22. autofreier Sonntag im Gelbachtal
Tausende radelten durchs idyllische autofreie Gelbachtal
25 Kilometer Sommer, Sonne, blauer Himmel und jede Menge Kulinarisches – Ministerpräsidentin Malu Dreyer tauchte überraschend in Ettersdorf auf
Montabaur. 25 Kilometer freie Strecke für Radfahrer, Skater und Wanderer – und das einen ganzen Tag lang bei herrlichstem Sommerwetter: Das bot in diesem Jahr wieder der Tag des autofreien Gelbachtals zwischen Montabaur und Weinähr.
Laufen entlang des Bachlaufs
Die drei Verbandsgemeinden Montabaur, Diez und Nassau richten diesen schönen Tag gemeinsam aus, der diesmal mit dem offiziellen Startschuss in Weinähr unter Beteiligung der drei Bürgermeister eröffnet wurde. Montabaurs Bürgermeister Ulrich Richter-Hopprich wurde vertreten vom Ersten Beigeordneten Andree Stein. Der Bürgermeister hatte sich zur selben Zeit angemeldet für den „Wasserlauf“ in Ettersdorf, den seit einiger Zeit das Montabaurer Unternehmen Münz ausrichtet. Hier können die Teilnehmer auf fünf oder zehn Kilometer Strecke durch den Wald und entlang eines Bachlaufs ihr läuferisches Stehvermögen testen.
Der schnellste Läufer auf der Zehn-Kilometer-Strecke war übrigens Mussie Solomon, 21 Jahre alt, der schon nach 35 Minuten und sechs Sekunden wieder durchs Ziel flitzte. Eine gute heimische Läuferin war Silja Bäcker (Jahrgang 1977) vom Kern-Haus Team der RSG Montabaur, die die zehn Kilometer in 42:05 Minuten hinter sich ließ. Ins Leben gerufen hatte den Wasserlauf der frühere Leiter der Wasserwerke Montabaur, Jürgen Gläßer. Damals gab es als Hauptpreis ein Jahr kostenlose Wasserversorgung für den schnellsten Läufer.
Entspanntes Radeln am Gelbach
Deutlich ruhiger ließen es die einige tausend Radler angehen, die auf E-Bikes oder „normalen“ Drahteseln die Stationen durchs Gelbachtal abradelten. Egal, ob vonMontabaur über Wirzenborn, Reckenthal, Bladernheim, Ettersdorf, Isselbach, Kirchähr, Dies, Bruchäuser Mühle bis Weinähr oder in umgekehrter Richtung – es war trotz der starken Teilnehmerzahlen genug Platz für alle auf der L325 und schöne Talimpressionen bei einem herrlich blauen Himmel gab es ohnehin auf jedem Meter zu genießen.
Ortsvorsteher Karl Ortseifen in Ettersdorf freute sich über den zahlreichen Besuch der Vorbeiradelnden in seiner Gemeinde: „Den autofreien Sonntag gibt es zum 22. Mal, zum 14. Mal gibt es hier bei uns den Wasserlauf, zum sechsten Mal von der Firma Münz-Sportkonzept veranstaltet. Wir vom Vereinsring Ettersdorf, das sind der Gesangverein, der Musikverein und die Alte-Herren-Fußballer, unterstützen das. Wir sorgen dafür, dass für das leibliche Wohl gesorgt ist und dass ein kleines Rahmenprogramm stattfindet. In diesem Jahr sind das die Mini-Traktoren Eicher und Deutz, originale Nachbauten im Mini-Format, auf denen die Kinder fahren können. Wir profitieren natürlich auch davon, dass sich das Gelbachtal hier in Ettersdorf etwas weitet, während es an anderen Stellen doch ein bisschen eng ist. Außerdem liegen wir strategisch günstig in der Mitte der 25 Kilometer langen Strecke, das bietet sich bei vielen Teilnehmern für eine kleine Pause an.“
Überraschungsgast erfreut sich an Miniatur-Traktoren
Bei aller Vorausplanung hatten Ortsvorsteher Ortseifen und seine 60 Helfer aus den Vereinen aber doch nicht damit rechnen können, dass ausgerechnet hier plötzlich die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer mit ihrem Ehemann auftauchte. Die Landeschefin sagte: „Wir haben uns heute Morgen spontan entschlossen, bei diesem schönen Wetter ins Gelbachtal zu fahren!“
Die Blaskapelle „Hillscheider Oldies“ blies besonders kräftig in ihre Instrumente und die Ministerpräsidentin nahm einen kleinen Imbiss zu sich, richtete ein paar Worten an die Besucher und ließ es sich dann nicht nehmen, die fahrenden Mini-Traktoren mit den Kindern darauf zu besuchen. Begleitet wurde die Ministerpräsidentin von der Landtagsabgeordneten Tanja Machalet und dem Montabaurer Ersten Beigeordneten Andree Stein.
