Allgemeine Berichte | 26.09.2017

Verleihung des Deutschen Keramikpreises im Keramikmuseum

Stephanie Marie Roos und Kiho Kang sind die diesjährigen Preisträger

Die preisgekrönten und nominierten Werke von 16 Künstlern sind im Keramikmuseum zu begutachten

Außen erdfarben, innen neon - das sind diegeometrischen Gefäße des Koreaners Kiho Kang.

Höhr-Grenzhausen. Der Südwestdeutsche Keramikpreis, der durch eine Initiative des Bundes der Kunsthandwerker Baden-Württemberg und der SV SparkassenVersicherung ins Leben gerufen wurde, wurde am 17. September erstmals in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz vergeben. Er wurde initiiert, um das keramische Schaffen im Südwesten der Bundesrepublik zu fördern und das künstlerische Schaffen auf nationaler und internationaler Ebene zu positionieren. Alle Künstlerinnen und Künstler, deren Material Ton oder Porzellan ist und die ihren Wohnsitz, ihre Werkstatt oder ihr Atelier in Baden-Württemberg oder Rheinland-Pfalz haben, waren berechtigt am Wettbewerb teilzunehmen.

57 Künstler bewarben sich

Das Keramikmuseum Westerwald war der ideale Ort für die Ausstellung und die Preisvergabe. Aus insgesamt 57 Bewerberinnen und Bewerbern blieben letztlich 16 Finalisten übrig, die hier nun ihre Werke beeindrucken zeigen. Tolle Kunstwerke, die aus den vorgegebenen Materialien entstanden sind, können zunächst bis zum 11. Februar 2018 in Höhr-Grenzhausen als Sonderausstellung betrachtet und auch erworben werden. Im Anschluss geht die Ausstellung zum Museum beim Markt in Karlsruhe, wo die Exponate bis Anfang 2019 ausgestellt sind. „Käufer, denen ein Kunstwerk gefällt, müssen uns dieses bis zum Ende der Ausstellungen noch zur Verfügung stellen. Erste Geschäfte wurden bereits bei unserer Eröffnung gemacht“, erklärt Museumsleiterin Monika Gass.

Ein Preisgeld gab es für die beiden Erstplatzierten dann auch zu gewinnen. Die SparkassenVersicherung lobte für herausragende keramische und singuläre Positionen insgesamt 10.000 Euro aus, welche bereits im Juli an die beiden Erstplatzierten Stephanie Marie Roos (aus Achern/7.000 Euro) und Kiho Kang (Bad Ems/3.000 Euro) überreicht wurden.

Stephanie Marie Roos übt Sozialkritik in Keramik

Stephanie Marie Roos präsentiert ausdrucksstarke figürlichen Arbeiten. Die Künstlerin, die bereits für ihr figuratives Werk international bekannt ist, überzeugte die Jury mit ihrer professionellen, kreativen Umsetzung sozialkritischer Themen in Keramik. Die Titel „Uniform“, „Hoodie“ oder „schwarzrotgold“ sprechen für sich. „Ohne narrativ schlicht zu sein, setzt die Betrachtung der Figuren Roos‘ mannigfaltige Assoziationen frei. Die Künstlerin interpretiert in ihrem wiedererkennbaren Stil, ihrer künstlerischen Handschrift stets neu einen bewusst kritischen gesetzten Standpunkt auf Zwischenmenschliches unserer Alltagswelt“, fand das fünfköpfige Juryteam bestehend aus Monika Gass, Leiterin des Keramikmuseums Westerwald, Dr. Joanna Flawia Figiel, Kuratorin für Keramik am Badischen Landesmuseum Karlsruhe, Dr. Verena Titze-Winter, Leiterin der Kunst- und Kulturförderung der SV SparkassenVersicherung, Dr. Maria Schüly, Kuratorin im Förderkreis Keramikmuseum Staufen e.V. und Matthias Hirtreiter, Künstler, Keramiker Bildhauer Akademie München.

Stephanie Marie Roos wurde 1971 in Achern in Baden-Württemberg geboren. Nach ihrem fundierten künstlerischen Werdegang erhielt sie 2015 und 2016 bereits die beiden Auszeichnungen Honorary Award UNICUM sowie Honorable Mention Ceramica Multiplex.

