Allgemeine Berichte | 08.05.2019

Eine schöne alte Tradition

Stellen der Maibäume ist meist Aufgabe der Junggesellen

Mit Hilfe der Micken stellen die Junggesellen aus Barweiler, mit Unterstützung der Ortsvereine, die fast 30 Meter lange Fichte. Fotos: -SES-

Adenau. Verbandsgemeinde Adenau. Traditionell werden im Eifelraum am ersten Mai, oder am Tag davor die Maibäume aufgestellt. So auch in diesem Jahr. Vielfach mit Muskelkraft und viel „Hau-Ruck“ mit Hilfe der „Micken“, (mit Stricken zusammengebundene Holzstangen) wird der Baum in die Senkrechte gebracht, darauf sind die Junggesellen oder in manchen Orten auch Vereine oder Feuerwehr besonders stolz. Anschließend feiern die Junggesellen ihre Arbeit mit reichlich flüssigem rund um den Maibaum. Dass Streiche spielen in der Mainacht, soll an die Walpurgisnacht der Hexen erinnern. Natürlich wird „seinem Schatz“ auch ein Bäumchen gestellt. Eine mit vielen bunten Bändern geschmückte Birke wird im Laufe der Nacht am Haus der Liebsten errichtet. Das Mai Brauchtum führt bis in das 13. Jahrhundert zurück. Zu dieser Zeit feierte man den ersten Mai mittels grünen Zweigen und Maien (Bäumchen) die während des Maigrüßens als „Schmuckmaien“ dienten. Diese sind die Vorläufer des Maibaumes. Der traditionelle „Maien“ oder Maibaum war ursprünglich die Birke. Weil die Birke als erste aus ihrer Winterstarre erwacht, gilt sie als Symbol für Kraft, Anmut, Lebenswille Licht und Heiterkeit. In der heutigen Zeit wird meist die Fichte als Maibaum verwendet. Sie treibt im Mai aus und gilt daher als Symbol für die Ankunft des Lichtes und der Wärme. So hat der Maibaum seit Alters her eine gewisse Magie inne. In der Krone wohnen die guten Geister. Fehlt der grüne Wipfel, ist der Baum entmachtet, seelen- und kraftlos. Der Kranz versinnbildlich das weibliche Element. Wenn dieser Kranz fehlt, hat der Baum sein Fruchtbarkeitssymbol eingebüßt. Mit den Bändern wird der Segen des Gedeihens verbunden. In manchen Orten des Adenauer Raumes werden in der Mainacht geheime Liebschaften öffentlich gemacht. Eine zu Kalkspur wird von Haus zu Haus der Verliebten gezogen. Eine Erfindung der Junggesellen ist der Maibaum als Liebesgabe. Hier wird eine 3 bis 4 Meter hohe Birke mit frischen grünen Blättern noch mit vielen bunten Bändern versehen und am Haus der Liebsten befestigt. Vielerorts wird am frühen morgen des 1. Maitages der Mai, mit dem Lied „Der Mai ist gekommen“ von den Junggesellen am Maibaum gesungen, begrüßt.

SES

Mit vereinten Kräften stellen auch die Junggesellen in Reifferscheid den Baum in die Senkrechte.

Mit vereinten Kräften stellen auch die Junggesellen in Reifferscheid den Baum in die Senkrechte. Foto: HEINZ TONI SESTERHEIM

Die Junggesellen aus Wershofen haben es geschafft, der Baum steht.

Die Junggesellen aus Wershofen haben es geschafft, der Baum steht. Foto: HEINZ TONI SESTERHEIM

Mit viel Hau Ruck kommt der Baum in Leimbach in die Senkrechte.

Mit viel Hau Ruck kommt der Baum in Leimbach in die Senkrechte. Foto: HEINZ TONI SESTERHEIM

Mit Hilfe der Micken stellen die Junggesellen aus Barweiler, mit Unterstützung der Ortsvereine, die fast 30 Meter lange Fichte. Fotos: -SES- Foto: HEINZ TONI SESTERHEIM

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