Die Mini-Trecker stellte Otto Prior aus Dietzhöltal bei Dillenburg vor: „Die habe ich für meine Söhne angefangen zu bauen, aber die sind schneller gewachsen, als ich bauen konnte. Also wurden sie für die Enkelchen fertig. Und heute lasse ich bei Veranstaltungen Kinder darauf fahren. Die finden das ganz toll und sind sofort mit dem Traktor-Virus infiziert!“ Die kleinen Gefährte im Maßstab 1:2,5 ähneln ihren großen Vorbildern bis ins Detail und sind mit 5-PS-Hatz-Motoren ausgestattet, die normalerweise für Wasserpumpen oder Stromaggregate verwendet werden.
Gemeinsamer Aktionstag mit Programm entlang des Tals
Beköstigt wurden die Hungrigen in Ettersdorf mit 80 Kilogramm Spießbraten vom umgebauten Hähnchenspieß. In Wirzenborn begann der Tag mit einem Gottesdienst in der Wallfahrtskirche. Das Landgasthaus „Wirzenborner Liss“ bot Leckeres aus der Küche an und im Motorrad-Museum konnte man Motorräder aus neun Jahrzehnten bestaunen, außerdem gab es hier eine historische Fahrrad-Ausstellung mit kostenloser „Vitamintankstelle“. In Bladernheim servierte der Wanderverein Kaffee und hausgemachte Kuchen sowie Westerwälder Eierkäsbrote an der Dorfkirche, wo man sich auf der „Gelbach Wies’n“ stärken konnte. In Isselbach gab es deftige Erbsensuppe, Kaffee und Kuchen bei der Chorgemeinschaft und man konnte Spaß haben beim Kistenklettern mit dem Team vom Kletterwald Diez. Das Gasthaus „Zur Alten Brauerei“ servierte im Biergarten regionale Spezialitäten. In Giershausen hatte das Café „KIGA“ geöffnet und man konnte Kunst und Kristall bewundern. In Kirchähr erfreute der Förderverein der Freiwilligen Feuerwehr Holler die Radler mit frischer Bratwurst, Spießbraten vom Grill und kühlen Getränken. In Dies bedienten die Motorradfreunde Gelbachtal 1988 die Gäste und der Männerchor Horbach betätigte sich als „aktiver Klangkörper“. Auch an der Bruchhäuser Mühle gab es Kulinarisches für Körper und Geist, genauso wie im Winzerort Weinähr.
In Ettersdorf servierten die Helfer des Vereinsrings den Gästen 80 Kilogramm Spießbraten vom umgebauten Hähnchengrill.
Eine idyllische Kulisse bietet das Gelbachtal den Teilnehmern des autofreien Sonntags.
Auch die Kleinsten hatten ihren Spaß auf der gefälligen Strecke zwischen Montabaur und Weinähr.
Diese Drei durften nicht auf die Strecke, obwohl auch „autofrei“. Ungehindert durch Autos querten sie die Straße.
Ganz allein mit einem „richtigen“ Trecker unterwegs: Die Nachbauten von Otto Prior waren der Hit für die Kinder.
Siegerehrung im „Wasserlauf“. Nach Männlein und Weiblein und Altersklassen getrennt, konnten die Teilnehmer ihre Fitness über eine fünf und eine zehn Kilometer lange Strecke unter Beweis stellen. Früher gab es für den Gewinner ein Jahr kostenlose Wasserversorgung aus Montabaur.
Als Überraschungsgast tauchte Ministerpräsidentin Malu Dreyer in Ettersdorf auf und war begeistert von den Eicher-Minitraktoren. Die Landtagsabgeordnete Tanja Machalet, Erster Beigeordneter Andree Stein und Ortsvorsteher Karl Ortseifen (v.l.) begleiteten die Landeschefin.
Um die Mittagszeit war richtig viel los auf der „Piste“. Fotos: KER
Ein Erlebnistag für die ganze Familie. Hier kam jeder auf seine Kosten.
