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Ökumenisches Kirchenzelt bei „Rock am Ring“

Starker Kaffee und offene Ohren

Starker Kaffee und offene Ohren

Das Kirchenzelt bietet während des Festivals „Rock am Ring“ Hilfe in unterschiedlichen Lebenslagen: vom Kaffee-Entzug bis zum seelsorgerischen Gespräch.Foto: Bistum Trier/Julia Fröder

12.06.2019 - 09:52

Nürburg. „Aber wenn man mal ins Gespräch kommt, merken viele, dass wir einfach ganz offen und ganz normale Leute sind“, sagt Sonja Greten. Die Quiddelbacherin ist ehrenamtlich bei „Gott am Ring“ engagiert. Das Kirchenzelt bietet während des Festivals „Rock am Ring“ Hilfe in unterschiedlichen Lebenslagen: vom Kaffee-Entzug bis zum seelsorgerischen Gespräch. Über Gott kann auf dem Campingplatz am Nürburgring gesprochen werden – muss aber nicht. Das Team aus Ehren- und Hauptamtlichen ist offen für alle Themen.

Vanessa aus Löningen war bereits in den vergangenen Jahren in der schwarzen Jurte auf „A2“ zu Gast: „Hier wird man immer freundlich aufgenommen, egal ob man Durst auf Kaffee hat oder eine Unterkunft sucht, weil schlechtes Wetter ist.“ Nadine ist ebenfalls begeistert von dem Angebot: „Wir wurden hier mega nett empfangen“. Lukas aus Daun findet es auch ganz cool hier. Er hat sich extra auf den Weg ins Kirchenzelt gemacht, obwohl er gar nicht auf diesem Campingplatz übernachtet.

Matthias Beer ist Gemeindereferent in der Pfarreiengemeinschaft Adenauer Land. Ein großer Teil der Besucherinnen und Besucher kommt ins Zelt, weil sie neugierig sind, was Kirche auf einem Festival macht, weiß er. „Teilweise kommen Leute aber auch mit konkreten Gesprächsanliegen: Die Freundin hat Schluss gemacht oder der Opa ist gestorben“, berichtet er von seinen Erfahrungen aus drei Mal „Gott am Ring“.

Einige kommen vorbei, weil sie Messdiener oder Pfadfinder waren oder weil ihre Eltern aktiv in der Kirche sind. Andere stolpern eher skeptisch herein. „Die sind dann überrascht, dass sie hier keine Meinung aufgedrückt bekommen, sondern einfach da sein können und es ein lockeres Gespräch gibt, wo die Meinungen auch einfach nebeneinander stehen dürfen“, erzählt Philipp Hein, Gemeindereferent in der Pfarreiengemeinschaft Niederehe. Die Pastoralreferentin Sabrina Koch ist ebenfalls als Hauptamtliche dabei. Die Menschen genießen auch einfach die Ruhe außerhalb des Festivaltrubels, weiß sie. „Es sind Gespräche über Gott und die Welt“.

Mit Kritik an der Kirche und Vorurteilen werden sie teilweise konfrontiert. Doch die jungen Menschen gehen positiver aus dem Zelt, als sie reingekommen sind, berichten die Haupt- und Ehrenamtlichen. „Alle sind sehr dankbar“. Dankbar sind auch die Mitglieder des Teams. Denn die Musikfans spenden eifrig ihre ungenutzten Lebensmittel, die an die örtlichen Tafeln weitergeleitet werden. Auch Pfandflaschen und –dosen werfen die Festivalbesucher in bereitgestellte Einkaufswägen am Kirchenzelt. Das Geld kommt der kirchlichen Jugendarbeit in der Region zu Gute.

Einige Musikfans werden auch von der benachbarten Sanitätsstation an das Kirchenzelt verwiesen, wenn beispielsweise ein Freund gerade behandelt wird. Darüber hinaus gibt es auch viele Stammgäste. Dazu kommen Ordner, die sich insbesondere nachts aufwärmen.

