Tennis – Tennisklub am Stadtwald Rheinbach
Tennissportler auf historischer Spurensuche
Rheinbach. Die alljährliche, traditionell, vom TK-Pressewart K. Gunter v. Kajdacsy geleitete, historische Radwanderung befasste sich, nach sonstigen mittelalterlichen oder Römerzeit-Exkursionen, diesmal mit der Rolle Rheinbachs und der Region im Zweiten Weltkrieg: Die „Spurensuche“ führte vom ehem. Munitionsdepot im Stadtwald zum Überbleibsel des Feldflugplatzes Odendorf über die Steinbachtalsperre und zum Feldhauptquartier des Oberkommandos des Heeres (OKH) in der Nähe des Führerhauptquartiers „Felsennest“ bei Bad Münstereifel. Zu Beginn der Radwanderung erhielten die Teilnehmer im Klubhaus einen Kurzvortrag über das Kriegsgeschehen in und um Rheinbach sowie über die dortigen militärischen Einrichtungen, wie beispielsweise den Feldflugplatz zwischen Rheinbach und Peppenhoven, die drei Lazarette (Konvikt, RAD-Lager ehem. Sportplatz und St. Joseph-Lyzeum), die Bahnhofs- und Gleisanlagen (Verschiebebahnhof) mit ihrer Bedeutung für den Westfeldzug, die Flakstellungen etc. Dabei wurde besonders auch das Leid für die Rheinbacher Zivilbevölkerung durch die zahlreichen Luftangriffe und die damit verbundenen Zerstörungen dargestellt.
Die erste Station der Radtour war das ehemalige Munitionsdepot der Luftverteidigungszone West im Thomasbruch, in dem in 15 Munitionshäusern vornehmlich Flak-Munition gelagert wurde. Die Spurensuche erstreckte sich auf den Rundkurs, die Fundamente der Lagerstätten und die Reste des Bunkers und Verwaltungsgebäudes an der Wache des Depots.
Die historische Tour führte dann zur Orbach-Betonbrücke beim Hubertushof, über die Flugzeuge (Me 109 u.a.) vom Feldflugplatz Odendorf, der zum „System“ Führerhauptquartier „Felsennest“ gehörte, zu getarnten Stellplätzen in den Schornbusch gebracht wurden.
Nach einer Rast an der Steinbachtalsperre führte die Fahrt eifelaufwärts zum ehem. Feldhauptquartier des OKH zum Forsthaus Hülloch. Dort geben Reste der gesprengten Bunker und das denkmalgeschützte Wachhäuschen einen Eindruck von der weiträumigen Gefechtsstandanlage, die während des Westfeldzuges, aber auch 1944 während der Ardennenoffensive vom Heer genutzt wurde. Wegen der sommerlichen Hitze wurde auf die Weiterfahrt nach Rodert verzichtet, und der Pressewart gab beim „OKH“ Erläuterungen zum Führerhauptquartier „Felsennest“, von dem aus Hitler vom 10. Mai bis zum 6. Juni 1944 den Westfeldzug geleitet hatte und von dem aus er mehrfach über den Feldflugplatz Odendorf Besuche an der Front machte und in dem er auch viele hochrangige in- und ausländische Besucher, empfing.
Für die Radler des Tks am Stadtwald war die Tour angesichts der sommerlichen Temperaturen eine besondere Herausforderung, der sie sich aber angesichts der lehrreichen historischen Informationen gerne gestellt hatten und im nächsten Jahr auch wieder stellen wollen.
Ein gesprengter Bunker des ehemaligen Hauptquartiers des OKHs. Fotos: Privat
