalisten probierten und bewerteten die Weine verdeckt in der Orangerie im Nells Park Hotel in Trier. Zur Jury gehörten beispielsweise Weinjournalist Michael Schmidt aus Ahrweiler, Weinblogger Uwe Köster aus Leipzig sowie die Sommeliers Janina Elflein vom Hotel St. Erasmus in Trassem, Sebastian Boucher vom Waldhotel Sonnora in Dreis und Markus Reis vom Zeltinger Hof. Die besten Produkte der Vorrunde qualifizierten sich für die Finalverkostungen, in denen die Tester die Siegerweine der Kategorien kürten. Bewertet wurde nach dem 100-Punkte-Schema. Wein und Winzersekt aus Riesling und den weißen Burgundersorten dominierten den Test. Den regional bedeutenden Rebsorten Elbling und Müller-Thurgau, auch bekannt als Rivaner, sowie Spärburgunder-Rosé waren ebenfalls Testkategorien gewidmet. Erstmals wurden in der Auswahlprobe Weine aus pilzwiderstandsfähigen Rebsorten berücksichtigt. Die Liste der besten Weine steht auf der Internetseite www.weinland-mosel.de in der Rubrik Weinempfehlungen.

Auch junge Winzerinnen und Winzer erfolgreich

Die Sieger in den einzelnen Kategorien kommen aus dem gesamten Anbaugebiet von Terrassen- bis Obermosel. Neben etablierten und bekannten Erzeugern waren auch wieder mehrere junge Winzerinnen und Winzer erfolgreich.

Den ersten Platz in der Kategorie „2021 Riesling Gutswein trocken“ belegte das Weingut Kees-Kieren in Graach mit dem 2021er Riesling Hochgewächs trocken. Platz 2 ging nach Erden an das Weingut Lotz mit dem 2021er Schieferstein Riesling trocken. Das Weingut Otto Görgen in Briedern sicherte sich mit seinem 2021er Qualitätswein trocken den dritten Rang.

In der Kategorie „2021 Riesling Ortswein trocken“ ging der Sieg nach Bruttig-Fankel. Der 2021er Fankeler Riesling Hochgewächs trocken vom Weingut Riedel erhielt die beste Bewertung dieser Kategorie. Jungwinzer Nico Simonis aus Pünderich holte sich Platz 2 ebenfalls mit einem Riesling Hochgewächs trocken, dicht gefolgt von Bernhard Weich aus Riol mit seinem 2021er Riesling „Vom roten Stein“. Unter den 26 trockenen Kabinett-Weinen, die in der Kategorie Ortswein eingereicht worden waren, stellten punktgleich die Bischöflichen Weingüter Trier mit ihrem 2021er Ayler Kabinett trocken von der Saar sowie Winzerin Silvia Steffens-Durm vom Weingut Ernst Steffens aus Zell-Merl mit dem 2021er Merler Fettgarten Kabinett trocken die besten Weine.

Beim „2021er Riesling Gutswein feinherb“ hatte eine junge Winzerin aus Leiwen die Nase vorn: Ulrike Thul siegte mit ihrem 2021er „Solist“ Riesling Qualitätswein feinherb vor den beiden punktgleichen Verfolgern Weingut Paulinshof aus Kesten und Leo’s Weingut in Zeltingen, jeweils mit einem 2021er Riesling Qualitätswein feinherb. Den besten feinherben Ortswein stellte Jungwinzer Michael Scholtes vom Moselweingut Scholtes aus Detzem mit dem 2021er Riesling „Vom steilen Berg“. Der Minheimer Riesling feinherb von Christoph Koenen aus Minheim und der Erdener Riesling feinherb der Bischöflichen Weingüter Trier belegten die Plätze 2 und 3.

Kopf-an-Kopf-Rennen der fruchtsüßen Rieslinge

Ebenfalls nach Leiwen geht der erste Platz in der Gruppe „2021 Riesling Kabinett feinherb“: Stefan Blees vom Weingut Blees-Ferber siegte mit seinem 2021er aus der Lage Neumagener Rosengärtchen. Sein Kollege Niko Schmitt vom Weingut Claes Schmitt Erben aus dem Nachbarort Trittenheim erreichte mit seinem Kabinett feinherb aus der Trittenheimer Apotheke den zweiten Platz, während das Ruwer-Weingut Erben von Beulwitz aus Mertesdorf sich mit einem Kabinett aus dem Kaseler Nies’chen auf Rang 3 platzierte.

Ein Kopf-an-Kopf-Rennen gab es um den besten fruchtsüßen Riesling Kabinett. Daniel Kirsten aus Piesport entschied es für sich und siegte mit seinem 2021er Kabinett „Vor dem Berg“. Auf den Plätzen 2 bis 4 folgen Weine von Alexander Loersch aus Leiwen, der die Jury mit seinen fruchtigen Kabinett-Weinen aus den Lagen Dhroner Hofberg, Trittenheimer Apotheke und Piesporter Goldtröpfchen begeisterte.

