Allgemeine Berichte | 13.07.2017, 08:00 Uhr

Eröffnung der 11. Wachtberger Kulturwochen

Symbiose aus Wort und Gesang, Instrumentalmusik und Gemälden

Schubertiade im Atelier von Michael Franke mit Bariton Frederik Schauhoff, Pianistin Yingwei Chen und dem Borea Barockorchester

Bariton Frederik Schauhoff wurde bei seinem Auftritt begleitet vom Borea Barockorchester. JOST
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Gimmersdorf. Mit einer großartigen „Schubertiade“ startete die 11. Auflage der Wachtberger Kulturwochen im Atelier von Michael Franke in Gimmersdorf. Musikalisch und literarisch stand Franz Schubert, einer der großen deutschen Komponisten der Romantik, im Mittelpunkt des Abends. Dem in Wien geborenen Komponisten war zwar nur ein kurzes Leben vergönnt, doch schuf er in nur 31 Lebensjahren in allen musikalischen Gattungen herausragende Werke, die noch heute großes Ansehen genießen. Zusammen mit Beethoven gilt er als Begründer der romantischen Musik im deutschsprachigen Raum und verdankt seinen Ruhm nicht zuletzt seinen ausdrucksstarken Liedern. Die standen auch im Mittelpunkt der „Schubertiade“ im eigentlichen ursprünglichen Sinn, nämlich der Aufführung von Schuberts Werken in einem eher privaten Rahmen, die der Komponist auch selbst bevorzugt hatte. Denn einmal mehr hatte der renommierte Kunstmaler Michael Franke sein Atelier in einer umgebauten und erweiterten alten Scheune mit riesigem Tageslichtfenster für das Auftaktkonzert der Wachtberger Kulturwochen zur Verfügung gestellt.

Er selbst hatte es sich Dabei nicht nehmen lassen, über Nacht 1.500 Kilometer von seinem Zweitwohnsitz in Italien nach Gimmersdorf anzureisen und gleich einige seiner dort entstandenen neuesten Werke zu präsentieren. Er freue sich besonders, an diesem Abend die bildende Kunst und die Musik mit der Literatur verbinden zu können, und wies darauf hin, dass man die Kultur ebenso wie der Welt an sich nur aus ihrer Gesamtheit begreifen könne.

Kultur in allen Facetten kommt zum Zuge

Bürgermeisterin Renate Offergeld erinnerte in ihrer Eröffnungsansprache an das Jubiläum im vergangenen Jahr, als der Wachtberger Kulturwochen ihren zehnten Geburtstag gefeiert hatten.

Auch in diesem Jahr werde wieder die Kultur in all ihren Facetten an unterschiedlichen Orten in der ganzen Gemeinde zum Zuge kommen. Die Wachtberger Kulturwochen seien mittlerweile weit über die Gemeindegrenzen hinaus bekannt und stünden als Teil des rheinischen Kultursommers in einer Reihe mit den „Kölner Lichtern“ oder „Brühler Schlosskonzerten“. In diesem Jahr finde die Veranstaltungsreihe allerdings früher statt, nämlich noch in den Sommerferien, weil man die Erfahrung gemacht habe, dass die Termine sonst in den Wochen nach den Ferien mit den diversen Festivitäten der heimischen Vereine kollidiere. Das Borea Barockorchester unter der Leitung von Robert Wittbrodt glänzte anschließend einerseits mit eigenen Beiträgen, etwa der Ballettmusik Nummer 9 aus dem Werk „Rosamunde“. Die 13 Instrumentalisten begleiteten aber auch die bemerkenswerten Auftritte des Baritons Frederik Schauhoff mit fast einem Dutzend Schubert-Lieder. Als perfekte Ergänzung erwies sich auch die einfühlsame Pianistin Yingwei Chen am Klavier. Dazwischen rezitierte Robert Wittbrodt humorvolle und ernste Äußerungen bekannter Zeitgenossen und faszinierter Schriftsteller über das Leben und Wirken Franz Schuberts. Alles in allem ergab sich so eine unvergessliche Symbiose aus Wort, Gesang, Instrumentalmusik und atemberaubenden Gemälden im Hintergrund, und das an einem einzigartigen Veranstaltungsort. Und in der Pause gab es Baguette, Käse und französischen Wein vom Partnerschaftsverein. Was will man mehr?

JOST

Bariton Frederik Schauhoff wurde bei seinem Auftritt begleitet vom Borea Barockorchester. Fotos: JOST

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