Ein Geschenk für die Bürger der Stadt
Stolpersteine zeigen, was passiert, wenn der Hass gewinnt
Die ersten 14 von 36 Stolpersteinen wurden verlegt
Rheinbach. Nun hat die Stadt Rheinbach die ersten Stolpersteine für die während der NS-Zeit deportierten Rheinbacher Juden erhalten. Rheinbach reiht sich damit in die Reihe der zahlreichen Städte ein, in denen Günter Demnig bereits Stolpersteine verlegt hat. Circa 60.000 Stolpersteine in ganz Europa hat der Aktions-Künstler schon eingelassen.
Vorausgegangen waren zahlreiche, intensiv und emotional geführte Diskussionen über das „Für und Wider“ der Verlegung von Stolpersteinen. Bürgermeister Stefan Raetz, Befürworter dieser „individuellen Gedenkkultur“, war deshalb erleichtert, als in der Sitzung des Rates im September dieses Jahres eine Mehrheit für diese Gedenkform votiert hatte. Damit fanden zahlreiche Initiativen einen würdigen Abschluss. Aus Anlass der Verlegung der ersten Stolpersteine hatte der Bürgermeister zu einer Feierstunde in das Foyer des Rathauses eingeladen. Angesichts der herausragenden Bedeutung dieses Ereignisses für die Stadt Rheinbach, waren rund 150 Gäste zur Feierstunde erschienen.
Stefan Raetz bedankte sich ausdrücklich bei allen Spendern, die eine Patenschaft für die 36 Gedenksteine übernommen haben und appellierte eindringlich, wachsam zu bleiben und jede Form von Rassismus zu bekämpfen. „Überglücklich und dankbar“, so formulierte die 85-jährige Alisa Weil, Ehefrau des verstorbenen jüdischen Malers und Holocaust-Überlebenden Manfred Weil, ihre Empfindungen während der Feierstunde.
Die Aktualität und die Notwendigkeit der Erinnerungen an die Opfer des Nazi-Regimes in der heutigen Zeit bezeugten Schülerinnen und Schüler des Städtischen Gymnasiums während der Feierstunde. Sie hatten Schilder mit den Namen der Opfer in ihren Händen und verlasen in der „Ich-Form“ die wichtigsten Lebens-Daten der Opfer. „Stolpersteine zeigen, was passiert, wenn der Hass gewinnt“, so die Kernaussage der Schüler.
Im Anschluss an die Feierstunde nahmen die Gäste an der Verlegung der ersten Stolpersteine mit Günter Demnig teil. An Ort und Stelle erhielten die Spender eine Urkunde über ihre Patenschaft. Rosen zierten nach der Verlegung die eingelassenen Gedenksteine. Die ersten 14 von 36 Stolpersteinen wurden an diesem Tag verlegt. Die restlichen 22 werden wohl in der zweiten Jahreshälfte 2017 eingelassen werden können. Bis dahin ist Günter Demnig bereits „ausgebucht“
. STS
Foto: Picasa
