Volkstrauertag
Swisttal gedenkt der Opfer der Kriege und des Terrors
Zwei neue Gedenkstelen wurden neben dem Ehrenmal enthüllt
Swisttal-Heimerzheim. „Wenn wir heute von Toten sprechen, schließen wir die Opfer der Pariser Anschläge mit ein“, begann Swisttals neue Bürgermeisterin Petra Kalkbrenner ihre Ansprache zum Volkstrauertag auf der Kriegsgräbergedenkstätte auf dem Heimerzheimer Friedhof. „Dieses Ereignis hat uns gezeigt, wie brüchig unser Frieden sein kann und dass die Demokratie mehr denn je ihre Stärke beweisen muss.“ Rund 100 Menschen fanden sich zur zentralen Gedenkfeier der Gemeinde Swisttal ein, darunter große Abordnungen der Schützen, der Freiwilligen Feuerwehr, der Bundespolizei und weiterer Organisationen. Auch in anderen Swisttaler Ortsteilen fanden an den Mahnmalen für die Opfer der Kriege Gedenkfeiern statt. „Wir gedenken der Menschen, die ihrer Zukunft, ihrer Hoffnungen und Träume beraubt wurden“, so die Bürgermeisterin, „neun Millionen Soldaten starben während des ersten Weltkrieges, zum Kriegsende 1918 gab es allein in Deutschland rund 2,7 Millionen physisch und psychisch versehrte Kriegsteilnehmer.“ Der Zweite Weltkrieg, der ganz Europa in ein Schlachtfeld verwandelte, wütete noch schlimmer. Der braune Terror schlug eine Schneise der Verwüstung durch Europa, er hinterließ brennende Städte und Dörfer, in knapp sechs Jahren starben rund 60 Millionen Soldaten und Zivilisten. Demokratie und Freiheit müssen verteidigt werden. „Mit unserem Erinnern und unserer Mahnung gegen das Vergessen liefern wir einen kleinen, aber nicht unwesentlichen Beitrag zum Frieden und zum Erhalt unserer freiheitlich demokratischen Grundordnung“, wies Kalkbrenner darauf hin, dass aus Respekt vor den Toten die Erinnerung wachgehalten werden müsse. Nach der Niederlegung der Kränze am Ehrenmal durch zwei Beamte der Bundespolizei und zwei Feuerwehrmänner des Heimerzheimer Löschzuges trugen drei Schüler und eine Schülerin der Georg-von-Boeselager-Schule gemeinsam mit ihrer Lehrerin Rike Schaval ihre Gedanken zum Volkstrauertag vor. In einem Dialog forderten sie Toleranz untereinander und Verantwortung füreinander.
Enthüllung von zwei neuen Gedenkstelen
Im Anschluss an die Gedenkfeier enthüllten Petra Kalkbrenner und Swisttals Landtagsabgeordnete Ilka von Boeselager zwei neu errichtete Stelen, die jeweils rechts bzw. links des großen Gedenkkreuzes aufgestellt wurden. Auf ihnen sind die Namen aller im zweiten Weltkrieg gefallenen und vermissten Heimerzheimer Soldaten und Zivilisten aufgeführt, der Arbeitskreis Heimat hatte in mühevoller Arbeit alle Namen ermittelt. Es war ein lang gehegter Wunsch von Gertrud Fuß aus der Bachstraße, die den Namen ihres im Krieg verlorenen Vaters und die Namen der anderen Opfer in Stein gemeißelt für kommende Generationen bewahren wollte. Pastorin Claudia Müller-Bück las dazu aus der Johannes Offenbarung, Pater Stanislaus Friede segnete die Stelen ein. Der Heimerzheimer Steinmetz Host Bürvenich hatte die Stelen gefertigt, finanziert wurden sie von Spenden der Bürgerschaft und von Sponsoren. Musikalisch wurde die Feier von den Swisttalmusikanten mit Werken von Moritz Graf von Lavetzki und der Salvative Army sowie dem Männerchor Heimerzheim-Metternich mit dem Lied „O Herr gib Frieden dieser Welt“ begleitet.
Frische Kränze schmücken das Gedenkkreuz auf dem Heimerzheimer Friedhof.