Chris kommt aus Bottrop und studiert unter anderem katholische Theologie. Er war lange Zeit Messdiener und ist in der Hochschulgemeinde aktiv. „Das ist eine coole Initiative und ich finde sie sehr interessant“, sagt er während er in einem Campingstuhl vor dem Kirchenzelt sitzt und fügt hinzu: „Dass das eine ökumenische Sache ist, finde ich sehr schön.“

Fünf Hauptamtliche aus dem Bistum Trier sind eine Woche in Schichten vor Ort, unterstützt werden sie von 22 Ehrenamtlichen, darunter auch evangelische. Sogar ein Pastoralreferent aus dem Erzbistum Köln ist zur Gruppe dazu gestoßen.

Die Idee des Kirchenzeltes ist ganz im Sinne der Trierer Bistumssynode. „Es ist ein Ort von Kirche“, erklärt Hein. „Das was hier mit diesem bunt gemischten Team von Ehren- und Hauptamtlichen entstanden ist, verdeutlicht, dass Kirche auch außerhalb der gewohnten Räume eine Relevanz hat. Das macht Mut!“

„Es ist sehr gut gelaufen“, lautet das Fazit von Philipp Hein. Es gibt zwar keine Statistik, aber die benutzten Kaffee- und Teebecher geben einen groben Einblick über die zahlreichen Besucherinnen und Besucher. „Das Team ist motiviert und wir haben am Nürburgring einen ganz guten Ruf – daher spricht nichts dagegen, dass wir nächstes Jahr auch wieder dabei sind“, freut sich Hein.

Dann finden Musikfans bei „Rock am Ring“ 2020 im Kirchenzelt wieder einen starken Kaffee, einen Ort zum Aufwärmen, eine Übernachtungsmöglichkeit und ein offenes Ohr für große und kleine Probleme.

Finanzielle Unterstützung erhält das Projekt von der Bischof-Stein- und Monsignore-Gammel-Stiftung sowie von den umliegenden Dekanaten und Pfarreiengemeinschaften. Insgesamt verlief das Festival mit 85.000 Besucherinnen und Besucher friedlich.

Weitere Infos auf der Facebook-Seite www.facebook.com/gottamring/ oder bei Philipp Hein unter Tel.: (0 26 96) 9 31 99 19.

