Allgemeine Berichte | 24.09.2019

Eifelverein Remagen unterwegs in Mendig und der Pellenz

Steinerne Zeugen der Geschichte

Wanderung führte an alten Kirchen, Höfen und Wegkreuzen entlang

In der Ruine des Florinshofs in Obermendig. Foto: privat

Remagen. Mendig? Ja, der Name dieses kleinen Städtchens ist weithin bekannt, lässt sich doch dort über einen Abstecher die Autobahn nach Trier schneller erreichen als über das Koblenzer Kreuz. Und auch das Vulkanmuseum, die riesigen Lavakeller, die historische unterirdische Mühlsteingewinnung und die danach folgende Brauereitradition – all dies bringt man mit Mendig schnell in Verbindung.

Dass diese Stadt selbst aber durchaus sehenswert ist und überraschend viel zu bieten hat, davon konnten sich die Remagener Eifelfreunde bei ihrer Wanderung überzeugen.

Allein schon die Ruine des Florinshofs in Obermendig mit der spätgotischen Laurentiuskapelle daneben lohnt einen Besuch. In Niedermendig thront trutzig auf einer erstarrten Felsennase die Doppelkirche St. Cyriakus. Welch ein Glück, dass beim Bau der neugotischen großen Kirche im 19. Jahrhundert die kleine gewölbte Pfeilerbasilika direkt daneben mit ihren ausdrucksstarken Wandmalereien des 13. bis 15. Jahrhunderts erhalten blieb.

In weitem Bogen führte die Wanderung nach Osten in die „Pellenz“, jenen Landbezirk, dem in früheren Jahrhunderten neben Mendig 14 Gemeinden mit gemeinsamer Verwaltung und Gerichtsbarkeit angehörten.

Vorbei ging es am inzwischen von der Bundeswehr aufgegebenen Hubschrauber-Flugplatz bis zum uralten Bahnerhof, der im Mittelalter durch einen doppelten, noch heute deutlich sichtbaren Wassergraben geschützt war. Die Eigentümerin war so freundlich, die Wanderer spontan durch ihr Anwesen zu führen, und sie öffnete auch die kleine, 1542 erbaute Kapelle unter den uralten Linden.

In Fraukirch wurde eingekehrt. Die berühmte Wallfahrtskirche aus dem 13. Jahrhundert zeigt auf dem barocken Altaraufsatz Szenen der Genoveva-Sage, darunter die sicher weltweit einzige plastische Darstellung der grausamen Vierteilung eines Missetäters auf einem Altarbild.

Die ganze Wanderung galt vor allem den vielen Basaltkreuzen aus sechs Jahrhunderten, die rings um Mendig innerhalb der Ortschaften und auf freiem Feld anzutreffen sind. Manche von ihnen sind wertvollste Kunstwerke.

Aber auch ganz schlichte steinerne Kreuze sind Zeichen tiefer Frömmigkeit der Stifter, deren Namen oft auf dem Sockel der Kreuze vermerkt sind.

In der Ruine des Florinshofs in Obermendig. Foto: privat

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