Kiho Kangs Gefäße interpretieren Erd-Farben neu

Den zweiten Platz konnte sich Kiho Kang mit seinen klar strukturierten Gefäß- und Formstudien sichern, die auch – neu interpretiert in seinem Œuvre – das Moment der Farbigkeit, hier Erd-Farbigkeit, zeigen. Die Installation geometrischer, akribisch per Hand gebauter Gefäßformen variiert wie ein Stillleben die unendliche Vielfalt von Kegelform, „Zylinder, Kugelschnitt und deren Harmonie in der Komposition der Formen und Farben. Fingerspuren auf jedem Stück zeugen von der Handbearbeitung der Tonwandungen im konzentrierten Aufbau der Form, eine optische und haptische Oberflächenwirkung, die die Spur des Machens sowie das Nachdenkliche, die konzentrierte Bauphase ebenso wie das Streben nach Vollendung dokumentiert. Bekannt für seine Arbeiten in Porzellanweiß sind die warmen Erdtöne der Außenwände jetziger Gefäße gekontert mit neonfarbigen Glasuren der Innenräume. Ästhetisch wie keramisch ist dies eine herausragende künstlerische Arbeit“, so die Juroren.

Kang wurde 1980 in Südkorea geboren. 19 Auszeichnungen zwischen 2008 und 2015 vor allem in Korea und Deutschland belegen seinen erfolgreichen künstlerischen Werdegang.

Nicole Thoss wird für ihre „Überfahrt“ gelobt

Zudem gab es eine Belobigung für die rheinland-pfälzische Künstlerin Nicole Thoss und ihr Werk „Überfahrt“. Sie ist 1979 in Höhr-Grenzhausen geboren und seit 2007 mit in der Ladengemeinschaft KASINO (Werkstatt/Laden/Galerie/Café) tätig.

Auch sie wurde zwischen 2008 und 2012 bereits mehrfach für ihr künstlerisches Schaffen ausgezeichnet.

Festliche Eröffnung

Bei der festlichen Eröffnungsfeier wurden die Gäste von Landrat Achim Schwickert und Stadtbürgermeister Michael Thiesen begrüßt. Die Preisverleihung nahm Dr. Verena Titze-Winter, Leiterin Kulturförderung der SV SparkassenVersicherung, vor. Weitere Grußworte sprachen die Kooperationspartner vom Vorstand des Bundes der Kunsthandwerker Baden-Württemberg (Heide Nonnenmacher), vom Kuratorium für Keramik am Badischen Landesmuseum Karlsruhe (Dr. Johanna Flawia Figiel) und die Hausherrin Monika Gass. Musikalisch begleitet wurde die Veranstaltung vom Duo „Gitarr-o-phon“ mit Christian König (Gitarre) und Friedhelm Schneider (Sopran- und Tenorsaxophon sowie Querflöte).

16 Künstler stellen aus

Neben den Werkgruppen der beiden Preisträger sind aber auch die Keramiken der 14 Nominierten im Keramikmuseum Westerwald zu sehen. Die sind aus Rheinland-Pfalz Monika Debus, Daniela Polz, Mitko Sabev Ivanov, Julia Saffer, Nicole Thoss und Nele van Wieringen sowie aus Baden-Württemberg Suanne Dinkel, Christine Hitzblech, Markus Klausmann, Hannelore Langhans, Susanne Lukács-Ringel, Heide Nonnenmacher, Peter Wichmann und Hannah Zenger. Die Öffnungszeiten sind dienstags bis sonntags von 10 bis 17 sowie mittwochs von 10 bis 18 Uhr.

Außen erdfarben, innen neon - das sind diegeometrischen Gefäße des Koreaners Kiho Kang.
Stephanie Marie Roos überzeugte mit ihren sozialkritischen Werken. Foto: Privat

Stephanie Marie Roos überzeugte mit ihren sozialkritischen Werken. Foto: Privat

„Sein wie Gott (eritis sicut deus)“, so der Titel dieses Affen von Hannelore Langhans.

„Sein wie Gott (eritis sicut deus)“, so der Titel dieses Affen von Hannelore Langhans.

Die figürlichen Kunstwelke von Stephanie Marie Roosbegeisterten die Jury und sicherten ihr den ersten Platz. Fotos: STUKO

Die figürlichen Kunstwelke von Stephanie Marie Roos begeisterten die Jury und sicherten ihr den ersten Platz. Fotos: STUKO

Museumsleiterin Monika Gass freute sich über diePremiere in ihrem Hause.

Museumsleiterin Monika Gass freute sich über die Premiere in ihrem Hause.

Die Gefäße und Formen von Kiho Kang brachtendem Künstler den zweiten Preis ein. Foto: Privat

Die Gefäße und Formen von Kiho Kang brachten dem Künstler den zweiten Preis ein. Foto: Privat

Auch Nicole Thoss aus Höhr-Grenzhausenwurde ausgezeichnet für ihr Werk „Überfahrt“. Foto: Privat

Auch Nicole Thoss aus Höhr-Grenzhausen wurde ausgezeichnet für ihr Werk „Überfahrt“. Foto: Privat

Außen erdfarben, innen neon - das sind die geometrischen Gefäße des Koreaners Kiho Kang.

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