Allgemeine Berichte | 01.10.2024

„Stoppt das Tierleid“

Kreis Ahrweiler. Wie schon in der Vergangenheit bietet der Katzenschutzverein Bad Neuenahr-Ahrweiler 1978 e.V. auch dieses Jahr im Zeitraum 15.10. - 15.11. einen Zuschuss zu den Kastrationskosten von Katzen an. Der Zuschuss betragt 80 Euro für Katzen und 50 Euro für Kater. Darüber hinaus werden die Kosten für die Implementierung eines Chips übernommen und die Tiere bei Tasso e.V. und Findefix, den zwei führenden Tierzentralregistern in Deutschland, registriert.

„Wir sind täglich mit dem Leid und Elend der Straßenkatzen konfrontiert, die bei Wind und Wetter, Regen und Schnee, einen unaufhörlichen Überlebenskampf führen“, so Anita Andres, 1. Vorsitzende des Vereins. 12 Mäuse benötigt eine Katze am Tag um zu überleben. Das bedarf unaufhörlicher Konzentration, da darf man nicht krank oder verletzt sein, was bei freilebenden Katzen unausweichlich ist. Es lauern die Gefahren der Straße, der Kampf mit Artgenossen um das Revier, ausgelegte Giftköder, Fressfeinde und vieles mehr. Einen sicheren Ruheplatz zu finden ist schwer, Unterschlupfe wie Scheunen oder dergleichen gibt es kaum noch und im Wald werden Katzen von Jägern nicht geduldet. Hinzu kommt, dass die Beutetiere oft selbst krank sind oder Parasiten haben und die Katze sich damit ansteckt.

Während Wohnungskatzen im Durchschnitt 15 - 18 und Freigängerkatzen 10 – 12 Jahre alt werden, liegt die Lebenszeit der Tiere auf der Straße im Durchschnitt bei nur 3- 5 Jahren, die sie meist hungernd, frierend und krank verbringen müssen. Straßenkitten leben meist nur wenige Monate.

„Wenn ich nach Fangaktionen gefragt werde, warum wir Tierschützer die Tiere nicht in Ruhe und in Freiheit leben lassen, weil diese sich ja selbst versorgen können, könnte ich platzen“, so Anita Andres. „Oder wenn die Kastration einer Hauskatze abgelehnt wird, weil der Kater seinen Spaß haben oder die junge Katze wenigstens einmal Mutterglück erleben soll“. Diese Sprüche spiegeln den Wunsch des Katzenhalters wieder, für die instinkt- und hormongesteuerten Tiere sind weder Rolligkeit noch der Kampf mit Artgenossen um die Paarung ein Spaß.

Mehrere Kilometer riecht ein Kater eine rollige Katze und die Natur zwingt ihn, um sie zu werben. Über Felder und Straßen hinweg macht er sich auf einen gefährlichen Weg. Der Kampf mit Konkurrenten um die Gunst des Weibchens kann mit einer unversorgten Bisswunde oder einer übertragenen Krankheit schnell tödlich enden. „Streunerkatzen sind schließlich auch nicht gegen Tollwut, Katzenschnupfen, usw. geimpft“, führt Anita Andres weiter aus.

Aber auch die Kätzinnen leiden: unkastriert werden sie mit 6 - 8 Monaten das erste Mal rollig und erwarten nach 7 Wochen 4-6 Babys. Ca. vier Monate nach der Geburt sind sie erneut rollig und so geht es immer weiter. Dass dieses täglich ums Überleben kämpfende Muttertier - stets tragend oder säugend - schon als junges Tier unterversorgt und ausgemergelt ist, verwundert da nicht.

Aber auch unkastrierte Hauskatzen leiden, wenn sie nicht gedeckt werden. Tritt nach einer Rolligkeit keine Schwangerschaft ein, wird das Tier dauerrollig, ist unruhig und quält sich. Gebärmutterentzündungen bis hin zu bösartigen Wucherungen können die Folge sein.

„Es sprengt den Rahmen dieses Artikels, auf weitere Einzelheiten und Probleme einzugehen. Fakt ist, dass das Leid der Tiere nur gemildert werden kann, wenn unkastrierte Hauskatzen den Nachwuchs nicht weiter befeuern. Wir appellieren daher an alle Besitzer unkastrierter Tiere, den Schritt zu gehen und ihr Tier kastrieren zu lassen“, schließt Anita Andres ihre Ausführungen ab.

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