Allgemeine Berichte | 09.06.2020

Pony To Go kann derzeit nicht stattfinden

Therapeut Verci wartet auf seinen Einsatz

Verci beim Gelassenheitstraining. Foto: privat

Wachtberg. Das New Forest Pony ist ein speziell ausgebildetes Therapiepony für die Arbeit mit schwerstmehrfach behinderten Kindern. Aber seit dem Beginn der Corona-Krise kann dieser spezielle Therapeut, gemeinsam mit seiner Trainerin, Heilpädagogin Ulrike Sänger, nicht zu seinen kleinen Patienten.

Normalerweise fährt Verci einmal pro Woche in ein Kinderheim um mit seinen Patienten zu arbeiten. Aber wegen der Kontaktbeschränkungen fallen diese besonderen Therapiestunden für die Kinder zweier Heime in Rheinbach und Meckenheim seit Monaten aus. Dabei wäre es für die schwerstmehrfach behinderten Kinder, die in den Einrichtungen betreut werden, so wichtig, dass der vierbeinige Therapeut sie besuchen kommt. Die Zeit mit Verci bedeutet Abwechslung vom Heimalltag, Entspannung und Freude. „Diese Kinder sind die Schwächsten der Schwachen. Denen schenkt das Pony ein wenig Lebensqualität.“ erklärt die Heilpädagogin. Sie ist vor dreieinhalb Jahren mit Ihrem komplett spendenfinanzierten Konzept „Pony To Go“ gestartet.

Dabei fährt Sie, gemeinsam mit ihrem Mann Lothar, mit Pony im Anhänger zu den Heimen und arbeitet vor Ort mit den Kindern. „Die Kinder sind so stark beeinträchtigt, dass sie nicht transportfähig sind, hängen oftmals an Beatmungsgeräten. Sie könnten unmöglich zu uns in den Stall kommen.“ So entstand die Idee Pony to Go. Dass das Pony derzeit nicht auf Hausbesuch gehen kann, ist schlimm für die Kinder in den Einrichtungen. Sie können nicht verstehen, warum Verci nicht kommt und ihr sowieso schon stark eingeschränkter Alltag ist um einen schönen Moment ärmer geworden. Gisela Strauch vom Heilpädagogischen Dienst des Kinderheims Alte Eiche in Meckenheim vermisst das Angebot für die kleinen Bewohner. „Die Kinder freuen sich immer auf das Pony, sie merken ganz genau, dass diese Zeit nur für Sie ist.“ Sonst sind sie immer in der Gruppe. Aber bei dem Pony To Go Konzept erhalten sie eine wertvolle Eins-zu-eins-Betreuung.

Und die Veränderung, die die Arbeit mit dem Pony bewirkt, ist noch lange nachzuspüren. „Hibbelige Kinder beruhigen sich, und all diese positiven Reaktionen halten noch lange an.“ Das Team des Meckenheimer Heimes für Patienten mit schweren Behinderungen ist seit Beginn der Corona Beschränkungen sehr gefordert. Da fehlt der Besuch von Therapiepony Verci und Ulrike Sänger sehr. „Die Kinder werden vorsichtig auf dem Rücken des Ponys gelagert und gehalten.

Durch die sanften Schaukelbewegungen des Pferdes, durch die Körperwärme und dem Kontakt zum weichen Fell entspannen sich die Kinder. Spastiken lösen sich, die Kinder lächeln und beginnen zu Lautiern.“ Auch Verci vermisst seine Aufgabe. „Es ist Arbeit, ihn bei Laune zu halten“ sagt Heilpädagogin Sänger. „Er muss unbedingt gelassen und ruhig bleiben. Ich investiere daher im Moment noch mehr Zeit in sein Gelassenheitstraining. Ihm fehlen seine Kids, auf die er unglaublich aufpasst.“ Ulrike Sänger hofft sehr, dass sie bald wieder mit dem Ponywallach losfahren kann.

Verci beim Gelassenheitstraining. Foto: privat

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