Lesebrief zum geplanten Feuerwehrgerätehaus auf der Jahnwiese
„Stadtverwaltung vernichtet ein Kleinod mitten im Herzen von Sinzig“
Ich bin seit 37 Jahren Anwohner der Kolpingstraße und bin natürlich glücklich darüber, dass wir die Jahnwiese vor unserer Haustür haben. Es ist ja nicht nur eine schöne Grünfläche mitten in der Stadt, sondern sie wird ja auch auf verschiedene Art und Weise z.B. von den Kindern und Jugendlichen zum Fußballspielen, als gemütlicher Zeltplatz der Mitwirkenden vom Barbarossafest, Martinsfeuer, Zirkus und Veranstaltungen vom HOT genutzt. Nicht zu vergessen als Hubschrauberlandeplatz in Notfällen. Das alles würde wegfallen. Ich finde grundsätzlich, dass die Jahnwiese nicht der ideale Platz für die Feuerwache ist, weil sie in unmittelbarer Nähe von Schulen, Kindergärten gebaut würde. Die Sicherheit der schwächsten Verkehrsteilnehmer (Kinder) muss immer im Fokus stehen. Wenn Einsatzfahrzeuge unter hohem Zeitdruck (Blaulicht und Martinshorn) ausrücken, müssen bauliche und verkehrstechnische Schutzmaßnahmen getroffen werden. Die größte Gefahr besteht darin, dass die Einsatzfahrzeuge auf kreuzenden Wegen der Kinder auf dem Schulweg sind. Die Ein- und Ausfahrten der Löschfahrzeuge sollte niemals direkt auf die Hauptwege von Schul- und Kindergartenkinder führen. Fuß- und Radwege von Kindern sollten baulich die Ausfahrtsrouten der Löschfahrzeuge nicht kreuzen. Auch die Privat-PKW von Einsatzkräften, die im Alarmfall schnell zur Wache eilen, stellen ebenfalls eine große Gefahr dar, weil sie nicht von anderen PKW-Fahrern zu unterscheiden sind. Der Zufluss dieser PKW muss getrennt von den Großfahrzeugen und den Gehwegen der Kinder geregelt werden. Da Kinder die Gefahren nicht einschätzen können, reicht eine Beschilderung nicht aus. Hier sollte/müssen aus Sicherheitsgründen Fußgängerampeln für Kinder und Eltern automatisch auf ROT und die Ampel für die Einsatzfahrzeuge auf GRÜN schalten. Zusätzlich sollten Blinklichter und im Boden eingelassene LED-Leisten die Ausfahrt der Kindern optisch warnen, bevor das Martinshorn zu hören ist. Bäume, Hecken und parkende Autos dürfen die Sicht zwischen den ausfahrenden Einsatzfahrzeugen und dem Gehweg nicht einschränken.
Da die Feuerwachen rund um die Uhr in Betrieb sind, kommt es zu erheblichen Ruhestörungen der in der unmittelbaren Nähe bestehenden Kindergärten und Schulen. Die Ruhebedürfnisse von Kindergartenkinder und Konzentrationsschwierigkeiten der Schulkinder kann zu erheblichen Konflikten führen.
Es muss ein erheblicher baulicher Schallschutz erarbeitet werden, der die Anwohner der Kolpingstraße sowie die Kindergärten und Schulen vor Lärmbelästigung schützt. Werkstätten, Schlauchwaschanlagen und Stellplätze der Wache müssen so ausgerichtet werden, dass der Betriebslärm (z.B. Prüfen von Motoren oder Gerätschaften) von den Betroffenen weggelenkt wird. Alleine durch all diese Sicherheitsmaßnahmen, die getroffen werden müssen, halte ich die Jahnwiese nicht für den geeigneten Platz. Die zusätzlichen Kosten für diese Maßnahmen werden die Stadt stark belasten und muss auch den Bürgern verständlich gemacht werden. Ein geeignetes Grundstück außerhalb würde erheblich weniger Kosten verursachen.
Zu all diesen vorgenannten Problemen kommt noch der Blick auf den Klimawandel (Fällen einiger Bäume, Versiegelung von einer riesigen Grünfläche, Starkregen).
Die Städte sollen grüner werden und unsere Stadtverwaltung plant genau das Gegenteil und vernichtet ein Kleinod mitten im Herzen von Sinzig
Renate Himanek,
Sinzig