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juergen mueller:
Pressemitteilung 22.01.2020 - Bereits im November 2019 wurden in einer einzigen Probe von Blütenpollen eines "Ingelheimer Bienenvolkes" sage u.schreibe "34 verschiedene Pestizide" festgestellt.Zuständige Ministerien wurden informiert u.um Stellungnahme/Handlung gebeten = 0.Landwirtschaftsminister WISSING/FDP habe seinen Einsatz für "weitere" Zulassungen von Pestiziden angekündigt.Umweltministerin HÖFKEN/GRÜNE "schweigt" - Mainzer Staatskanzlei/Ministerpräsidentin DREYER = KEINE Stellungnahme. KLÖCKNER plädiert für eine intensivere, chemiegestützte Landwirtschaft !!! Das Lügengebilde POLITIK stabilisiert sich weiter, ausgerichtet auf das Profitinteresse der Agrarindustrie,von dem wiederum die Politik profitiert, in dem sie offen zu ihrer Abhängigkeit steht.Und diese beschwert sich dann noch über mangelnden Respekt aus der Bevölkerung gegenüber jenen "Die Verantwortung übernehmen". Meine Frau fragte mich eben:"Wie war dein Tag"? Antwort:"Kotztüten sind alle"!
juergen mueller:
Frau Demut unterscheidet sich in nichts von anderen Politikern.Lügen,Täuschen,Tarnen.In den letzten 30 Jahren ist trotz der negativen Kenntnislage NICHTS passiert.Trotz freiwilliger Maßnahmen liegen die Nitratkonzentrationen nach wie vor weit über dem zulässigen Grenzwert.Unstrittig ist,dass die Nitrateinträge aus diffusen Quellen stammen = häufigste Ursache:"Landwirtschaftliche Flächennutzung" = Mineraldünger/Gülle aus Mastställen/Biogasanlagen.Ein ganzheitliches Verursacherprinzip betrachten?Sie reden Müll Frau Demut.Frau Klöckner ebenso mit ihrer Spezialisierung u.Intensivierung der Landwirtschaft.damit ist zu befürchten,dass die Akzeptanz von freiwilligen Maßnahmen sich rückläufig entwickelt (Frau Demut sollte sich einmal in der Landwirtschaft umhören,Nachdenken bevor sie redet). .In einigen Regionen ist das natürliche Abbauvermögen bereits vollständig erschöpft.Die Umsetzung rechtlicher Vorgaben ist vom politischen Willen abhängig u.der führt seit Jahrzehnten einen Dauerschlaf.
Helmut Gelhardt:
Frau Demut wirft hier Nebelkerzen! Die EU-Forderungen sind richtig und müssen zum Schutz der Menschen erfüllt werden! Unterstützen Sie die Landwirte (konventionelle und biologische Landwirtschaft) lieber gegen die unsinnigen Freihandelsabkommen wie zuletzt JEFTA (EU mit Japan) und das Mercosur-Freihandelsabkommen (EU mit Brasilien, Argentinien, Uruguay, Paraguay, Venezuela). Diese Freihandelsabkommen schädigen in der EU und den sog. Partnerländern extrem die Umwelt (z.B. Abholzung von Regenwald für noch mehr Massentierhaltung) und beeinträchtigen extrem die finanzielle Wettbewerbsfähigkeit im real existierenden Neoliberalismus (marktextremistischer Kapitalismus) aller Landwirte, die NICHT der Agrarindustrie zuzurechnen sind. Diese Landwirte sind Spielball der Agrarindustrie hier wie dort!Wer die Freihandelsabkommen befürwortet, opfert die Landwirte außerhalb der Agrarindustrie gerade den ungezügelten Profitinteressen dieser Agrarindustrie und er/sie opfert die Umwelt dem Mammon! 'C'
Wally Karl:
"Zum Thema St. Elisabeth Krankenhaus „haben wir uns bisher – ebenso wie CDU und Grüne – mit Stellungnahmen, Beschuldigungen, Ausmachen von Verantwortlichen bewusst zurückgehalten“ Genau, man kennt sich, man hilft sich. Wozu fragt man sich, sollen Bürger verschiedene Parteien wählen, wenn doch alle einer Meinung sind. Wo bleibt die gesunde Opposition? Wird so die viel beschworene Demokratie praktiziert? Im Grunde ist es die Kapitulation vor dem Machbaren. Das haben sich die Mayener Bürger nicht verdient.
Karsten Kocher:
Frau oder Herr Wally Karl, wenn man sich den bisherigen politischen Aktionismus des rheinland-pfälzischen AfD-Landesvorsitzenden Michael Frisch, auch aus seiner Zeit vor der AfD, genauer ansieht, dann paßt die Einstufung christlich-radikal schon. Und wenn man sich die aktuellen Beiträge des Vereins DEMOS e.V. zu den Herren Schäfer und Salka von der AfD Westerwald anschaut, dann zeigt es deutlich, wie stark sich das extrem rechte Gedankengut im AfD-Kreisverband Westerwald schon festgesetzt hat.
Wally Karl:
Die unqualifizierte Einstufung von AfD - Politikern als rechtsradikal ist einigen Kommentatoren noch nicht genug. Als Steigerung wird jetzt neu der völlig abstruse Begriff christlich - radikal verwendet, was immer das auch heißen soll. Aus dem Geschichtsverständnis heraus könnte man höchstens die Kreuzritter als christlich - radikal bezeichnen.
Wally Karl:
Für den geneigten Leser entsteht der Eindruck, das Patrick Baum sich beruflich mit Hass und Hetze beschäftigt. Nicht anders ist seine ständige einseitige Kommentierung zu erklären und wenn es dann noch um die AfD geht läuft er zur Hochform auf. Hatten wir nicht in dieser Gesellschaft beschlössen uns von Hass und Hetze zu distanzieren um eines friedlichen Zusammenlebens willen?
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