Beim Test der Elbling-Weine liegen Weine von der südlichen Mosel und aus dem Raum Cochem auf den ersten beiden Plätzen. Das Weingut Frieden-Berg in Nittel erhielt in der Kategorie „2021 Elbling trocken“ die höchste Bewertung für seinen 2021er „Urgestein“ Elbling trocken. Platz 2 erreichte das Weingut Klein-Götz aus Bruttig-Fankel mit dem 2021er Elbling Qualitätswein trocken. Auf Platz 3 folgt mit dem 2021er Elbling classic vom Weingut Biewers aus Fellerich ein weiterer Obermosel-Wein.

Bei der Rebsorte Müller-Thurgau setzte sich der 2021er Rivaner Qualitätswein trocken in der Literflasche vom Weingut Lotz aus Erden an die Spitze. Zweitplatzierter in der Kategorie „Rivaner Qualitätswein trocken“ ist der 2021er Rivaner Qualitätswein trocken vom Weingut Haupts aus Ediger-Eller, Dritter wurde der 2021er Longuicher Hirschlay Rivaner vom Weingut Hansjosten in Longuich.

In der Kategorie der „Weißen Burgundersorten trocken“ ging die höchste Bewertung an das Weingut Leo Fuchs in Pommern, das hier erneut mit seinem 2021 Pinot blanc Qualitätswein trocken überzeugte. Der beste Grauburgunder kommt vom Weingut Matthias Dostert in Nittel, der beste Chardonnay aus Winningen vom Weingut Richard Richter und der beste Auxerrois von Jungwinzer Max Kilburg vom Weingut Geierslay in Wintrich. Auch eine Cuvée aus Grau- und Weißburgunder, der 2021er „Quereinsteiger“ von Kilian Schmitges aus Erden, erhielt von der Jury eine der Spitzenbewertungen in der Kategorie der „Weißen Burgundersorten“.

Bei den trockenen Rosé-Weinen aus Spätburgunder erreichte Maximilian Frieden vom Weingut Frieden-Berg aus Nittel einen weiteren ersten Platz. Er verwies mit seinem 2021 Spätburgunder Rosé trocken den Vorjahressieger der Kategorie, die Bischöflichen Weingüter Trier, mit ihrem 2021er Dom Rosé trocken, auf den zweiten Platz. Nach Riol geht hier der dritte Platz an den 2021er Rioler Römerberg Rosé trocken von Bernhard Weich.

Neben Weinen des Jahrgangs 2021 wurden 54 Sekte und Crémants verschiedener Jahrgänge in der Auswahlprobe getestet. Die beste Note für Riesling-Sekt vergaben die Tester an einen Crémant von der Mittelmosel: Der 2018er Riesling Crémant brut brachte dem Weingut Paulinshof in Kesten den Sieg in dieser Kategorie. Auf Platz zwei kam der 2016er Riesling Winzersekt brut nature „Edition C“ vom Trittenheimer Weingut Clüsserath-Weiler. Drittbester Riesling-Sekt wurde der Riesling brut nature vom Weinhaus Markus Kiebel in Mehring

Als Sieger bei den Schaumweinen aus Burgundersorten und Cuvées ging das Weingut Schmitges in Erden mit seinem 2020er Crémant Rosé brut hervor. Zu den besten Sekterzeugern an der Mosel zählen auch die Bischöflichen Weingüter Trier, die mit ihrem 2018er Crémant brut aus Weißburgunder und Riesling den zweiten Platz belegten. Das Bio-Weingut Hubertushof aus Lieser sicherte sich mit dem 2020er „Ekstase Cuvée Pinot“ brut den dritten Platz. Der beste Elblingsekt im Test war der 2020er Elbling Crémant brut von Michael Biewers aus Tawern-Fellerich Der Wettbewerb steht allen Erzeugern und Vermarktern von Mosel-Weinen offen

Die Mosel-Weinwerbung setzt die in der Jahresauswahlprobe getesteten Produkte bei Veranstaltungen, Gebietspräsentationen, Seminaren für Händler und Sommeliers sowie weiteren Werbemaßnahmen ein. Die Teilnahme an dem Wettbewerb ist kostenlos und steht allen Erzeugern und Vermarktern von Weinen aus dem Anbaugebiet Mosel offen. Im zweiten Teil der Auswahlprobe wird der Moselwein e.V. im Spätherbst die Riesling-Prädikatsweine ab Spätlese sowie hochwertige trockene Weine und Rotweine bewerten. Die Bestenlisten der Verkostungen veröffentlicht die Weinwerbung im Internet unter www.weinland-mosel.de in der Rubrik Weinempfehlungen.

Eine Jury aus 35 regionalen und überregionalen Weinfachleuten bewertete auf Einladung des Moselwein e.V. an zwei Tagen 525 Produkte der geschützten Ursprungsbezeichnung Mosel. Foto: Ansgar Schmitz

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