50 rollende Akteure begeisterten Publikum zum Jahresabschluss
Tabaluga auf Rollen – Ein Rockmärchen in Höhr-Grenzhausen
Heidrun Schneider übergibt das Zepter an die Next Generation
Höhr-Grenzhausen. Als Peter Maffay 1994 das Musical „Tabaluga und Lilli“, eine Mischung der beiden Konzeptalben „Tabaluga oder die Reise zur Vernunft“ und „Tabaluga und Lilli“, uraufführte, hätte er sicher nicht gedachte, dass fast 25 Jahre später seine Geschichte von rund 50 motivierten überwiegend jungen Rollsportlerinnen und Rollsportlern in Höhr-Grenzhausen an zwei Tagen vor nahezu ausverkauftem Saal präsentiert wird. So konnten circa 500 Tabaluga-begeisterte kleine und große Zuschauer für zwei Stunden abtauchen in die Welt des kleinen grünen Drachen und ihn nach Grünland und auf seine Reise zur Vernunft begleiten. Doch diese ist nicht leicht zu erkennen und er verlässt sich, wie es ihm sein Vater Tyrion geraten hat, auf die Kraft der Fantasie.
Die Macht der Liebe
Auf seinem Weg begegnet Tabaluga dem Mond, dem Riesen Grykolos, dem Baum des Lebens, dem Salamanderweibchen Pyromella, der Sonne, den vier Jahreszeiten, dem Hass und vielen anderen Geschöpfen und Gefühlen. Dabei lernt er, dass nicht alle Wesen ihm wohlgesonnen sind und er kämpft gegen den mächtigen Schneemann Arktos. Die zweihundertjährige Schildkröte Nessaja hilft ihm auf seinem Weg durch Raum und Zeit und schließlich erweckt die wunderschöne Lilli in ihm das Gefühl der Liebe, welches sich als Schlüssel zur wahren Macht erweist, denn die Liebe ist mächtiger als Hass, Eifersucht und Neid, mächtiger als Gesetze, Pflichten und Konventionen.
Mehrere Generationen auf Rollschuhen unterwegs
In den Hauptrollen brillierten die beiden Tabaluga-Darsteller Benjamin Simon als großer Tabaluga und Leistungsläuferin Julia Reinert als kleiner Tabaluga. Alle kleinen und großen Darstellerinnen und Darsteller im Alter von vier bis 53 Jahren verzauberten das begeisterte Publikum in diesem Jahr aufs Neue. Damit die jungen Damen und Herren der Abteilung Rollsport der Höhr-Grenzhausener Sportfreunde auch ausreichend Platz zum „ausrollen“ hatten, wurde eigens für die beiden Aufführungen am vergangenen dritten Adventswochenende die Bühne vergrößert. Mit einem gewagten Sprung von der Bühne faszinierte Tabaluga die Gäste, um direkt im Anschluss rasant zwischen den Stühlen durch die Gänge des Saals zu jagen.
Die jungen Talente überzeugten allerdings nicht nur durch ihr sportliches, sondern auch mit ihrem schauspielerischen Können das Publikum. Die Rollsportler sprachen alle Texte mit und beeindruckten durch sehr gut einstudierte Gestik und Mimik. Einstudiert wurde das Stück von Heidrun Schneider als Trainerin. Für den Fall, dass ihre Tochter als Nessaja ausgefallen wäre, hatte sie natürlich ihre Rollschuhe eingepackt und hätte nicht gezögert selbst auf die Bühne zu rollen.
Tabaluga auf Rollen – Ein Rockmärchen in Höhr-Grenzhausen
Die Konflikte aus Tabaluga – Aktuell wie eh und je
Warum die Entscheidung zur Aufführung von „Tabaluga“ gefallen ist, erklärt Trainerin Heidrun Schneider so: „Ich habe mich in diesem Jahr wieder für Tabaluga entschlossen, weil wir das schon einmal erfolgreich gemacht haben. Dazu hatten wir Peter Maffay angeschrieben. Maffay unterstützt die Arbeit mit Kindern und hat die Aufführung genehmigt. Hätten wir ohne Genehmigung ein anderes Stück aufgeführt, wären wir Gefahr gelaufen, das Urheberrecht zu verletzten. Außerdem finde ich die alten Stücke aus Tabaluga immer noch aktuell und schön. Wenn zum Beispiel Salamander und Tabaluga darüber singen, dass sie sich ja nicht nahe kommen dürfen, weil sie sich gegenseitig gefährden, aber deswegen dennoch keine Feinde sein wollen, dann ist das so aktuell wie eh und je. Und daher stehe ich auch voll hinter dieser Aufführung.“
Kultureller Höhepunkt zum Jahresabschluss
Schneider wünschte sich für die beiden Aufführungen, dass das Publikum wieder genauso begeistert ist wie immer nach den Vorstellungen der Rollkunstläufer. Und das war es auch. Die Gäste konnten eine tolle Inszenierung des Rockmärchens bewundern und die Rollsportabteilung setzte mit den beiden Auftritten zum Jahresabschluss einen kulturellen Höhepunkt in den Höhr-Grenzhausener Veranstaltungskalender. Die Trainerin verabschiedete sich an diesem Abend auf der Bühne nach dreißig Jahren Arbeit mit ihren Schützlingen vom Schaulaufen und übergab das Zepter an die Next Generation.
