Allgemeine Berichte | 26.07.2016, 08:10 Uhr

Familie Dresen aus Grafschaft-Leimersdorf verlor ihr gesamtes Hab und Gut

Starkregenereignis zerstörte ganzes Haus

Leimersdorfer Dorfgemeinschaft richtete Spendenkonto ein

Hilflos stehen die Hauseigentümer dem Chaos gegenüber.
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Grafschaft-Leimersdorf/Karweiler. Der 4. Juni hatte unscheinbar begonnen. So, wie unzählige andere Tage auch. Für die Familie Dresen aus der Grafschaft sollte dieser Samstag jedoch zum real gewordenen Alptraum werden…

Mehr als 36 Jahre lang wohnte die vierköpfige Familie im beschaulichen Grafschafter Ortsteil Leimersdorf. Schon die Großeltern lebten hier, von denen die Dresens das Eigenheim Anfang der 1980er Jahre übernahmen. Im Lauf der Jahrzehnte machte sich die umliegende Natur höchstens in Form der Tier- und Pflanzenwelt des nahegelegenen Leimersdorfer Bachs bemerkbar. Eine Idylle, die in den Jahren 2010 und 2013 erste Risse bekam. Massives Hochwasser ließ den ansonsten eher einem Rinnsal gleichenden Bach über die Ufer treten und verursachte massive Schäden am Haus der Familie. Das hatte Folgen, denn fortan erklärte sich kein Versicherungsunternehmen mehr bereit, das Objekt gegen die Folgen von Hochwasser oder Starkregen zu einem bezahlbaren Tarif zu versichern. Familienvater Wolfgang Dresen ließ sich davon nicht den Mut nehmen, renovierte die Immobilie mit großem Aufwand und sicherte sie nach neuesten Erkenntnissen gegen zukünftiges Hochwasser – unter anderem mit einem rund um das Haus gezogenen Graben, der mit wasserabweisendem Spezialmaterial ausgelegt wurde.

Doch gegen die Naturgewalten des 4. Juni waren auch die besten Anti-Hochwassermaßnahmen wirkungslos. Der ab Mittag einsetzende Niederschlag potenzierte sich innerhalb kürzester Zeit zu einem enormen Starkregen, dessen verheerende Folgen vor allem die Dörfer Nierendorf und Leimersdorf in starke Mitleidenschaft ziehen sollte.

Der Bach wird zu eine reißenden Fluss

Der erwähnte Leimersdorfer Bach verwandelte sich in einen reißenden Fluss, der unter anderem zwischen Leimersdorf und Birresdorf die Straße bersten und schließlich unpassierbar werden ließ. Die zerstörerische Naturgewalt des Wassers bekam vor allem die allein zu Haus befindliche Julia Dresen an jenem verhängnisvollen Samstag zu spüren. Schnell sammelte sich rasch steigendes Wasser rund ums Haus, so dass die Studentin zunächst ihr Fahrzeug beim Nachbarn in Sicherheit brachte. Wenige Minuten später stand das Wasser im Hof schon kniehoch und stieg immer weiter. Es folgten dramatische Minuten, denn der Hund der Familie befand sich noch im jetzt vollständig von den Fluten umgebenen Haus.

Da sich die Haustüre nicht mehr öffnen ließ, schlug Julia Dresen geistesgegenwärtig das Terrassenfenster ein und konnte das verängstigte Tier in letzter Minute aus dem Anwesen befreien. Der Wasserpegel hatte inzwischen Brusthöhe erreicht, so dass Mensch und Tier nur schwimmend und mit Hilfe von Nachbarn aus der Gefahrenzone gelangten.

„Die Feuerwehr sagte mir anschließend, dass die Sache nur wenig später ein schlimmes Ende hätte nehmen können“, erinnert sich Julia Dresen noch mit Schrecken an jene dramatischen Minuten.

Wand und Dach stürzten ein

Für das Haus der Familie gab es keine Rettung mehr. Es wurde durch die Wassermassen zerstört, die Wand im Kinderzimmer brach vollständig ein. Mittlerweile ist auch das Dach des längst unbewohnten Hauses in sich zusammengestürzt. Fast alle privaten Erinnerungsstücke wie Urkunden, Fotos, Bilder, Zeugnisse und vieles mehr fiel dem Unglück zum Opfer. Selbigess gilt für Möbel, Bekleidung, Geräte oder Küchenzubehör.

Die Familie Dresen stand innerhalb kürzester Zeit vor dem Nichts und verlor ihr gesamtes Hab und Gut. Die ersten Tage nach der Katastrophe kam man bei Freunden in Neunkirchen-Seelscheid unter, bevor die Familie dank Vermittlung der Gemeinde Grafschaft und von Pastor Paul Groß ins Karweiler Pfarrhaus einziehen konnte – zumindest so lange, bis eine neue Bleibe gefunden wird. Eine solche, neue Heimat in Form eines zu mietenden Hauses sucht die Familie Dresen noch und freut sich über entsprechende Hinweise.

Weitere Informationen:

Da die Familie mit Versicherungsleistungen nicht rechnen kann, hat die Dorfgemeinschaft Leimersdorf e.V. ein Spendenkonto bei der Raiffeisenbank Grafschaft-Wachtberg eingerichtet. Es lautet: IBAN: D E 2 6 5 7 7 6 2 2 6 5 0 1 0 0 1 0 9 8 9 0, Stichwort: „Fluthilfe Familie Dresen“. Kontakt Julia Dresen: juliadresen@yahoo.de

Starkregenereignis zerstörte ganzes Haus

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