Schnelles Internet für Meckenheim
Telekom baut Glasfasernetz aus
Meckenheim. Große Freude herrschte am vergangenen Dienstag im Meckenheimer Rathaus. Bürgermeister Bert Spilles und Wirtschaftsförderer Dirk Schwindenhammer konnten mit Freude verkünden, dass weitere 7.500 Haushalte mit schnellem Internet verbunden werden. Bürgermeister Bert Spilles machte dabei deutlich, dass schnelles Internet ein Plus an Lebensqualität für die Bewohner bedeutet und gleichzeitig ein harter Faktor im Wettbewerb der Kommunen bei der Ansiedlung von Unternehmen darstellt.
Wirtschaftsförderer Dirk Schwindenhammer führt aus, dass die Wirtschaftsförderung bereits seit dem Jahre 2009 kontinuierlich an der Verbesserung der Versorgungssituation arbeite. Bereits im Jahre 2009 hatte als Bestandserhebung eine Unternehmensbefragung im Industriepark Kottenforst durchgeführt und bis 2011 folgten mehrere Informationsveranstaltungen für Unternehmen und Bürger in Altendorf-Ersdorf sowie im Bereich Heidestraße und Werner-von-Siemens-Straße. Im Jahre 2010 versorgt der der Anbieter bn:t große Teile des Industrieparks mit eigener Infrastruktur. Alle weiteren Versuche der Stadt, Telekommunikationsanbieter von einem Ausbau der Infrastruktur in Meckenheim zu überzeugen, scheiterten. Ein Ausbau kam für die Anbieter nur in Frage, wenn mit öffentlichen Fördermitteln Deckungslücken geschlossen werden können.
Daher leitete die Stadt Ende 2011 auf Vorschlag der Wirtschaftsförderung einen neuen Weg ein. Ein externes Beratungsunternehmen wurde mit der Analyse der vorhandenen Infrastruktur sowie der Versorgungssituation beauftragt. Hierbei wurden die Stadtteile Altendorf, Ersdorf und Lüftelberg sowie Teilbereiche von Merl als unterversorgt identifiziert. Im Frühjahr 2013 erfolgte dann eine öffentliche Ausschreibung. Ziel war es, Unternehmen zu finden, welche die Verbesserung mithilfe eines öffentlichen Zuschusses angehen. Gefordert wurde in der Ausschreibung eine Versorgung von mindestens 97 Prozent aller Haushalte in den unterversorgten Gebieten mit mindestens 2 Mbit/s.
Hierbei kristallisierte sich schnell die kabelgebundene Lösung der Telekom Deutschland als beste Lösung heraus, da sie zukunftssicher ist und höhere Bandbreiten realisieren kann. Im November 2013 bewilligte die Bezirksregierung auf Basis der eingereichten Vorschläge Förderanträge in Höhe von 412.915 Euro, freilich ist darin auch ein Eigenanteil der Stadt Meckenheim von rund 150.000 Euro enthalten. In den Jahren 2013 und 2014 wurde von der Telekom dann der Merler Keil II ausgebaut und im November 2014 ging das neue Breitbandnetz an den Start. In den Jahren 2015 und 2016 erweiterte bn:t ebenfalls das eigene Glasfasernetz und bis November 2017 kommen rund 7.000 weitere Haushalte im Bereich der Vorwahl 0225 hinzu. Davon werden auch zahlreiche Bewohner im Innenstadtbereich von Meckenheim profitieren.
Frank Pischke und Gerd Wolter erklärten dann, wie das Ganze in der Praxis vonstattengeht. Auf der Strecke zwischen der örtlichen Vermittlungsstelle und dem Verteiler wird das Kupfer- durch das Glasfaserkabel ersetzt. Das sorgt für erheblich höhere Übertragungsgeschwindigkeiten. Die Verteiler werden zu Multifunktionsgehäusen umgebaut. Die großen grauen Kästen am Straßenrand werden zu Mini-Vermittlungsstellen. Im Multifunktionsgehäuse wird das Lichtsignal von der Glasfaser in ein elektrisches Signal umgewandelt und von dort über das bestehende Kupferkabel zum Anschluss des Kunden übertragen.
Um die Kupferleitung schnell zu machen, kommt Vectoring zum Einsatz. Diese Technik beseitigt elektromagnetische Störungen. Dadurch werden beim Hoch- und Herunterladen höhere Bandbreiten erreicht. Es gilt dabei die alte Formel, je näher der Kunde am Multifunktionsgehäuse wohnt, desto höher ist seine Geschwindigkeit.
STF
