Bürgerinitiative diskutierte mit Politik die Situation in Altendorf-Ersdorf

Tempo 30 von Ortsschild zu Ortsschild

04.09.2019 - 11:16

Altendorf-Ersdorf. Die Verkehrssituation in Altendorf-Ersdorf ist ein kommunaler Dauerbrenner und parteiübergreifend ist man sich vom Grundsatz her einig, dass es hier Veränderungen geben muss.


Die Bürgerinitiative L 471 hatte aus diesem Grunde in der vergangenen Woche Vertreter aller Parteien zu einem gemeinsamen Gespräch gebeten. Hierbei wurde erläutert, dass die Bürgerinitiative bei der Stadt Meckenheim zehn Einwohneranregungen aufgegeben hat, wobei die Verwaltung aufgefordert wird, diese Einwohneranregungen umzusetzen. Sehr vereinfacht ausgedrückt geht es in erster Linie darum, den laufenden Verkehr zu beruhigen und Gefahrstellen zu beseitigen. Die Frage der Zuständigkeit ist dabei von zentraler Bedeutung, denn die Bürgerinitiative möchte weitgehend Tempo 30 im Ort erreichen. Aus Gesprächen mit dem Verkehrsministerium vertritt man die Auffassung, dass es letztlich der Stadt Meckenheim vorbehalten sei, hier eine Entscheidung zu treffen, diese habe hier zwar alle Beteiligten zu hören, aber könne selbständig eine Entscheidung treffen.

Josef Kessel von der BI fasste dies in den Worten zusammen, dass die Bevölkerung einen Anspruch auf Schutz von Gefahren habe. Seiner Auffassung nach fühle sich die Bevölkerung in Altendorf-Ersdorf von der Verwaltung abgehängt, obwohl man 9 % der Einwohner stelle. Rolf Schuh, ebenfalls von der BI, verwies auf das seiner Meinung nach immer größer werdenden Problem auch durch den landwirtschaftlichen Verkehr. So würden die Maschinen immer größer und die Stadt habe Glück, dass hier bisher noch nichts passiert sei. Ortsvorsteher Ferdinand Koll versuchte in verschiedenen Wortbeiträgen, die teilweise doch recht emotionalen Vorträge in ruhige Bahnen zu lenken und verwies darauf, dass man Meckenheim und Altendorf-Ersdorf nicht gegeneinander ausspielen sollte. Die Bürgerinitiative stellte alsdann im Detail ihren 10-Punkte-Forderungskatalog auf, den Heribert Brauckmann von der FDP in dem Satz zusammenfasst „Tempo 30 von Ortsschild zu Ortsschild“. Auch wenn in dem Forderungskatalog noch zahlreiche andere Forderungen enthalten sind, so war dies doch die zentrale Forderung. Johannes Steger von der BfM wollte dies auch sofort in eine Abstimmung übernehmen und stellte die Frage in den Raum „Wer ist dagegen?“. Dieser Forderung wollten sich aber die übrigen Parteien so nicht anschließen, Rolf Engelhard von der SPD verwies darauf, dass Tempo 30 auch ein Thema für ganz Meckenheim sei. Rainer Friedrich formulierte das für die CDU wie folgt: „Wenn das rechtlich in Ordnung ist, dann ist die CDU einverstanden. Wir sitzen alle im Rat, wir sollten das nicht parteipolitisch angehen, wir wollen das Beste für Altendorf-Ersdorf.“ Mit dieser Formulierung war Johannes Steger von der BfM allerdings keinesfalls einverstanden, er kritisierte dies als typische Worthülse der Parteien.

Die CDU hat allerdings in der Zwischenzeit einen Antrag für den Stadtentwicklungsausschuss gestellt, in dem unter anderem eine Kostenschätzung für eine Fahrbahnverschwenkung im Ortseingang Ersdorf vorgenommen werden soll. Ferner soll ein barrierefreier Ausbau der Bushaltestelle „Ersdorf Kirche“; eine Querungshilfe im Bereich „Ahrstraße“ sowie eine Gehwegverbreiterung im Bereich der Rheinbacher Straße geprüft werden.

Aufgegriffen hat die CDU auch den Wunsch der BI L 471 nach Tempo 30, auch hier soll ein Prüfungsantrag an die Stadt gehen, unter Berücksichtigung der Informationen der BI dies rechtlich zu prüfen; dies alles auch vor dem Hintergrund, dass die beiden Ortsvorsteher von Altendorf und Ersdorf ebenfalls hier die Einrichtung von Tempo 30 ausdrücklich begrüßen und wünschen. STF

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Kommentare
Gerda Nehls:
Da der Nabu strickt gegen das Aufräumen war und ist, sollte der Nabu jetzt mal einen Teil der verursachten Schäden/ Kosten übernehmen. Treibgut war in erster Linie eben altes liegengelassenes Gehölz/ Bäume, nicht gemähte Ufer usw. Jetzt unterschreiben lassen, dass sie für die Zukunft für die Schäden...
Tobias Hilken (Bremen):
Habt ihr für den Schwachsinn einen Berater gebraucht? Oder ist das euch beim Würfeln eingefallen. ...
P. Müller:
Wer kommt bitte auf einen solchen Unsinn? Wie um alles in der Welt soll Brennholz das Problem sein, wenn ganze Häuser und Totholz an den Brücken hängen. Manchmal habe ich den Eindruck, die Welt ist echt am Ende!...
Tom:
Ich finde den Kommentar von J. Thul mehr als bedenklich. Die in seinen Augen depressiv machenden Fertig-Garagen sind "... ok für Bauarbeiter auf einer Großbaustelle in Afrika". Traurig, traurig :-( Er gehört zu den vielen Menschen, die solche Initiativen einfach mal mies machen. Eine Art Hobby gelangweilter...
Klaus Rinke:
Sehr guter erster Schritt für die Betroffenen.Und der Vorschreiben oben ......nur Rummotzen sonst nichts?Anstatt das zu Unterstützen erstmal nieder machen.Lachhaft so etwas.Es wird etwas Gutes Geschaffen und nur das zählt....
J.Thul:
Ich kann dem G. Friedrich zustimmen , das sind mehr Fertig- Garagen als was zum wohnen ! Da könnte man sich mehr einfallen Lassen ! Da wird man wirklich depressiv drin ! Ist ok für Bauarbeiter auf Großbaustelle in Afrika , aber nicht für die Senioren im Ahrtal..........
Gertie :
Aha wusste nicht dass dass Brennholz am Stück gelagert wird . Sorry es ist doch eher dass nicht wegräumen von Unterholz am wassernähe, 25 cm brennholzstücken können sich nicht so verkanten . Da sucht man wieder ein schuldige anstatt mal die Augen auf zu machen. Was macht man mit Autos,Containern ,Mülltonnen...
A.Hoffmann:
Ergreifende Bilder aber der Bildanzeige hätte man eine Funktion zum ausblenden hinzufügen müssen...
 
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